Troubled Asset Relief Programme
Etappensieg für das Tarp

Funktioniert das US-Bankenrettungsprogramm Tarp? Wenn man den Rückgang der Kreditvergabe durch die Banken als Fehlschlag definiert, funktioniert es nicht. Aber das dort verzeichnete Minus ist geringer als in vergangenen Rezessionen. Und dieses Mal haben die Anleihe- und Verbriefungsmärkte dicht gemacht. Bezieht man dies mit ein, dann sieht das Tarp wie ein Teilerfolg aus.

Funktioniert das Troubled Asset Relief Programme (Tarp) der US-Regierung zur Rettung des amerikanischen Finanzsystems? Mit Recht darf erwartet werden, dass die 350 Mrd. Dollar, die bisher für die US-Banken vorgesehen sind, Ergebnisse abwerfen. Aber den Erfolg des Tarp an der relativen Zu- oder Abnahme der Kreditvergabe durch die Banken zu messen, trifft den Kern der Sache nicht.

Eine Analyse des Wall Street Journal zeigt, dass seit Oktober zehn der 13 größten Empfänger von Tarp-Mitteln ihre allgemeine Kreditvergabe um durchschnittlich 1,4 Prozent gesenkt haben. Einige Beobachter haben sich auf diesen Messwert gestürzt und als Beweis dafür angeführt, dass das Tarp ein Fehlschlag ist.

Doch in vorhergehenden Konjunkturflauten war die Kreditvergabe noch starker zurückgegangen. Im dritten Quartal 2001 waren umlaufende Firmen- und Industriekredite um neun Prozent und im vierten Quartal um elf Prozent geschrumpft, wie aus einem Bericht des US Federal Deposit Insurance Corp-Einlagensicherungsinstituts von 2002 hervorgeht.

Und dabei hatte es sich damals um einen kürzeren und milderen Abschwung gehandelt, bei dem die Banken noch viel besser mit Kapital ausgestattet waren und auf viel weniger Not leidenden Vermögenswerten saßen. Und die Kreditvergabe hatte sich auch nicht schnell wieder erholt: In den drei Jahren nach 2001 war die Vergabe von Firmen- und Industriekrediten im Jahresdurchschnitt um sechs Prozent gesunken - in etwa vergleichbar mit der Rezession des Jahres 1991, ergab eine Untersuchung der Federal Reserve von St. Louis.

Der Bereich Verbraucherkredite hatte sich allgemein zwar etwas besser gehalten - nicht zuletzt in der Rezession von 2001, als die Politik des billigen Geldes, die die US-Notenbank verfolgt hatte, die Einzelhandelsausgaben ankurbelte und zu einem letztendlich nicht aufrecht zu erhaltenden Boom auf dem Immobilienmarkt führte. Aber einige Segmente waren während des Abschwungs am Anfang der neunziger Jahre um bis zu 15 Prozent im Monat gesunken, geht aus den Statistiken der Fed hervor.

Man tut indes gut daran, sich zu erinnern, dass die Banken nicht die einzige Quelle für Kredite sind. Der Anleihemarkt ist in den vergangenen Jahren immer beliebter geworden, auch während der letzten konjunkturellen Talfahrt. Aber laut Dealogic sind die Emissionen am Bondmarkt im vergangenen Jahr um 44 Prozent zurückgegangen. Darüber hinaus sind Verbriefungen - eine der wichtigsten Quellen für die Finanzierung und die Risikoübertragung für Verbraucherkredite wie Hypothekendarlehen, Autofinanzierungen und Kreditkartenforderungen - in der zweiten Hälfte des vergangenen Jahres fast gänzlich versiegt.

Es wäre unvernünftig zu erwarten, dass die Banken selbst zu den besten Zeiten diese mögliche zusätzliche Nachfrage in ihrer Gesamtheit an sich ziehen könnten, ganz zu schweigen von der schlimmsten wirtschaftlichen Entwicklung seit Jahrzehnten, während ihre Bilanzen mit toxischen Vermögenswerten überfrachtet sind und vehement der Abbau des Einsatzes von Fremdkapital gefordert wird.

Das Tarp war teilweise deshalb eingeführt worden, weil ein Systemkollaps zu befürchten stand. Vier Monate später machen eine drastische Verringerung der Volatilität und ein Rückgang der Kreditvergabe um lediglich 1,4 Prozent aus dem Tarp zumindest einen Teilerfolg.

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