UBS: Bonus verpflichtet

UBS
Bonus verpflichtet

Marcel Ospel gibt an, für das Jahr 2007 einen Bonus weder erwartet noch gewollt zu haben. Eine angemessene Geste des UBS-Chefs – die Bank wurde durch Wertberichtigungen erschüttert, die die Bank in die Verlustzone geführt haben könnten. Von der Basis ist vielleicht Mannschaftsgeist zu erwarten, aber nicht in gleichem Maße.

Es überrascht schon ein wenig, dass große Banken in diesen Zeiten unter solchen Druck geraten. Die vergleichbaren Banken sehen sich alle Liquiditätsengpässen gegenüber und nur wenige stellen neue Mitarbeiter ein. Aber es sieht so aus, als ob Top-Talente immer noch erfolgreich damit drohen können, sich einen anderen Brötchengeber zu suchen. Die Spielmacher lassen es nicht zu, dass ein paar fehlgeleitete Wetten auf hypothekenbesicherte Wertpapiere ihnen einen Strich durch die Rechnung machen.

Das Argument hat einiges für sich, schließlich erzielten die UBS-Banker im Beratungsgeschäft bei Firmenzusammenschlüssen Rang zwei in Europa, gehörten in Asien zu den Wegbereitern und landeten weltweit auf Platz fünf. Und die Banker nehmen schon einiges in Kauf. Ein höher als üblicher Anteil ihrer Boni wird in Form von Aktien gezahlt. Sie können diesmal lediglich schon nach einem Jahr verkaufen und nicht wie traditionell erst nach drei.

Aber, Boni in Form von Aktien sollen Banker zwar an ihre Bank binden, allerdings nicht auf Kosten der Aktionäre. Das augenblickliche Problem besteht darin, dass der Kurs der UBS-Aktie auf einem Zweijahrestief herumdümpelt. Man braucht also eine gute Portion Vertrauen in das Erholungspotenzial der Institution – oder die Möglichkeit kurzfristig zu verkaufen – um Aktien attraktiv zu machen.

Und tatsächlich, UBS verliert einen großen Teil der Bindungskraft, die solche Aktienausgaben sonst erzeugen. Das ist auch ein Zeichen dafür, dass es der Bank nicht gelungen ist, die Mitarbeiter trickreich bei der Stange zu halten. Die Bonusveränderungen folgen dem Fortgang einer Reihe von Starbankern im Jahr 2007, darunter Ken Moelis, früher US-Präsident der Investmentbank.

Der Investmentsparte fehlt nach dem Abschied von Huw Jenkins im Oktober auch immer noch ein neuer Leiter. Der Ersatz wird die Bank voraussichtlich ein ordentliches zusätzliches Bonuspaket kosten. Vielleicht setzt der neue Chef Zeichen, indem er eine lange Halteperiode akzeptiert.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%