UBS
Der Sanierer

Bob McCann, der ehemalige Vorkämpfer von Merrill Lynch, kommt mit eindrucksvollen Referenzen zur UBS. Doch als Chef des Wealth Management Americas und damit im Grunde von Paine Webber steht er großen Herausforderungen gegenüber. Selbst McCann geht nur von einer mäßigen Rentabilität des Bereichs aus. Das könnte ausreichen, um die Unabhängigkeit des Brokers zu sichern oder dessen Verkauf zu bewirken, selbst wenn McCann beteuert, dies sei nicht beabsichtigt.
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Bob McCann ist der richtige Mann, um die zur UBS gehörende Paine Webber zu leiten. Als ehemaliger Vorkämpfer der "Donnernden Herde" von Brokern im Privatkundengeschäft von Merrill Lynch verfügt er über die nötige Erfahrung und über eindrucksvolle Referenzen, was seine Führungsstärke angeht. Aber McCann steht auch einer schwierigen Aufgabe gegenüber, wenn er den unrentablen US-Wertpapierbereich der schweizerischen Bank aus der Krise führen soll. Wahrscheinlich wird seine größte Leistung darin bestehen, die Sparte auf einen Verkauf oder eine mögliche Ausgliederung vorzubereiten.

Natürlich streitet McCann ab, dass dies das Ziel ist. Er führt an, dass er doch nicht so hart dafür gekämpft hätte, aus seiner einjährigen Wettbewerbsklausel mit der Merrill-Eignerin Bank of America herauszukommen, nur um Paine Webber zu versteigern. Aber vom Tisch ist das Vorhaben damit kaum. UBS-Chef Oswald Grübel hatte jüngst eingeräumt, dass Paine Webber nicht zu den Kernbereichen gehört, jedoch ein Verkauf "zu den derzeitigen Bewertungen nicht sinnvoll wäre".

Dies wird auch kaum jemand bestreiten, denn Paine Webber verliert Geld - im ersten Halbjahr waren es 256 Mill. sfr. Doch die UBS ist nicht mehr dem Druck ausgesetzt, Vermögenswerte abstoßen zu müssen, um ihr Kapital aufzubessern. Der Versuch, den Bereich zu sanieren, ist der klügere Weg, um langfristig Werte für die Aktionäre zu schaffen.

Die Kosten zu kürzen, könnte dabei hilfreich sein. Und McCann hat bereits zugesichert, den Ruf von Paine Webber, den Brokern Spitzengehälter zu zahlen, umzukrempeln. Allerdings versteigt selbst er sich nicht zu unrealistischen Zielen. Er rechnet damit, dass Paine Webber in der Lage sein sollte, im Verlauf des Zyklus eine Gewinnmarge vor Steuern von 15 Prozent abzuliefern. Doch dies zu erreichen, fiel dem Wertpapierhaus selbst auf dem Höhepunkt des Booms im Jahr 2006 schwer. Schon damals hinkte Paine Webber hinterher und dies wird sich wiederholen, wenn die Konkurrenten wie Morgan Stanley Smith Barney ihre Zielmargen von 25 Prozent einstellen.

Trotzdem ist es besser, für jeweils 100 Dollar an Einnahmen 15 Dollar nach Hause zu bringen statt Verluste zu verbuchen. Und vielleicht werden die UBS-Aktionäre auch bereit sein, sich damit abzufinden. Wenn nicht, dann wird Paine Webber auf einem sichereren Fundament stehen, wenn das Geschäft ausgegliedert oder verkauft wird - vielleicht an den Wertpapierbereich für Privatkunden von Wells Fargo, wie dies Anfang des Jahres bereits propagiert worden war. Doch dies wird nicht über Nacht zu erreichen sein. Damit hat McCann Zeit, sein Können unter Beweis zu stellen - diesem Arbeitgeber und vielleicht dem nächsten.

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