UBS
Kassandra King

Die UBS hat David King an Bord geholt. King war ehemals wissenschaftlicher Chefberater unter dem britischen Premier Tony Blair. Er geht davon aus, dass der Welt mit einer Wahrscheinlichkeit von mehr als 50 Prozent ein gefährlicher Klimawandel bevorsteht. Angesichts der üppigen Gebühren, die beim Emissionshandel verdient werden, kann es nicht schaden, eine hauseigene Kassandra auf der Gehaltsliste zu haben.

David King ist der letzte in einer ganzen Reihe von nach Höherem strebenden Politikern, die davon profitieren, dass sich umweltpolitisch der Wind gedreht hat. UBS hat den ehemaligen wissenschaftlichen Chefberater des britischen Premiers Tony Blair eingestellt, damit er die Bank und ihre Kunden bei der globalen Erwärmung berät. King gehört damit neben Al Gore, Nicholas Stern, Theodore Roosevelt IV und sogar Blair selbst zu den prominenten Klima-Gurus, die von Banken und Investmentfirmen engagiert werden, damit sie ihnen die Treibhausgase und deren wirtschaftlichen Auswirkungen erklären.

Zusätzlich zu seinen Referenzen als Wissenschaftler hat King auch noch einen kapitalistischen Ansatz zu bieten. Er unterstützt das “Cap-and-trade”-Modell, also das Begrenzen und Handeln, mit dem ein Markt für CO2-Emissionen geschaffen werden soll, um so die Luftverschmutzung zu senken. Aber er entfernt sich auch vom allgemeinen Konsens der Wissenschaftsgemeinde, dass die steigenden Temperaturen rechtzeitig abgebremst werden können, um eine Katastrophe abzuwenden. Nach Kings Ansicht liegt die Wahrscheinlichkeit, dass die Welt ein gefährlich hohes Temperaturniveau erleben wird, jetzt bei mehr als 50 Prozent.

Für die UBS ist es ein Leichtes, sich grün zu geben. Die Investmentbanken dürften zu den großen Gewinnern des Klimawandels gehören. Auf sie warten üppige Einnahmen aus Beratungs- und Zeichnungsgebühren, die sich mit Investitionen in “saubere” Energiequellen verdienen lassen – ein Markt, der jetzt schon auf 150 Mrd. Dollar geschätzt wird. Dazu kommen steigende Einnahmen aus dem Emissionshandel und aus Wetter-Derivaten.

So hat zumindest UBS selbst die Lage im vergangenen Juni beurteilt - in einem 130seitigen Bericht darüber, wie verschiedene Aktien und Sektoren durch die globale Erwärmung beeinflusst werden würden. Immer unheilvollere Einschätzungen gehören natürlich zu den größten Antreibern des Umweltmarkts. Es ist kein Wunder, dass UBS eine Kassandra wie King auf ihre Gehaltsliste gesetzt hat. Er könnte sich noch in einen der erfolgreichsten Regenmacher für die Bank entwickeln.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%