UBS muss Kontrollverlust eingestehen
Zweifache Verlegenheit

Selbst verschuldet - so lässt sich die Kette von Fehlern bei der Schweizer Bank auf einen Nenner bringen, die jetzt zutage gefördert wurden. Die aktuelle Untersuchung, auf Geheiß der Aufsichtbehörde durchgeführt, unterstreicht den Ruf nach schärferen Kontrollen – nicht nur bei UBS, sondern in der gesamten Branche.

UBS hat sich seine Subprime-Krise selbst zuzuschreiben. Bei der Bank mangelte es an der notwendigen Kontrolle. Das ist kurzgefasst der Kern einer internen Untersuchung, die die Schweizer Bank durchführte, um zu klären, wie es zu einem Abschreibungsbedarf in Höhe von 37 Milliarden Dollar kommen konnte.Der Report liest sich wie eine Lektion in katastrophalem Investmentbanking. Der Schweizer Zentralbank gebührt ein Lob dafür, das Mea Culpa von der UBS verlangt zu haben, den aktiven Aktionären dafür, dass es an die Öffentlichkeit kam.

Die Kontrolle der Bank versagte auf zwei Ebenen. Die erste ist struktureller Natur. Das Risikomanagement der UBS enthielt deutlich sichtbare Schwachstellen. So zog die Bank historische Daten aus der Zeit des US-Immobilienbooms heran, um Vermögenswerte aus dem Hypothekenportfolio mit guten Ratings als risikoarm einzustufen. Abgesicherte Positionen gingen in die Risikobewertung gar nicht ein – und selbst einige ungesicherte Investitionen rutschten durchs Netz. Die Händler wurden dadurch erst in die Lage versetzt, ungestört hohe Subprime-Positionen aufzubauen.

Aber damit allein wäre UBS noch nicht so tief in die Krise geraten. Ein zweiter Faktor kam hinzu. Den Bankenmanagern fehlte es an Übersicht. Weder die Führungskräfte im Investmentgeschäft noch der geschäftsführende Vorstand der UBS stellten das Subprime-Modell infrage. Selbst nach dem Zusammenbruch von Dillon Read Capital Management, leuchteten die Warnlampen noch nicht. Der hausinterne Hedgefonds hatte stark in hypothekengesicherte Wertpapiere investiert.

Der Bericht bekräftigt den Ruf nach strengeren Kontrollen, nicht nur bei der UBS, sondern in der gesamten Branche. Die Schweizer Bank war vielleicht nur besonders anfällig für die Ausfälle in ihrer Investmentbank. Aber alle Banken müssen lernen, wie wichtig es ist, ihre Manager angemessen zu entlohnen. Ein Grund dafür, dass die UBS-Bosse so bereitwillig den Blick abwandten, liegt wohl darin, dass der Subprime-Mechanismus die Erfüllung all ihrer Träume versprach. Den Händlern, die riesige Boni für ihre überdimensionierten Engagements kassierten, ging es da nicht anders.

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