Übernahme
Wie viel ist das Wetter wert?

Der Weather Channel verspricht sich aus einem Verkauf eine Menge mehr, als er wert zu sein scheint. Aber der amerikanische Wetterriese könnte Glück haben. Der Weather Channel ist einer der letzten unabhängigen Kabelkanäle und er betreibt die führende Wetter-Website. Sein Verkauf könnte viele Interessenten anlocken.

Kann der Weather Channel seinen eigenen Preis vorhersagen? Der Kabelkanal, der auch die Website weather.com betreibt, erwartet, bei einem Verkauf rund fünf Mrd. Dollar erzielen zu können. Wenn man sich den Wert seiner Konkurrenten ansieht, scheint das eine astronomische Vorstellung zu sein. Aber es gibt genug große Medienunternehmen mit dem nötigen Kleingeld und zu wenige verlockende Kaufangebote, um eine stürmische Auktion zu gewährleisten.

Der Weather Channel gehört zu Landmark Communications, die im vergangenen Jahr etwas über zwei Mrd. Dollar eingefahren hat. Die Firma im Privatbesitz will den Beitrag, den der Bereich Wetter dazu geleistet hat, nicht genauer beziffern. Aber allein das Segment Kleinanzeigen hat 850 Mill. Dollar beigesteuert.

Nehmen wir einmal an, der Bereich Wetter trägt 70 Prozent zum Rest bei und erzielt eine Gewinnspanne von 30 Prozent vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen – das ist ungefähr vergleichbar mit Yahoo und dem Kabelkonglomerat Discovery Holding. Der Gewinn vor Steuern, Zinsen und Abschreibungen (Ebitda) von Weather Channel beliefe sich dann auf etwa 240 Mill. Dollar. Der angestrebte Verkaufspreis von fünf Mrd. Dollar entspräche damit einem Ebitda-Vielfachen von über 20. Das ist weit über dem von Yahoo und mehr als doppelt so viel wie bei Discovery.

Und doch könnte Landmark einen Käufer finden, der so viel zu zahlen bereit ist. Der Weather Channel erreicht 97 Prozent aller Haushalte mit Kabelanschluss. Nur wenige andere Anbieter von Inhalten habe eine solche Reichweite. Und Weather.com könnte sich als äußerst wertvoll herausstellen. Unter den am meisten genutzten Web-Sites rangiert sie nach Angaben von Alexa auf Platz 260. Ihre härteste Konkurrentin Accuweather folgt mit einem Platz irgendwo im Tausenderbereich.

Medien- und Internetgruppen liefern sich ein hartes Rennen um Websites, die ihre Kategorie sprengen, selbst wenn es sich dabei um Nischenanbieter handelt, wie die 15 Mrd. Dollar zeigen, die Microsoft im vergangenen Jahr bereitwillig Facebook zugestanden hat. Ohne Zweifel – will man eine Vorhersage für die Auktion von Weather.com wagen, muss man mit hoher Wahrscheinlichkeit davon ausgehen, dass der Blitz einschlägt.

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