Übernahmen: Mehr Kreatitivtät im M&A-Sektor!

Übernahmen
Mehr Kreatitivtät im M&A-Sektor!

Der Spirituosenriese Constellation hat gerade Marken aus dem Billigsegment wie Montezuma Tequila verkauft, um sich auf Produkte mit höheren Margen zu konzentrieren. Aber einen Deal durchzuziehen, während die Kreditmärkte immer noch verschlossen sind, erfordert ein gewisses Maß an Kreativität. Dadurch erhöht sich zwar das Risiko, es sieht aber immer noch clever aus.

Kann ein Quantum Kreativität dem M&A-Sektor wieder Leben einhauchen? Ein Verkauf des US-Spirituosenhändlers Constellation Brands zeigt, dass man durchaus noch Deals über die Bühne bringen kann. Aber damit dies gelingt, müssen die Beteiligten ihre Denkkappen aufsetzen. Constellation stößt ihr Portfolio an Marken ab, die man eher im unteren Regalbereich antrifft, wie zum Beispiel die schreckliche Assoziationen erweckende Montezuma Tequila, um sich auf schneller wachsende Produkte zu konzentrieren. Um den Abschluss besiegeln zu können, reichte Constellation dem Käufer einen Kredit über 60 Mill. Dollar herüber. Während das vielleicht die Risiken erhöht, sieht der Schritt in diesem Fall trotzdem clever aus.

Die Transaktion scheint sinnvoll für Constellation zu sein. Billigmarken wie Montezuma und vorgemixte Cocktails von Chi-Chi?s machten zwar im vergangenen Jahr zwei Drittel des gesamten Spirituosenvolumens aus, aber nur 30 Prozent des Betriebsgewinns, berechnete UBS. Indem Constellation sich von solchen Produktsegmenten trennt, kann sich die Firma auf die mittlere bis gehobene Kategorie konzentrieren, zu der die schnell zulegende Marke Svedka Vodka zählt, und gleichzeitig Liquidität sammeln, um einen Teil ihrer eigenen Schulden abzubezahlen.

Sazerac, ein Spirituosenhaus aus New Orleans in Privatbesitz, zahlt insgesamt 334 Mill. Dollar. Der Kredit von Constellation über 60 Mill. Dollar ist mittelfristig angelegt und wirft elf Prozent ab, berichtet Stifel Nicolaus. Sicher, mit der Gewährung des Kredits hat sich Constellation dem weiteren Schicksal von Sazerac ausgesetzt. Aber sie kennt die Aussichten für die Marken, die sie verkauft hat, und die beiden Firmen haben zudem noch eine Übereinkunft getroffen, dass Sazerac für Constellation Abfülldienste übernimmt, wodurch Constellation noch zuversichtlicher sein kann, was die zukünftige Entwicklung ihres Schuldners angeht.

Sazerac wäre wahrscheinlich nicht in der Lage gewesen, auf den kränkelnden und risikoscheuen Kapitalmärkten auf eigene Faust zu diesem Zins einen Kredit aufzutreiben. Aber Constellation hat Berge von Liquidität angehäuft - 160 Mill. Dollar allein in den letzten neun Monaten -, so dass sie über die Ressourcen verfügte, um den Kredit einzurichten.

Vom Umfang her zwar moderat, zeigt der Verkauf von Constellation aber immerhin, dass Abschlüsse, die strategisch sinnvoll sind und nicht von den Launen der Kreditanbieter abhängen, immer noch durchgezogen werden können. Man muss nur ein wenig mehr Kreativität walten lassen, bevor man auf den Vollzug anstoßen kann.

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