Unternehmensgewinne
Was Caterpillar und Blackrock verbindet

Die Krise trifft alle Branchen. Bestes Beispiel sind Caterpillar und Blackrock. Trotz völlig unterschiedlicher Geschäftsmodelle brechen Umsätze und Gewinne ein. Es scheint keine Zuflucht vor dem Abschwung zu geben.
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Caterpillar ist ein Baumaschinenhersteller aus dem Kernland der USA. Blackrock ist ein in New York ansässiger Geldmanager. Und doch sind bei beiden Firmen im Vorjahresvergleich die Quartalsumsätze um mehr als 20 Prozent und die bereinigten Gewinne um etwa 60 bis 70 Prozent gesunken. Dies unterstreicht, dass es kaum eine Zuflucht vor den globalen wirtschaftlichen Schwierigkeiten gibt. Die politisch Verantwortlichen werden sich neuen Fragen stellen müssen.

Der Schwermaschinenproduzent, der in der für die Mitte Amerikas so typischen Stadt Peoria beheimatet ist, hat im Berichtsquartal den ersten Verlust seit 1992 ausgewiesen. Lässt man die Kosten für Entlassungen außen vor, verbuchte Caterpillar allerdings einen moderaten Gewinn von 237 Mill. Dollar. Der Gesamtumsatz belief sich auf 9,2 Mrd. Dollar, wobei in Nordamerika ein Rückgang um 24 Prozent festzustellen war. In Europa, Afrika und im Nahen Osten brach der Umsatz sogar noch stärker ein. Nur Asien entwickelte sich relativ stetig.

Damit macht sich wieder bemerkbar, welch globale Auswirkungen niedrigere Rohstoffpreise und geringer verfügbare Kredite auf die Kunden von Caterpillar haben. Als leidvolle Konsequenz hat das Unternehmen in den vergangenen Monaten rund 10 000 Vollzeitstellen abgebaut - das entspricht zehn Prozent der Gesamtbelegschaft.

Auch bei Blackrock wurden Arbeitsplätze abgebaut, wenn auch nur um drei Prozent im Berichtsquartal. Bei knapp unter einer Mrd. Dollar an Quartalseinnahmen erwirtschaftete Blackrock einen bereinigten Gewinn von 110 Mill. Dollar. Das waren fast 60 Prozent weniger als im vergleichbaren Vorjahreszeitraum.

Doch damit hören die Gemeinsamkeiten auch schon auf. Die rund 100 000 Mitarbeiter von Caterpillar, davon etwa die Hälfte in den USA, stellen Bagger her. Zwar qualifiziert sich der Finanzbereich der Firma für das Programm der US-Regierung zur Stützung der Kreditvergabe. Davon abgesehen profitiert Caterpillar aber kaum von den staatlichen Maßnahmen. Die für Infrastrukturausgaben vorgesehene Komponente des Konjunkturpakets der Obama-Regierung empfand das Unternehmen als "enttäuschend", auch wenn der US-Präsident Caterpillar besonders hervorgehoben hatte, als er für das Paket warb.

Die etwa 5 000 Angestellten bei Blackrock dagegen verwalten Geld. Dank der Umsicht ihres Chefs Larry Fink konnte sich die Gesellschaft aus dem schlimmsten Ungemach der Kreditkrise heraushalten. Jetzt profitiert die Firma, zusammen mit anderen aus der Branche, nicht nur generell von der staatlichen Unterstützung für Finanzvermögenswerte, sondern speziell auch noch vom Asset Management und den Beratungstätigkeiten im Zusammenhang mit den Rettungsaktionen für die Banken.

Eigentlich sollte es politisch und wirtschaftlich eindeutig sinnvoll sein, die Auswirkungen der Rezession auf rentable Industrie-Unternehmen wie Caterpillar - im Kontrast zu Katastrophenfällen wie Chrysler und General Motors - abzufedern. Doch die Regierung scheint das Geld vor allem für den Finanzsektor reserviert zu haben, dessen konkreter Beitrag zur breiteren Wirtschaft weit weniger offensichtlich ist.

Die Beschaffenheit der Krise mag diese Entscheidung bisher rechtfertigen. Aber die politisch Verantwortlichen sollten das große Ganze im Auge behalten. Auf jeden Fall sollten sie zumindest ihre Urteilskraft nicht durch den Einfluss des Finanzsektors eintrüben lassen.

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