US-Banken: Bonuszahlungen besser vorsichtig behandeln

US-Banken
Bonuszahlungen besser vorsichtig behandeln

Der US-Präsident verdammt Banken, die trotz staatlicher Hilfszahlungen Boni ausschütten. Er hat schon recht, viele Ausschüttungen sind übertrieben und die politische Aufmerksamkeit ist ihm gewiss. Aber Politiker sollten sich lieber zurückhalten, Vergütungsmodelle vorzuschreiben – sie könnten sich gegen ihre Verfechter wenden und auf sie zurückfallen.

US-Politiker wettern zunehmend gegen die Bonuspraxis an Wall Street. Präsident Obama ist der Meinung, Banken, die Boni ausschütten nachdem sie staatliche Hilfszahlungen kassiert haben, handelten "schändlich" und "unverantwortlich". Senator Chris Dodd verlangt von der Regierung, einige der Banker dazu zu zwingen, die Sonderzahlungen wieder zurückzugeben. Das viele Ausschüttungen zu hoch ausfielen, damit haben die Politiker recht. Und die Diskussion sorgt für politischen Wirbel. Aber Politiker sollten sich lieber zurückhalten, Vergütungsmodelle vorzuschreiben - sie könnten sich gegen ihre Verfechter wenden und auf sie zurückfallen.

Die Banken unternehmen bereits Schritte, die Vergütung stärker an Leistung und Erfolg zu knüpfen. Einige, wie Morgan Stanley und UBS, verbinden die Zahlungen bereits mit gestaffelten Auflagen. Und die Bonuszahlungen fielen im vergangenen Jahr schon 50 Prozent geringer aus. Zugegeben, das sind immer noch 18 Milliarden Dollar, allein in den US-Institutionen, die zusammengenommen einige hundert Milliarden Dollar verloren haben und staatliche Hilfe in Rekordsummen in Anspruch genommen haben. Dadurch sieht es so aus, als sei die nächste Razzia garantiert.

Aber solange die Regierung die Banken nicht wirklich verstaatlicht - kein unrealistisches Szenario - sollte es an den Aktionären liegen, Rückgrat zu zeigen und vernünftige Renditen sowie Gehaltsreformen zu fordern, wenn sie schon bereit sind, zusätzliches Kapital aufzubringen.

Das Problem einer staatlichen Gehaltsregulierung im Sinne Dodds läge dagegen darin, dass je nach Zuständigkeit unterschiedliche Regeln aufgestellt würden. Unternehmen, die unter weniger interventionistischen Gerichtsbarkeiten operieren, haben es in diesem Fall leichter, Talente zu rekrutieren - was wiederum eine wichtige Voraussetzung ist, gewinnbringende Geschäftsfelder an sich zu ziehen.

Wenn sich die Zeiten wieder ändern, dürften die Anleger genau auf diese Banken setzen und nicht auf die anderen, die sich in Krisenzeiten an den Aktionärsinteressen orientierten und weniger hochkarätige Fachkräfte einstellten. Die zur Sparsamkeit verdammten Banken könnten dadurch wiederum daran gehindert werden, schnell wieder Gewinn zu machen. Damit sinkt die Wahrscheinlichkeit, dass der Staat alle investierten Steuergelder zurückerhält.

Aktionäre können sich dagegen frei für ihre Bank entscheiden, unabhängig davon, unter welcher regulatorischen Aufsicht sie steht.

Dabei werden sie die Bankenlandschaft auch anhand ihrer Gehaltsmodelle und-reformen beurteilen. Während der Boomjahre haben sie sich nicht darum gekümmert. Aber jetzt, wo die Banken nach Kapital lechzen und die Aktionäre sich auf massive Verluste und geringere Renditen einstellen müssen, haben die Anteilseigener die Gelegenheit und den Anreiz auch die Gehaltsmodelle unter die Lupe zu nehmen.

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