US-Banken: Was du heute kannst besorgen

US-Banken
Was du heute kannst besorgen

Eine Reihe von amerikanischen Banken hat sich schon Kapital beschafft, um vergangene Fehltritte abzudecken. Vor dem Hintergrund einer drohenden Rezession ist es aber klug, für die Zukunft vorzubauen und sich auch gegen mögliche zukünftige Verluste abzusichern.

Amerikanische Banken haben sich schon in großem Stil Kapital beschafft. Aber sie werden vielleicht noch mehr brauchen. Merrill Lynch und Citigroup benötigen laut Zeitungsberichten zusammen noch einmal mindestens 14 Mrd. Dollar.

Die Mittel, die sie bisher erhalten haben, haben sie eingesetzt, um vergangene Fehltritte auf den Hypothekenmärkten abzudecken. Aber die Banken müssen möglicherweise ihre Bilanzen auch gegen zukünftige Verluste absichern – etwa bei Kreditkarten, bei Überbrückungskrediten für fehlgeschlagene Übernahmen und bei Gewerbeimmobilien.

Citigroup etwa soll bald neue Kapitalspritzen erhalten, und zwar von einer chinesischen Bank und von dem saudiarabischen Prinzen Alwaleed bin Talal, der schon seit langem umfangreich in die US-Bank investiert.

Citigroup hatte im vergangenen Quartal sechs Mrd. Dollar abgeschrieben und könnte in diesem Quartal weitere Verluste über 18 Mrd. Dollar ausweisen, schätzen Analysten. Die Bank hat bereits Kapitalzusagen über zwölf Mrd. Dollar verbucht und könnte sich noch einmal zehn Mrd. Dollar beschaffen. Weitere 7,5 Mrd. Dollar könnten zusammenkommen, wenn das Institut die Dividende halbiert und seinen Anteil an der brasilianischen Kreditkartengesellschaft Redecard verkauft. Alles zusammengenommen, errechnet sich ein zusätzliches Kapital von 5,5 Mrd. Dollar, das ausreichen könnte, um die von Citigroup angestrebte Kernkapitalquote von 7,5 Prozent zu übertreffen. Aber für künftige Probleme bleibt dann kaum ein Puffer.

Und die Anzeichen für einen Abschwung mehren sich. Eine wachsende Zahl von Verbrauchern kommt ihren Kreditkartenzahlungen nicht mehr rechtzeitig nach. Die Arbeitslosigkeit steigt. Die Einzelhandelsumsätze im Dezember sind enttäuschend ausgefallen. Immer mehr Volkswirte, darunter die Analysten von Morgan Stanley und Goldman Sachs, rechnen mit einer Rezession.

Wenn sich die Bedingungen verschlechtern, müssen einige Institute vermutlich ihre Bilanzen stärken. Diejenigen, die jetzt handeln, um dem großen Andrang vorzugreifen, können sich wahrscheinlich bessere Konditionen sichern. Es gibt weniger Wettbewerb und ihre Aktienkurse werden nicht so sehr unter einem Marktabschwung gelitten haben.

Banken wollen natürlich auch nicht zu viel Kapital. Aber es ist klug, für das Schlimmste gerüstet zu sein. Darüber hinaus könnten sich mitten in dem Gemetzel auch einige günstige Gelegenheiten ergeben. Einige tun sich jetzt schon auf – die Bank of America hat Countrywide gekauft und J.P. Morgan Chase soll Berichten zufolge an Washington Mutual herangetreten sein. Angespannte Bilanzen verhindern, dass Citigroup, Wachovia, SunTrust und andere solch potenziell lukrative Abschlüsse überhaupt auch nur in Erwägung ziehen.

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