US-Bankenrettungsplan
Unter der schützenden Plane

US-Finanzminister Hank Paulson mag mit seinem Kapitalbeteiligungsprogramm auf eine Ankurbelung der Kreditvergabe abgezielt haben. Aber dieser Teil des allgemeinen Bankenrettungsplans hat sich de facto in ein Vertrauensvotum für die Fähigkeit der Institute verwandelt, die Krise zu überleben. Seit Anfang des Wochenendes haben mehr als ein Dutzend US-Finanzinstitute eilends die Teilnahme beantragt.

Die Hoffnungen, die US-Finanzminister Hank Paulson eigentlich für seinen mit Tarp, also etwa “schützende Plane“, abgekürzten Rettungsplan für die amerikanische Finanzindustrie gehegt hatte, verblassen immer mehr. Paulson hatte ursprünglich erreichen wollen, dass die 250 Mrd. Dollar, die er zur Rekapitalisierung der Banken des Landes beiseite gelegt hatte, dazu eingesetzt werden sollten, die Kreditvergabe wieder anzutreiben. Das hatte schon nach einem Kraftakt ausgesehen, als er das Programm vor ein paar Wochen eingeführt hatte. Jetzt hat sich diese freiwillige Möglichkeit, die Finanzkraft aufzubessern, de facto in ein Vertrauensvotum für die Fähigkeit der Banken verwandelt, die Krise zu überleben. Das ist einer der Hauptgründe, warum mehr als ein Dutzend regionaler und kleinerer Banken sich dafür entschieden hat, um eine Kapitalspritze der Regierung zu ersuchen und zusammen genommen rund 24 Mrd. Dollar aufgenommen hat. Bis zum Ende der vergangenen Woche hatten die meisten immer noch darüber nachgedacht – schließlich läuft die Frist, zu der man sich um Bares bewerben kann, erst in fast drei Wochen ab.

Aber die Übernahme der taumelnden National City durch die Konkurrentin PNC – die auch mit Tarp-Kapital finanziert wird – vom vergangenen Freitag hat es allen eindeutig klar gemacht, dass nur jene Banken, die als gut gehendes Geschäft betrachtet werden, auch wirklich an das Geld kommen. Aktien von Finanzinstituten, bei denen man davon ausgeht, dass sie zu viele problematische Vermögenswerte halten, rauschten in den Keller – Regions Financial waren im Tagesvergleich um ein Zehntel gefallen.

In diesem Markt, in dem sich angenommene Schwächen schnell in eine Pleite verwandeln können, lief plötzlich jeder Bankmanager, der sich nicht der Vorteile des Tarp bemächtigte, Gefahr, die Botschaft auszusenden, dass er tatsächlich abgelehnt worden ist. Natürlich sitzen nicht alle Banken in diesem Boot. Die relativ robuste US Bancorp hat sich bisher zurückgehalten und darunter auch nicht gelitten. Aber es gibt noch andere Gründe, das Geld zu nehmen: Die fünfprozentige jährliche Dividende für die ersten fünf Jahre stellt einen kostengünstigen Weg dar, um die Bilanz zu stützen. Und diejenigen, die nicht zugreifen, könnten im Wettbewerb ins Hintertreffen geraten.

Aber es ist nicht die langfristige Planung, die in diesen Tagen ganz oben auf der Tagesordnung steht. Als sicher erachtet zu werden, hat oberste Priorität. Wenn dies bedeutet, dass man dafür ausschwärmen muss, um sich die offizielle Zustimmung der US-Regierung abzuholen, dann soll dies wohl so sein.

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