US-Bankensektor
Einlagensicherung: Schlechtes Timing

Das US-Einlagensicherungsinstitut FDIC will die Prämien, die sie für die Sicherung von Privatkundenkonten in Rechnung stellt, erhöhen. Auch wenn diese zugegebenermaßen billig sind, ist der Zeitpunkt für eine Anhebung schlecht gewählt. Wie die Eigenkapitalanforderungen sollten auch die Versicherungsprämien erst überdacht werden, wenn die Krise vorüber ist.

Sheila Bair hatte mehr als genug schlechte Nachrichten im Gepäck, als sie den aktualisierten Quartalsbericht über den Zustand des amerikanischen Bankensektors präsentierte. Da immer mehr Banken scheiterten und die Einlagen schnell wüchsen, müsse das US Federal Deposit Insurance Corporation-Einlagensicherungsinstitut (FDIC) die Prämien erhöhen, kündigte die Chairwoman des FDIC an. Das ist schlechtes Timing - besonders da Bair unmittelbar vor dieser Ankündigung die Banken noch gedrängt hatte, ihre Dividendenpolitik zu überdenken, um liquide Mittel zu sparen. Es ist zwar scheinbar unabdingbar, die Prämienzahlungen zu erhöhen, aber dieser Schritt wird das ohnehin schon erschöpfte Kapital angeschlagener Banken noch mehr angreifen.

Zugegeben, die Prämien sind derzeit äußerst billig. Die momentane Spanne erstreckt sich von 0,12 bis 0,50 Prozent der versicherten Einlagen, abhängig von den Risiken der Bank. Für ein Institut der Größe der Citigroup lägen die Zahlungen am oberen Ende dieses Prämienspektrums bei nur etwa 1,45 Mrd. Dollar im Jahr. Und als sich selbst finanzierende Organisation muss das FDIC risikobasierte Sätze erheben, um über genug Reserven zu verfügen, um jedes Konto eines privaten Einlegers glaubwürdig mit bis zu 250 000 Dollar absichern zu können - und die Glaubwürdigkeit des Instituts ist einer der Hauptgründe, warum es in den USA noch nicht in großem Stil zu einem Sturm auf die Banken gekommen ist.

Aber wie bei den risikobasierten Kapitalanforderungen kann sich eine solche Politik pro-zyklisch auswirken und die Ressourcen der Banken dann beschneiden, wenn sie am meisten gebraucht werden. Sowohl die Prämienpolitik der FDIC als auch die Politik zur vorgeschriebenen Kapitalausstattung sollten erst dann neu überdacht werden, wenn die Krise vorüber ist. Es wäre sinnvoller, in guten Zeiten einen Betrag knapp über den gängigen Marktsätzen in Rechnung zu stellen - und die Banken dazu zu zwingen, schussfeste Bilanzen aufzubauen -, so dass das FDIC sich selbst ein Polster schaffen und dann mit Prämienerhöhungen warten kann, wenn diese den größten Schaden anrichten würden.

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