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US-Bankenverstaatlichung: Das Weiße Haus schläft nie

Die US-Regierung will nach eigenem Bekunden nicht in den Besitz von Banken gelangen, aber sie will, dass die Institute angemessen mit Kapital von hoher Qualität ausgestattet sind. Wenn man annimmt, dass dies ein Verhältnis des um die immateriellen Vermögenswerte reduzierten Stammkapitals zum Sachanlagevermögen von drei Prozent bedeutet, dann könnte die US-Regierung letztendlich 59 Prozent an Citigroup und 19 Prozent an der BofA halten.

von Hugo Dixon (breakingviews.com)

Die Regierung von Barack Obama will nicht in den Besitz der führenden Banken Amerikas gelangen. Aber es wird den US-Präsidenten große Mühe kosten, nicht schließlich doch auf einer großen Portion an der Citigroup sitzen zu bleiben. Das scheint damit impliziert zu werden, wenn die Regierungsvertreter darauf bestehen, dass die Banken "angemessen mit Kapital von hoher Qualität ausgestattet" sein sollen.

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Was genau die US-Regierung unter Kapital von hoher Qualität versteht, wurde nicht näher ausgeführt. Aber sie hat erklärt, dass das neue Kapital aus einer speziellen Kategorie von Vorzugsaktien bestehen soll, die bei Bedarf in Stammaktienkapital gewandelt werden, damit die Banken gut kapitalisiert bleiben. Das legt nahe, dass sich die Regierung darauf konzentriert, das um immaterielle Vermögenswerte reduzierte Stammkapital, oder Tangible Common Equity, kurz TCE, welches das Kapital höchster Güte darstellt und enger gefasst ist als die Kernkapitalquote, über einer bestimmten Mindestschwelle zu halten.

Auch die Definition der "angemessenen Kapitalisierung" ist die Regierung schuldig geblieben. Aber wenn Investoren das TCE untersuchten, dann vergleichen sie diesen Messwert gewöhnlich mit dem Sachanlagevermögen. Das Verhältnis zwischen dem TCE und den Sachanlagen bei Citigroup beläuft sich derzeit auf 1,5 Prozent, das der Bank of America auf rund 2,5 Prozent. Dies sieht in beiden Fällen niedrig aus. Stärkere Banken wie JPMorgan weisen eine Quote von bis zu vier Prozent auf.

Angenommen Obamas Team schweben drei Prozent als Schwelle vor, dann würde Citigroup ihr Eigenkapital um etwa 28 Mrd. Dollar aufstocken müssen. Die BofA würde zehn Mrd. Dollar benötigen. Dies könnte erreicht werden, indem ein Teil der bestehenden Vorzugsaktien der US-Regierung über 45 Mrd. Dollar bei jeder Bank gewandelt wird, anstatt neues Geld zuzuschießen.

Eine weitere Annahme muss getroffen werden, um auszurechnen zu können, wie groß die Beteiligung der Regierung letztendlich ausfallen könnte: Der Kurs, zu dem die Vorzugs- in Stammaktien gewandelt werden. Die US-Regierung hatte erklärt, dass dies zu einem "moderaten Abschlag" gegenüber den Kursen der Banken zum 9, Februar über die Bühne gehen soll. Legen wir einen Abschlag um zehn Prozent zugrunde, dann bleibt die Regierung mit 59 Prozent an Citigroup und mit 19 Prozent an der BofA zurück.

Die Regierung könnte sich immer noch aus dem Besitz eines Mehrheitsanteils an Citigroup herauszuwinden versuchen, indem sie zum Beispiel festlegt, dass die relevante Schwelle beim Verhältnis zwischen TCE und Sachanlagevermögen 2,5 Prozent und nicht drei Prozent beträgt. Damit bliebe ihr Anteil an Citigroup ganz knapp unter 50 Prozent und die BofA würde ganz ohne Staatsbeteiligung davonkommen. Ob die Investoren dies dann als Zeichen der Sicherheit oder als semantisches Spielchen werten würden, steht natürlich auf einem anderen Blatt.

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