US-Geschäft im freien Fall
Cash-Fresser GM

Das US-Geschäft von GM befindet sich im freien Fall, die Liquiditätslage verschlechtert sich und die Abschreibungen scheinen kein Ende zu nehmen. Schlimmer noch: GM scheint noch weniger bereit zu sein als Ford, der Realität ins Auge zu sehen und sich auf kleine Autos zu konzentrieren. Solange der Autobauer dies nicht einsieht, sollten die Investoren seinen Plänen, Kapital zu sammeln, die kalte Schulter zeigen.

Der Verlust von GM über 15,5 Mrd. Dollar im zweiten Quartal ist noch nicht einmal das Allerschlimmste. Das US-Geschäft des Autobauers befindet sich im freien Fall, die Liquiditätslage verschlechtert sich und die Abschreibungen scheinen kein Ende zu nehmen. Schlimmer noch: GM zeigt eine noch geringere Bereitschaft als Ford, der Realität ins Auge zu blicken und sich auf kleine Autos zu konzentrieren. Es besteht wenig Anlass zur Hoffnung, dass das Milliardenloch irgendeine Art von Lösung nach sich zieht.

Der Detroiter Autohersteller hat mit mannigfaltigen Problemen zu kämpfen, doch die größten Kopfschmerzen bereitet ihm die Tatsache, dass immer mehr Amerikaner keine großen Autos und Laster mehr kaufen wollen. Der Absatz von GM in Nordamerika ist um sage und schreibe 33 Prozent gefallen. Das hat aufgrund der hohen Festkosten des Unternehmens nicht nur zu einem Betriebsverlust geführt hat, es hat auch dem Leasing-Geschäft der Firma großen Schaden zugefügt. Wie viel Spielraum hat GM also noch

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Der Autogigant verfügt über Barmittel und nicht in Anspruch genommene Kreditlinien über 26 Mrd. Dollar. Und er schätzt, dass Kostensenkungsbemühungen, Kürzungen bei den Investitionen und das Aussetzen der Dividende bis zum Ende des kommenden Jahres weitere liquide Mittel über zehn Mrd. Dollar schaffen sollten. Das hört sich nach einer Menge Geld an.

Aber man sollte nicht vergessen, dass GM davon ausgeht, verfügbare Barmittel von bis zu 14 Mrd. Dollar zu benötigen, um weitermachen zu können. Bleibt die Firma darunter, gerät sie bei den Zahlungen an die Zulieferer und bei den Barmitteln für das laufende Geschäft in die Klemme. Darüber hinaus hat GM in diesem Jahr pro Monat rund eine Mrd. Dollar verbrannt. So lange die Wirtschaft schwach und die Benzinpreise hoch bleiben, gibt es wohl kaum einen Zweifel daran, dass der Barmittelabfluss weitergeht.

Vorausgesetzt, es kommt zu keinen weiteren unerwarteten Abschreibungen, dann sollte das Unternehmen über genug Cash verfügen, um die nächsten Jahre zu überstehen. Um für ein etwas dickeres Polster zu sorgen, will GM Vermögenswerte verkaufen und an den Kapitalmärkten bis zu drei Mrd. Dollar sammeln. Das Problem dabei ist, dass GM ein wenig beneidenswertes Talent an den Tag gelegt hat, unerwartete Verluste zu bauen - daher könnte der Geldhaufen vielleicht gar nicht so weit reichen, wie die Firma hofft. Und es gibt keine Garantie dafür, dass die Kostensenkungen und die Pläne zum Verkauf von Vermögenswerten auch wirklich Früchte tragen.

Die GM-Spitzenmanager müssen einen überzeugenden Plan präsentieren, der zeigt, dass sie nicht nur die Verluste stemmen, sondern auch nachhaltige Gewinne schaffen können - was auch eine mutigere Verlagerung weg von Benzin fressenden Monstern hin zu kleineren Autos beinhaltet. Bevor sie dies nicht tun, sollten die Investoren den Plänen von GM, Kapital zu sammeln, die kalte Schulter zeigen.

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