US-Hypothekenplan
Finanziere deinen Nächsten!

Es ist legitim, Wohnungsbaudarlehen zu modifizieren, um die Kosten, den schädlichen Einfluss und das menschliche Konfliktpotenzial von Zwangsvollstreckungen zu vermeiden. Anders als bei der Rettung der Wall Street wird dadurch gewöhnlichen Mitbürgern geholfen. Aber umsichtige amerikanische Steuerzahler werden das Gefühl nicht los, übers Ohr gehauen zu werden.

Man kann es einfach nicht immer allen Recht machen. Die für die amerikanische Wohnungsbaufinanzierung zuständigen Aufsichtsbehörden preisen einen neuen Plan an, um den Prozess zu vereinfachen, wie man die Zahlungskonditionen für in Schwierigkeiten geratene Hypothekendarlehensnehmer erleichtern kann. Es ist legitim, Wohnungsbaudarlehen zu modifizieren, um die Kosten, den schädlichen Einfluss und das menschliche Konfliktpotenzial von Zwangsvollstreckungen zu vermeiden. Und anders als bei der Rettung der Wall Street dringt man dadurch bis zu den Hypotheken vor, die die Kreditkrise überhaupt erst ausgelöst haben. Aber umsichtige US-Steuerzahler könnten sich dennoch übers Ohr gehauen fühlen.

Die Idee dreht sich darum, die vom Staat kontrollierten Immobilienfinanzierungsriesen Fannie Mae und Freddie Mac dazu zu bewegen, gewissen Kreditnehmern, die mit ihren Zahlungen im Rückstand sind - anfangs vielleicht hunderttausende - unter die Arme zu greifen, indem man deren monatliche Hypothekendarlehenskosten auf 38 Prozent ihres Einkommens reduziert. Man will dies erreichen, indem man die Zinsen senkt, Kreditfälligkeiten verlängert oder, falls notwendig, vielleicht sogar die Darlehenssumme abschreibt.

Es hat schon etwas für sich, die Unsicherheiten und Verhandlungen zu beenden und spezifische Standards festzulegen, so dass die Modifizierungen schneller umgesetzt werden können. Schließlich kosten Zwangsvollstreckungen die Kapitalgeber Geld, verwandeln manchmal ganze Wohngebiete in Schandflecken und können Familien obdachlos machen. Und dieser Plan entlässt die Darlehensnehmer ja auch nicht völlig aus ihrer Verantwortung - 38 Prozent des Einkommens sind immer noch ziemlich happig.

Darüber hinaus sind Immobilienfinanzierer im privaten Sektor, wie etwa die Citigroup, eindeutig der Ansicht, dass eine Abänderung der Hypothekenkreditkonditionen besser ist als die Alternative der Zwangsvollstreckung, weshalb sie an eigenen Umschuldungsprogrammen arbeiten. Und anders als bei der Rettung der Wall Street-Banken wird hier wenigstens ganz gewöhnlichen Menschen geholfen. Und der Ansatz hat durchaus die Chance, sich stabilisierend auf den US-Immobilienmarkt auszuwirken.

Aber indem Hypothekendarlehensnehmern von Fannie und Freddie geholfen wird, fallen die Kosten - die enorm werden könnten - schließlich auf alle Steuerzahler zurück. Wer immer schon vom eigenen Heim geträumt hat, dabei aber nie auf die Idee kam, sich völlig zu überschulden, um tatsächlich ein Haus zu kaufen, könnte sich zu Recht für seine Umsicht bestraft fühlen. Außerdem besteht die klitzekleine Chance des Missbrauchs - wenn nämlich mehr Kreditnehmer zu der Ansicht gelangen, ihren Zahlungen nicht mehr

nachkommen zu dürfen, nur um sich für das Programm zu qualifizieren.

Doch selbst diese Form der moralischen Anfechtung erscheint nicht so gravierend, wenn man an die Unterstützung denkt, die die Regierung hoch bezahlten Managern von Finanzinstituten zukommen lässt, die Milliarden verloren haben. Aber sie illustriert die Probleme, denen sich die US-Regierung gegenüber sieht: Wie auch immer ein Rettungspaket geschnürt ist, es wird immer auch Wähler geben, die sich davon übers Ohr gehauen fühlen.

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