US-Immobilien
Der Blues der Häuslebauer

Die Preise für Häuser auf dem US-Immobilienmarkt sind schon jetzt stärker gefallen als während der letzten Krise. Aber es sind immer noch zu viele bereits bestehende Häuser zu haben. Der Durchschnittspreis ist gegenüber den Spitzenwerten um acht Prozent gefallen. Um den Markt wieder ins Gleichgewicht zu bringen, ist ein noch kräftigerer Rückgang nötig. Das bedeutet noch mehr Leid auf dem Markt für Hypothekentitel.

Wenn die Lagerbestände steigen, fallen die Preise. Diese Grundregel der Wirtschaft greift auch auf dem taumelnden Immobilienmarkt in den USA. Sie erklärt, warum die Preise stärker gefallen sind als während der letzten Wohnungsbaukrise 1990 und 1991, und warum weitere Rückgänge fast unausweichlich sind.

Die Preise, die man genau beobachten muss, sind die der bestehenden – im Gegensatz zu neu gebauten – Häusern. Auf den Markt für Bestandsimmobilien entfallen fast neun Zehntel aller Transaktionen. In den Krisenjahren 1990 und 1991 war der Durchschnittspreis um maximal 6,4 Prozent gefallen, berichtet die National Association of Realtors. Jetzt ist die Lage noch schlimmer. Der Durchschnittspreis ist im Oktober gegenüber den Spitzenwerten Mitte 2006 um acht Prozent gesunken.

Auch auf dem viel kleineren Markt für neue Eigenheime zeigt sich ein düsteres Bild. Die Wohnungsbauer haben ihre Preise dramatisch gesenkt. Der Durchschnitt lag im Oktober um 13 Prozent niedriger als im Vorjahr. Zudem wurde viel weniger gebaut. Daher konnten die Bestände an nicht verkauften neuen Eigenheimen verringert werden, obwohl der Verkauf im Oktober um 23,5 Prozent auf Jahresbasis eingebrochen war. Leider war die Bestandsminderung aber mit lediglich 12 000 Häusern äußert gering.

Auf dem Markt für bestehende Häuser geht der Bestand immer noch nach oben. Im Oktober ist er um 82 000 auf 4,45 Mill. Einheiten geklettert. Bei der derzeitigen Nachfrage reicht das Angebot für 10,8 Monate – das ist der schlechteste Wert seit Beginn der Datenerhebung 1999. Der bisherige Preisrückgang reicht noch nicht einmal annähernd aus, um den Markt wieder ins Gleichgewicht zu bringen. Da muss noch mehr kommen.

Warum fallen die Preise jetzt stärker als 1991? Der US-Wohnungsbau hatte in den achtziger Jahren zwar einen Boom erlebt, aber es gab viel weniger spekulative Übertreibungen als in den letzten paar Jahren.

Diese Blase ist geplatzt, sogar ohne dass es dazu einer Rezession bedurft hätte. Aber der Rückgang auf dem Immobilienmarkt und seine finanziellen Auswirkungen könnten noch eine Rezession auslösen, auch wenn die kräftigen Exporte dem positiv entgegenwirken. Aber der Druck seitens des Immobiliensektors wird auch in den kommenden Monaten noch nicht nachlassen. Und das wiederum bedeutet, dass der Markt für Hypothekentitel noch einmal einen Rückschlag erleiden könnte, bevor es wieder aufwärts geht.

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