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US-Investmentbanken: Goldman Sachs: Nur teilweise gut

Die Eigenkapitalrendite von 23 Prozent, die Goldman Sachs erzielt hat, nachdem großzügigen Boni Rechnung getragen wurde, ist ein Zeichen wiedererlangter Robustheit im Wertpapierhandelsgeschäft. Aber die Rettung des Finanzsystems hat sich noch nicht sonderlich positiv auf die Realwirtschaft ausgewirkt, oder gar auf das gute alte Bankgeschäft.

von Edward Hadas (breakingviews.com)

Goldman Sachs ist gewiss kerngesund. Die hohen Gewinne und das stattliche Vergütungsniveau der Bank machen dem guten Management, cleveren Mitarbeitern und einer machtvollen Rettungsaktion im Finanzsektor durch Regierungen und Zentralbanken rund um den Globus alle Ehre.

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Erst im vergangenen September hatte Goldman den Rechtsstatus geändert, um unter die schützenden Fittiche der US-Notenbank Federal Reserve schlüpfen zu können. Dann tauchte die Frage auf, ob das Brokerhaus seine Vermögenswerte von 1,1 Bill. Dollar ohne staatliche Hilfe denn absichern könne.

Die Bilanz der Bank ist jetzt um 18 Prozent geschrumpft - und präsentiert sich in einer sehr guten Verfassung. Die für das Quartal ausgewiesene Eigenkapitalrendite von 23 Prozent ist an sich schon eindrucksvoll, doch sie spielt die zugrunde liegende Rentabilität eher noch herunter. Würde das jährliche Vergütungsniveau, das für einen Goldman-Mitarbeiter im Durchschnitt zurückgelegt wurde, großzügige 200.000 Dollar betragen und nicht die umwerfenden tatsächlichen 770.000 Dollar, dann hätte die Eigenkapitalrendite eher bei 40 Prozent gelegen.

Der politische Kurs der US-Regierung hat dazu beigetragen, dass der Wertpapierhandel, auf den 65 Prozent der Einnahmen von Goldman entfielen, sich als so rentabel erwies. Und dabei können wir die staatliche Unterstützung für die Versicherungsgesellschaft American International Group, eine große Gegenpartei von Goldman, ruhig einmal ausklammern. Das ganze Geschäft wäre weit weniger lukrativ, lägen die Leitzinsen nicht fast bei Null und würde die Zentralbank in Schwierigkeiten geratene Vermögenswerte nicht üppig finanzieren.

Goldman mag den Maßstab festlegen, aber andere Banken mit großen Handelsbereichen dürften ebenfalls starke Ergebnisse ausweisen. Aus Sicht dieses risikofreudigen Teils des Finanzsystems scheinen die für die Politik Verantwortlichen die Finanzkrise auf brillante Weise gelöst zu haben.

In anderen Bereichen jedoch sind die Belege dafür bestenfalls durchmischt. Die Arbeitslosigkeit ist auf dem Vormarsch und die Produktion liegt noch immer danieder. Eine Wende zum Besseren mag vielleicht bald einsetzen - einige Volkswirte deuten gar schon leise eine kräftige Erholung an, die noch vor dem Jahresende ihren Lauf nehmen könnte. Aber sie ist noch nicht zu greifen.

Ein Grund, warum sich daran zweifeln lässt, dass die guten Zeiten unmittelbar bevorstehen, besteht darin, dass die Rettungsaktionen für das gute alte Bankgeschäft auch nicht annähernd so hilfreich waren wie für den Wertpapierhandel. Die Leiden und der Druck auf das Kapital haben für die Banken kaum nachgelassen, die Hypothekenkredite, Kreditkartenverbindlichkeiten und Kredite an kleinere Unternehmen abschreiben müssen.

Ohne die Rettungsmaßnahmen wäre das gesamte Finanzsystem in einer weitaus schlimmeren Verfassung. Aber man darf sich schon einmal fragen, ob die Hilfe auch wirklich dahin gelangt ist, wo sie am dringendsten benötigt wurde.

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