US-Rettungspaket
Medizin ohne Wirkung

Die Panik des Patienten hat sich auch durch das Notfallpaket für die US-Banken über 700 Mrd. Dollar nicht gelegt. Die amerikanischen Finanzmärkte sind zusammen mit allen anderen Handelsplätzen weltweit eingebrochen. Erst im späten Handel konnte am Montag an der Wall Street wieder etwas Boden gut gemacht werden. Das Rettungsprogramm hilft wenig, die Kreditkrise dehnt sich vielmehr immer noch aus.

Das hat nun wahrlich nicht lange gehalten. Jegliche Hoffnung, dass das Rettungspaket der US-Regierung über 700 Mrd. Dollar für das marode amerikanische Bankensystem den von der Kreditkrise in die Panik getriebenen Patienten beruhigt, ist am Montag zunichte gemacht worden, nachdem die Aktienmärkte ihre synchronisierte Abwärtsbewegung fortgesetzt haben – auch wenn sich die US-Börsen gegen Ende des Handelstags ein wenig gefangen haben. Im Verlauf der Sitzung am Montag hatte der Dow Jones-Index um bis zu 800 Punkte verloren. Das in der vergangenen Woche verabschiedete Troubled Asset Relief Programme (Tarp) mag vielleicht kurzzeitig die Stimmung aufgehellt haben, aber es gibt gute Gründe dafür, warum seine Wirkung schnell nachgelassen hat.

Der Plan wird frühestens in ein paar Wochen greifen, unmittelbare Abhilfe kann er daher nicht bieten. Tatsächlich wird er auch dann vielleicht nicht viel dazu beitragen, die schwersten Probleme anzupacken, nämlich dass die Banken sowohl unzureichend kapitalisiert sind als auch verzweifelt an den Barbeständen festhalten, die ihnen noch geblieben sind. Da kurzfristige Kredite für Unternehmen aller Branchen austrocknen, wird die Realwirtschaft bereits in Mitleidenschaft gezogen. Die Firmen mögen zwar über Kunden verfügen, aber ohne Kredite für das Betriebskapital, um den Absatz oder die Distribution zu finanzieren, fahren viele ihr Geschäft zurück. Zudem zeichnet sich immer stärker ab, dass die Verbraucher ihre Anschaffungen auf das Notwendigste reduzieren. Alles in allem scheint es offensichtlich, dass sich eine böse Rezession zusammenbraut.

Außerdem hat der Finanzkrebs im Ausland Metastasen gebildet. Der Mythos der Abkopplungstheorie hatte ohnehin nie viel Sinn ergeben. Eine Flut von drohenden Bankpleiten in der vergangenen Woche in Europa hat deutlich gemacht, dass die Anfälligkeit des Bankwesens und die Exzesse bei den Vermögenswerten nicht auf die USA beschränkt sind. Wenn diese Verwerfungen auf die zugrunde liegenden Volkwirtschaften übertragen werden, und dies erscheint wahrscheinlich, würden die US-Exporte getroffen – und dies wiederum bedeutet nichts Gutes für einen der wenigen hellen Flecken innerhalb der amerikanischen Wirtschaft.

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