US-Rettungspakete und -pläne
US-Hypotheken: Endlich eine positive Überraschung

Mit seinem Plan, Zwangsvollstreckungen zu verringern, ist dem US-Präsidenten Obama ein cleveres Kunststück gelungen. Indem die Hypothekendienstleister und Kreditanbieter subventioniert werden, so dass sie Hypothekenzahlungen reduzieren können, verringert sich das Risiko der moralischen Gefährdung. Dies ist eine effiziente Form der staatlichen Intervention. Von allen Rettungsgeldern könnten diese am sinnvollsten angelegt sein.

Nachdem die Märkte von US-Finanzminister Tim Geithner und seinem dürftigen Plan zur Bankenrettung enttäuscht worden waren, hatten nur noch wenige Beobachter große Erwartungen an das Programm der Regierung von Barack Obama über 275 Mrd. Dollar, mit dem Zwangsvollstreckungen verringert werden sollen. Doch zur angenehmen Überraschung aller Beteiligten legte die Regierung jetzt einen elegant strukturierten Plan vor. Besonders die 75 Mrd. Dollar, die dafür vorgesehen sind, um Hypothekendienstleister und Kapitalgeber zu subventionieren, damit sie die Hypothekenzahlungen verringern können, könnte zu dem Teil aller Rettungsgelder gehören, der am sinnvollsten ausgegeben wird.

Die meisten Leute wollen in ihren Häusern bleiben - selbst wenn deren Wert unter den Hypothekenbetrag fällt. Dies bedeutet, dass eine Reduzierung von Zwangsvollstreckungen entweder über die Senkung der monatlichen Zahlungen oder über das Kürzen der Hypothekenkreditsumme erreicht werden kann. Da Letzteres den Markt für hypothekenbesicherte Wertpapiere sprengen würde, ist es richtig, sich auf die monatlichen Zahlungen zu konzentrieren.

Um dies bewerkstelligen zu können, will die US-Regierung teilweise die Senkung der Zinszahlungen durch die Kreditanbieter ausgleichen, basierend auf der finanziellen Situation der Darlehensnehmer. Die Gläubiger dürften eine geringe Herabsetzung der Zinsen der Unsicherheit und dem oft niedrigen Betrag vorziehen, den sie bei einer Zwangsvollstreckung beitreiben können. Die Hypothekendienstleister werden gleichzeitig 1 000 Dollar für jeden qualifizierten Hausbesitzer erhalten, der eine Hypothek modifizieren will. Das hört sich nun vielleicht nicht nach viel an, aber es reicht vermutlich aus, um die Dienstleister zum Mitspielen zu bewegen, da ihr Geschäft nur geringe Margen aufweist und es nicht in ihrem Interesse sein kann, wenn Hausbesitzer in Zahlungsverzug geraten.

Auch die weiteren Bestandteile des Plans sind umsichtig gestaltet. Sowohl die Kreditnehmer als auch die Dienstleister werden für fünf bzw. drei Jahre bis zu 1 000 Dollar jährlich erhalten, um ihre Kredite am Laufen zu halten. Die Regierung wird den Kreditanbietern und Dienstleistern Anreize in ähnlichem Umfang anbieten, die bestehende aktuelle Kredite, die gefährdet sind, modifizieren.

All diese Komponenten summieren sich zu einem Plan, der eine erstaunlich geringe moralische Gefährdung mit sich bringt. Den Hauseigentümern wird kein Anreiz geboten, mit den Hypothekenzahlungen in der Hoffnung aufzuhören, bessere Konditionen zu erhalten. Die Dienstleister und Kapitalgeber haben genug Nachteile zu tragen, so dass es für sie nicht sinnvoll wäre, nicht qualifizierte Kunden für das Programm vorzuschlagen.

Natürlich belohnt ein solches Programm diejenigen, die große Kredite aufgenommen haben, um sich damit Häuser zu kaufen, die sie sich gar nicht leisten könnten. Aber das Problem der Zwangsvollstreckungen ist so enorm, dass es politisch unabdingbar geworden war, zu handeln. Glücklicherweise sieht der Plan der Regierung gut durchdacht aus.

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