US-Tochter hat sich überlebt
UBS im Pech

Die im Umbau befindliche Schweizer Bankengruppe hat scheint’s die Chance verpasst, ihre US-Tochter loszuwerden. Nach wiederholten Diskussionen über einen Verkauf der ehemaligen Paine Webber sieht sich die UBS laut Meldungen nach neuen Chefs für das Unternehmen um. Sie sollten sich darauf konzentrieren, die Marke für potentielle Kunden attraktiv zu machen.
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Die US-Tochter hat sich überlebt. Was im Jahr 2000 einigermaßen sinnvoll erschien, als die UBS in Amerika Präsenz zeigen wollte, erscheint knapp ein Jahrzehnt später hirnrissig. In vielerlei Hinsicht verursacht der Geschäftszweig mehr Ärger als Vorteile. Ein Viertel des US-Personals der UBS ist dort angestellt, generiert jedoch selbst in guten Zeiten gerade einmal fünf Prozent der Profite.

Die Zeit hat ihre Spuren hinterlassen bei UBS? Geschäftszweig "Wealth Management Americas". Die fusionierenden Rivalen BofA und Merrill Lynch sowie Morgan Stanley und Smith Barney haben die frühere Paine Webber größenmäßig auf die hinteren Plätze verwiesen - in einem Business, bei dem die Größe ausschlaggebend ist.

Zudem verschlingen US-Makler weit größere Anteile ihrer Beute, als ihre Kollegen im Rest der Welt. Daher liegen die Gewinnmargen dort wesentlich niedriger, als bei den Privatkundengeschäften der UBS andernorts.

Die UBS scheint sich dessen bewusst geworden zu sein - leider zu spät. Potenzielle Käufer haben den Appetit verloren. Sie sind entweder von der Krise gelähmt, auf andere Geschäfte umgestiegen oder konnten sich weit genug erholen, um strategische Akquisitionen vorerst wieder abzublasen. Die UBS selbst hat möglicherweise ihre eigenen Beweggründe: der heute erzielbare Preis deckt womöglich nicht einmal die Goodwill-Position des Kaufs von Paine Webber für zwölf Milliarden Dollar. Der Verkauf zöge weitere demütigende Verlustmeldungen nach sich.

Derzeit scheint UBS die Tochter nicht loszuwerden. Das Management muss eine Schinderei sein, insbesondere, da die US-Steuerbehörde die UBS weiterhin beharrlich wegen der vermuteten Beihilfe zur Steuerhinterziehung verfolgt. Ein Vergleich könnte den rufschädigenden Schlagzeigen und den kraftraubenden Ermittlungen bei der schwächelnden Tochter ein Ende bereiten. Deshalb passt sie trotzdem noch lange nicht zur UBS.

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