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USA: Kalifornisches Spielgeld

Kalifornien ist knapp bei Kasse und will daher Schuldscheine ausgeben. Beim letzten Mal akzeptierten die meisten Banken den Berechtigungsschein zum Nennwert. Dieses Mal könnten die Kreditinstitute angesichts der Budgetschwierigkeiten des Golden State und der Wirtschaftskrise einen Abschlag verlangen.

von Robert Cyran (breakingviews.com)

Kalifornien ist knapp bei Kasse und will daher Schuldscheine begeben. Beim letzten Mal akzeptierten die meisten Banken den Berechtigungsschein zum Nennwert. Dieses Mal könnten die Kreditinstitute angesichts der Budgetschwierigkeiten des Golden State und der Wirtschaftskrise einen Abschlag verlangen - und damit jeden treffen, der mit diesen Versprechen bezahlt werden soll.

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Das Problem ist einfach. Kalifornien nimmt nicht genug Geld ein, um die Ausgaben abzudecken. Da sich die Regierung weigert, Mittel aufzunehmen und sich die Gesetzgeber nicht darauf einigen können, wie der Haushalt ausgeglichen werden soll, kann der US-Bundesstaat ganz einfach nicht mehr alle seine Rechnungen bezahlen. Daher sollen in diesem Monat Schuldscheine über geschätzt 3,4 Mrd. Dollar begeben werden - und noch mehr, falls die Krise länger anhält.

Als Kalifornien sich zuletzt im Juli 1992 zu dieser verzweifelten Maßnahme entschlossen hatte, kauften die Banken mit Freude diese so genannten IOUs ("Ich schulde Ihnen etwas") zum Nennwert, weil die Krise allgemein als politisches Theater angesehen wurde und die Titel Zinsen abwarfen.

Dieses Mal müssen Bank of America, Wells Fargo und Konsorten sich erst noch äußern, wie sie mit den neuen Schuldscheinen verfahren wollen. Ihnen steht derzeit weniger Kapital zur Verfügung als während der letzten Krise. Außerdem ist es dieses Mal um den kalifornischen Haushalt noch schlechter bestellt. Auch wenn sie damit ihre Kunden verärgern könnten, werden sich die Finanzinstitute vielleicht dazu durchringen, weniger als den Nennwert zu zahlen, um sich dafür zu entschädigen, begrenztes Kapital in Schuldtiteln mit ungewisser Laufzeit zu binden.

Darüber hinaus sind Berechtigungsscheine dem Bargeld eindeutig unterlegen. Nur der Dollar ist in den USA gesetzliches Zahlungsmittel und den kann nur die US-Regierung ausgeben. IOUs dagegen können von jeder Kommune, von jedem Geschäft oder jeder Privatperson ausgestellt werden. Und viele tun das auch. Kasino-Chips, Geschenkgutscheine, virtuelle Währungen in Online-Spielen und Schuldscheine von Unternehmen sind im Grunde nichts anderes als Berechtigungsscheine.

Das Problem ist, dass, anders als beim Dollar, Banken und Privatpersonen IOUs nicht entgegennehmen müssen. Diese Zahlungsversprechen sind also außerhalb ihrer Nutzergemeinschaften wenig wert. Ein Kasino-Chip aus Las Vegas nutzt in Maine gar nichts. Zudem hat ein Kasino nicht das Recht, Steuern zu erheben, um das Zahlungsversprechen zu untermauern. Gleichermaßen hat auch Kalifornien derzeit nur begrenzte Möglichkeiten, die Steuern ohne ein Referendum zu erhöhen.

Wenn die Banken tatsächlich einen Abschlag verlangen, dann werden die unglücklichen Empfänger der Schuldscheine, darunter einige Angestellte und Zulieferer, dieses Spielgeld nicht mehr sehr lustig finden.

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