Vale/Xstrata
Vale verfehlt das Ziel

Das 44-Milliarden-Pfund-Übernahmeangebot, das die brasilianische Minengesellschaft dem britischen Konkurrenten Xstrata unterbreitete, erwies sich als wirkungslos. Schuld war zum einen ein widerspenstiger Großaktionär. Zum anderen scheinen die Kapitalmärkte aber auch weniger auf anhaltend hohe Rohstoffpreise zu vertrauen als die Minenbetreiber.

Vale hat sein Ziel verfehlt. Die brasilianische Minengesellschaft hat Gespräche mit dem britischen Konkurrenten abgebrochen, die ursprünglich zur Übernahme von Xstrata für 44 Milliarden Pfund in Barmitteln und Aktien führen sollten. Die Nachricht sorgte kaum für Überraschung. Das Geschäft war nicht durchführbar – aber nicht darum, weil es in der Branche weder zwingend notwendig war noch eine Prämie versprach, die man nicht hätte ablehnen können. Der Grund lag vielmehr darin, dass sich das Investitionsklima gegen Minen-Megafusionen gedreht hat.

Vale scheiterte aus zwei Gründen. Der erste bestand in einem widerspenstigen Aktionär. Glencore, eine Schweizer Handelsgesellschaft, die 35 Prozent der Vale-Anteile besitzt, bestand nach Aussagen aus informierten Kreisen auf einem Nebenabkommen über die Vermarktungsrechte an der Nicht-Eisen-Produktion des kombinierten Unternehmens. Schon allein diese Hartnäckigkeit könnte den Zusammenschluss verhindert haben.

Die schlechte Verfassung der Finanzmärkte liefert den zweiten Grund. Vale hätte für seine Kredite mehr zahlen müssen, als noch zu Beginn der Gespräche vorstellbar. Inzwischen scheinen Markt und Minengesellschaften unterschiedliche Auffassungen über die zukünftige Entwicklung der Rohstoffpreise zu vertreten. Der FTSE-Minenindex ist in den vergangenen zwei Monaten um fast 20 Prozent gefallen. Vales Aktien gerieten nach Beginn der Übernahmegespräche stärker unter Druck als Xstratas, wodurch das Angebot an Attraktivität verlor.

Die Minengesellschaften beteuern, dass der Markt die Lage verkennt. Vielleicht bleibt die Nachfrage aus China wirklich unbeeinflusst von der schwächeren US-Konjunktur, wie die Minenunternehmen glauben. Aber die Flutwelle von spekulativen Geldern, die aus Aktien und Immobilien in Rohstoffe fließen, ist kaum zu ignorieren – vor allem börsengehandelte Metalle wie Kupfer sind gefragt, in dem vor allem Xstrata stark engagiert ist. Bis diese Welle durchgerollt ist, scheint es vernünftiger, große Geschäftsabschlüsse zu verschieben.

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