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Verbraucher- und Erzeugerpreise: US-Inflation: Zum Kurswechsel bereit machen

Die US-Verbraucherpreise sind im Juni um 0,7 Prozent gestiegen. Dies lässt darauf schließen, dass die Teuerung – und nicht die Deflation – die eigentliche Gefahr ist. Angesichts negativer realer Zinsen und enormer geldpolitischer Anreize, wird die Fed schnell handeln müssen, wenn sich eine Inflation abzeichnet.

von Martin Hutchinson (breakingviews.com)

Die US-Verbraucherpreise sind im Juni um 0,7 Prozent gestiegen. Dies lässt darauf schließen, dass die Teuerung - und nicht die Deflation - die eigentliche Gefahr darstellt. Angesichts negativer realer Zinsen und enormer monetärer Anreize wird die US-Notenbank Federal Reserve schnell handeln müssen, wenn sich eine Inflation abzeichnet. Die jüngsten Daten könnten nur kurzzeitige Ausschläge sein, aber es wäre sicherer, sie als Warnsignale zu interpretieren.

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Der saisonbereinigte Anstieg des Verbraucherpreisindex im Juni ist zwar weitgehend dem Energiesektor geschuldet. Und seit Juni 2008 ist der Index zudem um 1,4 Prozent gefallen. Allerdings rückte der Kernindex ohne Nahrungsmittel und Energie im vergangenen Monat um 0,2 Prozent vor und um 1,7 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat.

Skeptische Analysten mögen außerdem die Saisonbereinigungen des Amts für Arbeitsmarktstatistik anzweifeln, die tendenziell die Gesamtinflation drücken, wenn die Preise gestiegen sind. Im Juni lag die Teuerung nicht bereinigt bei plus 0,9 Prozent und damit deutlich höher als die saisonbereinigte Variante. Anfang 2008 waren hohe unbearbeitete Verbraucherpreisindexzahlen um weit mehr als die durchschnittlichen saisonalen Bereinigungen, die zwischen 1998 und 2007 vorgenommen worden waren, nach unten korrigiert worden. Dann waren, in der deflationären zweiten Hälfte, die umfangreichen saisonalen Bereinigungen offenbar in ihr Gegenteil verkehrt worden. Trotzdem lag der nicht bereinigte Zuwachs des Verbraucherpreisindex für das Gesamtjahr 2008 letztendlich um 0,5 Prozentpunkte über der angeblich saisonbereinigten Steigerung, was sich auf das Jahr gesehen eigentlich ausgleichen sollte.

In der ersten Jahreshälfte 2009 wurde dieses Muster offenbar wiederholt, wobei anscheinend die bereinigten Inflationszahlen unterbewertet werden. Das ist einer der Gründe, warum besondere Wachsamkeit geboten scheint, wenn es um das Potenzial geht, dass die Inflation an Fahrt gewinnt.

Auch der hohe US-Erzeugerpreisindex für Juni lässt darauf schließen, dass die Verbraucherpreise weiterem Aufwärtsdruck ausgesetzt werden könnten. Die kurzfristigen Zinsen nahe Null liegen real deutlich in negativem Territorium; zudem hat sich die Fed auf monetäre Anreize enormen Ausmaßes eingelassen. Wenn die Teuerung abhebt, wird die Fed schnell und entschlossen handeln müssen, bevor die sich die psychologischen Inflationsauswirkungen negativ auf die Anleihemärkte auswirken und in die wirtschaftliche Entscheidungsfindung eingearbeitet werden.

Die monatlichen Zahlen zum US-Verbraucherpreisindex enthalten genug Störgeräusche, so dass die Daten eines Monats wohl kaum zu einem politischen Kurswechsel führen werden. Die Flaute könnte noch einigen Spielraum für intensivere Wirtschaftsaktivitäten gewähren, bevor die Preissteigerungen Fuß fassen. Trotzdem sollte die Fed die jüngsten Zahlen Ernst nehmen und nicht nach Wegen suchen, sie wegzuerklären.

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