Verbraucherelektronik
Der Ramsch unterm Weihnachtsbaum

Für die Verbraucherelektronik sieht es - vom MP3-Player bis zu Fachbildschirmgeräten – nach einem flauen Weihnachtsgeschäft aus. Zumindest erweckt ein Blick auf deren Zulieferer diesen Eindruck. Die Unternehmen, die die Komponenten für die teuren und beliebten Geschenke produzieren, nehmen ihre Prognosen zurück und werfen damit einen Schatten auf die hinter ihnen stehende Branche.

Dieses Weihnachtsgeschäft wird man wohl getrost vergessen können. Wenigstens kann man diesen Eindruck gewinnen, wenn man einen Blick auf die Zulieferer großer Elektronikunternehmen wirft. Die Fertiger von Teilen für MP3-Player, Flachbildschirmgeräte und andere beliebte und teure Geschenke nehmen ihre Prognosen zurück. Damit deutet sich an, dass die Verbraucherelektronikbranche auf ein düsteres Weihnachtsgeschäft zusteuert. Das bedeutet nichts Gutes, denn Weihnachten ist normalerweise für die Hersteller dieser Geräte die Verkaufsaison schlechthin.

Laut und nervtötend wie Betrunkene, die Weihnachtslieder schmettern, ertönen derzeit immer häufiger die Warnsignale. Wolfson, die die Chips herstellt, die für iPhone- und GPS-Dienste gebraucht werden, hat schon zum zweiten Mal in diesem Monat Alarm geschlagen. Nach den Berechnungen von Wolfson wird ihr Umsatz im vierten Quartal um fast die Hälfte gegenüber dem letzten Quartal einbrechen. Und Corning, der weltweit größte Produzent von Glas für Flachbildschirme, hat in dieser Woche mitgeteilt, dass der Glas-Absatz seinen Erwartungen nach um bis zu 20 Prozent zurückgehen wird.

Das lässt den Schluss zu, dass die großen Unternehmen, die die beliebten High-Tech-Geräte herstellen - etwa Apple, Garmin und LG -, vor den Weihnachtstagen und darüber hinaus weniger produzieren dürften. Während sich eine Absatzverlangsamung bei iPhones erst Monate später in den Zahlen von Apple manifestieren wird, ermöglicht die Entwicklung bei den Zulieferern schon einmal einen Einblick in die zu erwartende Situation.

Zugegeben, hier könnte es sich nur um das übliche Auf und Ab innerhalb der Lieferkette handeln. Während der Boom-Zeiten bestellen die Endverbraucher Komponenten in doppelter oder dreifacher Höhe, um sicher zustellen, dass sie genug vorrätig haben. Und sie könnten jetzt überschüssige Order beschneiden, um ihre Lagerbestände abzubauen. Der Schlag, der die Gerätehersteller trifft, könnte milder ausfallen als der Hieb, unter dem die Zulieferer derzeit leiden.

Und doch gibt es Anzeichen dafür, dass etwas Ernsteres in der Luft liegt. Fast die Hälfte aller Erwachsenen in den USA planen einer Umfrage von Harris Interactive zufolge, in diesem Jahr weniger für Weihnachtsgeschenke auszugeben. Und 63 Prozent von ihnen wollen dies erreichen, indem sie billigere Geschenke machen. Das ist schlecht, denn mit billiger Technikware lässt sich nicht annähernd so viel Gewinn erzielen wie mit den ausgefeilteren Geräten.

Die Investoren in Unternehmen der Verbrauchertechnologie sollten daher nicht damit rechnen, dass ein großes Weihnachtsgeschäft die gedrückten Aktienkurse nach oben hievt. Aber ein Gutes könnte die Entwicklung doch haben: Vielleicht werden jetzt all die Geräte, die neu auf den Markt gekommen sind, endlich auch auf dem Wühltisch landen.

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