Videospiele
Kriegsfinanzierung

Take-Two Interactive hat den unerwünschten Werber Electronic Arts auf Distanz gehalten, bis die Version des Videospiels Grand Theft Auto IV auf den Markt gekommen ist. Diese Taktik scheint sich jetzt auszuzahlen. Die großen zu erwartenden Einnahmen aus dem virtuellen, testosterongeladenen Gangstergemetzel sollten dem Unternehmen bei den Verhandlungen einen Vorteil bringen.

Wer sich heute ein Videospiel kaufen will, muss sich auf lange Schlangen an der Kasse einstellen, denn Take-Two Interactive Software hat die neueste Version ihres Gangster-Epos Grand Theft Auto auf den Markt gebracht. Allein in dieser Woche sollen rund 400 Mill. Dollar damit eingefahren werden. Das Unternehmen hat ihren unerwünschten Werber Electronic Arts seit Februar auf Distanz gehalten und auf das Debüt des Videospiels gewartet. Diese Taktik scheint sich jetzt auszuzahlen. Die großen zu erwartenden Einnahmen aus dem virtuellen, testosterongeladenen Amoklauf sollten Take-Two bei den Übernahmeverhandlungen einen Vorteil bringen.

Mit der Grand Theft Auto-Lizenz wurden in den vergangenen zehn Jahren weltweit über 65 Millionen Exemplare des Spiels verkauft. Aber die Hoffnungen, die in die jüngste Version – Grand Theft Auto IV - gesetzt werden, sind größer als je zuvor. Take-Two könnte in der Lage sein, bis zum Ende des Jahres weltweit 14 Millionen Exemplare zu verkaufen, schätzen die Analysten von UBS.

Bei einem Einzelhandelspreis von 60 Dollar könnte das Spiel rund 840 Mill. Dollar brutto einbringen. Und dies gilt nur für das erste Jahr. Die bisher letzte Version - Grand Theft Auto: San Andreas – hatte sich seit der Veröffentlichung im Jahr 2004 rund 21,5 Millionen mal verkauft, davon entfielen allein 12 Millionen auf die ersten vier Monate.

Nehmen wir einmal an, Take-Two behält 80 Prozent der Beute und händigt den Rest den Einzelhändlern aus, dann ergibt sich für 2008 ein Umsatzanstieg um 672 Mill. Dollar für das Unternehmen. Wenn sich der regelmäßig wiederkehrende Umsatz um 15 Prozent verringert, da sich ältere Spiele mit der Zeit weniger gut verkaufen, dann könnte der Umsatz für 2008 bei rund 1,5 Mrd. Dollar liegen.

Die ursprüngliche Offerte von Electronic Arts belief sich auf das 1,4fache des damals geschätzten Umsatzes für 2008 von Take-Two - ein üppiger Aufschlag um 63 Prozent gegenüber dem Aktienkurs vor der Übernahme-Ankündigung. Wenn Take-Two sich dieses Vielfache jetzt sichert, dann hätte die Firma dem Werber weitere 1,30 Dollar je Aktie – oder rund 100 Mill. Dollar – abgerungen. Das wäre kein schlechter Lohn dafür, dass man sich zwei Monate lang geziert hat.

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