Vorerst keine Verstaatlichung
Dritte Galgenfrist für irische Banken

Noch einmal könnten die irischen Banken der Verstaatlichung entgehen. Irlands drittes Rettungspaket scheint effektiver als die ersten beiden. Doch dessen milde Bedingungen enthüllen, wie verzweifelt die Behörden die Allied Irish Banks und die Bank of Ireland vor der staatlichen Kontrolle zu bewahren versuchen. Das ist prinzipiell in Ordnung, so lange die Verstaatlichung nicht unausweichlich ist.

Noch einmal könnten die irischen Banken der Verstaatlichung entgehen. Irlands drittes Rettungspaket in fünf Monaten scheint effektiver als die ersten beiden. Doch dessen milde Bedingungen enthüllen, wie verzweifelt die Behörden die Allied Irish Banks und die Bank of Ireland - die größten Kreditgeber des Staates - vor der staatlichen Kontrolle zu bewahren versuchen. Das ist prinzipiell in Ordnung, so lange die Verstaatlichung nicht unausweichlich ist.

Der neue Plan muss noch unterzeichnet werden, doch alles deutet auf den Versuch hin, die die Fehler der Rekapitalisierung auszumerzen, die die AIB und BoI im Dezember mit je zwei Milliarden Euro versorgt hatte. Jetzt könnten die beiden die doppelte Summe in Vorzugsaktien erhalten. Irland bietet seinen Banken zudem an, 80 Prozent der riskantesten Kredite gegen eine Gebühr von etwa 2,5 Prozent ihres Werts zu versichern. Außerdem kippte man die Auflage, eine Milliarde Euro von Investoren aufzutreiben; schließlich machen die niedrigen Aktienpreise eine Bezugsrechtsemission unmöglich.

Die Kernkapitalquoten von AIB und BoI - sie liegen um 6,5 Prozent - sind im europäischen Vergleich niedrig. Doch Irlands Behörden erlauben ihr Sinken auf bis zu vier Prozent. Nachdem nun der Großteil der potentiell faulen 37 Milliarden Euro an Immobilienkrediten versichert ist, kann man den Anstieg der Aktienkurse gut nachvollziehen.

Mit der Ausgabe von Vorzugsaktien anstelle regulärer Papiere hält man den Staat aus dem Aktienbuch heraus und sichert das Überleben des irischen Privatbanksystems. Ein hehres Ziel: schließlich kümmern sich besser professionelle Banker um Kredite, als Bürokraten. Die irischen Steuerzahler bekommen für ihre Hilfe dagegen nur wenige Vorteile.

Die Banken haben es auch nicht leicht. Der acht-prozentige Zins auf die Vorzugsaktien und die Gebühren für den Versicherungspakt könnten sich zusammengenommen jährlich auf 1,3 Milliarden Euro addieren. Das ist ziemlich happig, erwartet man für 2009 doch eine Schrumpfung der Wirtschaft um vier Prozent und zehn Prozent Arbeitslose.

Irland hat sich lange mit der Frage von Bestrafung oder Rettung der Banken im Privatsektor herumgeschlagen und sich für die Rettung entschieden. Ist die Verstaatlichung trotz aller Bemühungen letztendlich nur aufgeschoben, statt aufgehoben, stünde die Regierung dumm da.

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