Wal-Mart
Rette den Dow. Lebe besser.

Der weltgrößte Einzelhändler profitiert davon, wenn die Verbraucher sparen müssen. Während die Kunden also die Gürtel enger schnallen, glänzt Wal-Mart mit guten Ergebnissen und einer optimistischen Prognose. Aber was gut für Wal-Mart ist, muss nicht unbedingt gut für den Aktienmarkt sein.

Das Image eines Billiganbieters scheint sich für Wal-Mart auszuzahlen. Der Einzelhändler hat die Versuche, sich trendbewusster zu präsentieren, über Bord geworfen und bietet jetzt wieder einfache Waren zu niedrigen Preisen an. Das ist genau das, was die Verbraucher wollen, wenn die Zeiten härter werden. Die besser als erwartet ausgefallenen Ergebnisse von Wal-Mart haben an der Wall Street einen Kursanstieg ausgelöst. Aber die Faktoren, von denen Wal-Mart profitiert, müssen nicht notwendigerweise auch für den Rest der Wirtschaft – oder für Aktieninvestoren – gut sein.

Zugegeben, die Ergebnisverbesserung könnte von unternehmensspezifischen Faktoren wie effizienteren Lagerbestands- und Kostenkontrollen herrühren. Und Wal-Mart hat Aktien im Wert von 2,8 Mrd. Dollar zurückgekauft. Die Umsatzsteigerung zeigt auch, dass die Konsumenten immer noch Geld ausgeben – ein Schlüssel zum jüngst gemessenen Zuwachs des Bruttoinlandsprodukts. Aber die Entwicklung des Einzelhandelsgiganten spiegelt auch wider, was in den Köpfen der amerikanischen Käufer vor sich geht, während die Weihnachtszeit naht: Es besteht eine anhaltende Nachfrage nach billiger Ware.

Der momentane Kampf, der sich im Segment „Luxus, den Sie sich leisten können“ abspielt, wirft ein weiteres Schlaglicht auf die wirtschaftliche Lage. Die Aktien von Coach sind an dem Tag, an dem die Firma mitgeteilt hatte, das Gewinnwachstum könnte sich im kommenden Quartal verlangsamen, um fast zwölf Prozent gefallen.

Auch der im oberen Marktsegment angesiedelte Einzelhändler Nordstrom sieht sich schwierigen Bedingungen gegenüber und hat für Oktober einen höher als erwartet ausgefallenen Rückgang des Umsatzes auf vergleichbarer Ladenfläche ausgewiesen.

Es mag nicht ungerechtfertigt sein, dass die Aktien von Wal-Mart um fast sieben Prozent geklettert sind. Der allgemeine Optimismusschub, der die Ergebnisse begleitet hat, ist allerdings schon schwerer zu begründen.

Wal-Mart kann vielleicht davon profitieren, wenn die Verbraucher in Stress geraten, aber die Mehrheit der Unternehmen nicht.

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