Oliver Stock - was vom Tage bleibt
Facebook steigt auf, Guttenberg kommt

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Guten Abend liebe Leser,

Facebook will es wissen

Seit Monaten wabert die Gerüchteküche, jetzt wird es konkret: Der Börsengang der Kontaktplattform soll möglicherweise bereits in den nächsten sechs Monaten über die Bühne gehen. Es dürfte der meist „gelikete“ Börsengang werden, hoffen die Investoren. Sie wollen nämlich raus aus einem Unternehmen, das längst nicht mehr so einzigartig dasteht wie ehedem. Facebook ist mit Google Plus der erste wirklich große Konkurrent erwachsen. Facebook hat ein Dauerthema, das Datenschutz heißt, und Facebook hat Vorgänger, deren Börsengänge die Anleger nicht eben glücklich gemacht haben. Bevor sich diese Einsichten zu sehr aufdrängen, heißt es für die Besitzer: Kasse machen. Ist ihr gutes Recht.

Italien vergeigt den Test

Italien wollte es heute auch wissen und besorgte sich Geld am Markt. Keine ganz große Summe, aber immerhin ein paar Milliarden. Ergebnis: acht Prozent Zinsen. Bei diesem Niveau wird Italien zuverlässig gegen die Wand fahren. Diesen Preis können die Italiener nicht bezahlen, wenn es nächstes Jahr nicht nur um ein paar wenige, sondern um mehr als 100 Milliarden Euro geht, die refinanziert werden müssen. Das heißt: Merkel und Co. haben noch ein paar Wochen Zeit zum rumdoktern. Genauer bis Februar. Dann wird eine Staatsanleihe der Italiener im Wert von mehr als 50 Milliarden Euro fällig. Wenn sie nicht refinanziert werden kann, ist Italien pleite und der Euro hat abgewirtschaftet.

Unterschied gesucht

Bereits pleite sind American Airlines. In Amerika nennt sich das aber nicht so, sondern die korrekte Beschreibung heißt: Chapter eleven. Während unter diesem Regime American Airlines weiterfliegen darf und die Gläubiger erstmal in die Röhre schauen, werden anderswo die Alarmglocken leise bimmeln. Bei Air Berlin zum Beispiel. Nicht nur, dass sich die Deutschen mit den Amerikanern demnächst in einer gemeinsamen Flugallianz wiederfinden wollten – nein, es geht darum, den kleinen Unterschied herauszuarbeiten. Er muss einfach da sein, sonst würde Air Berlin ja wie American Airlines in die Pleite fliegen. Also, lieber Herr Mehdorn, bitte machen Sie sich auf die Suche!

Guttenbergs Buch sorgt für Krawall

Wissen will es auch Karl Theodor zu Guttenberg. Sein Buch kam heute in die Läden und hat auf Anhieb die Bestsellerlisten gestürmt. Und wahrscheinlich findet es sich wie zur vergangenen Bescherung Sarrazins abgeschafftes Deutschland dieses Jahr tausende Mal unterm Weihnachtsbaum. Und wahrscheinlich tingelt Guttenberg damit demnächst durch die Talkshows und Kerner und Maischberger dürfen wieder ran. Ich verspreche an dieser Stelle: Wenn von dem Buch dann noch genauso viele reden, wie von Sarrazins Schwarte, können Sie beim Handelsblatt trotzdem stündlich etwas Neues lesen. Könnte auf Dauer spannender werden.

Einen anregenden Abend wünscht Ihnen
Oliver Stock

Oliver Stock
Oliver Stock
Handelsblatt / Stellvertretender Chefredakteur

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