Was vom Tage bleibt: Achtung, wir wachsen!

Was vom Tage bleibt
Achtung, wir wachsen!

Die Weltwirtschaft kommt auf Touren, auch Deutschland brummt. Die Briten haben damit ein Problem. EnBW darf unrentable Kraftwerke nicht abschalten, Ecclestone traut sich zum Nürburgring. Der Tagesbericht.
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Guten Abend liebe Leserinnen und Leser,

Achtung, wir wachsen!

Einen Wachstumsschub für die Weltwirtschaft prognostiziert die Weltbank. Und wenn die so etwas sagt, ist das Treibstoff für die Börsen. Der Dax stieg um über zwei Prozent auf ein Allzeithoch. Offenbar setzen viele Anleger auf die Exportstärke Deutschlands. Zu den größten Verlierern gehörte dagegen der Euro. Die Gemeinschaftswährung rutschte heute ab. Beide Trends haben die Tendenz, sich gegenseitig zu verstärken: Wenn der Euro weiter abrutscht, wird Deutschland noch mehr exportieren und damit die eigene Stärke zu Lasten anderer ausbauen. Wer Wind sät, wird Sturm ernten, heißt das Sprichwort. Schlaue Anleger nutzen das und investieren in Windmühlen.

Der Trendsetter

Wenn die Europäische Union so wie bisher weitermache, dann werde Großbritannien die Gemeinschaft verlassen, sagte heute der britische Finanzminister George Osborne. Europas wirtschaftliche Verfassung sei inakzeptabel. „Machen wir uns nichts vor, unser Kontinent fällt zurück.“ Selbst wenn Osborne richtig läge mit seiner Analyse, hätten seine Worte noch mehr Klang, wenn sein Land eines wäre, das zu den Trendumkehrern und nicht zu den Trendsettern gehörte.

Die Versorgungs-Planwirtschaft

Die Bundesnetzagentur hat dem süddeutschen Energieversorger EnBW verboten, unrentable Gas- und Kohlekraftwerke abzuschalten. Die Agentur sieht sonst die Versorgungssicherheit in Gefahr. Deutsche Versorger dürften auf die Frage, ob sie sich in einer Markt- oder Planwirtschaft befinden, nicht mehr ganz so schnell eine Antwort finden.

Cooler Bernie

Formel-1-Boss Bernie Ecclestone hat Interesse den insolventen Nürburgring zu kaufen. Der 83-Jährige will noch mal eine Runde drehen. Und wir wissen, wenn er sich etwas in den Kopf gesetzt hat, kann es auch was werden. Ob eine brasilianische Schönheit zur Frau, eine Rennstrecke in der Wüste oder der Verkauf von Formel-1-Anteilen mit Hilfe einer Landesbank – Bernie schaukelt das Ding. Mein Kollege jedenfalls, der für uns das Interview mit Ecclestone führte, das Sie morgen in der Zeitung finden, fand ihn so cool, dass er gegen seine sonstige Gewohnheit ein Autogramm mitgenommen hat – für seine Tochter, wie er betont.

Wünsche eines Ehemaligen

Ex-Außenminister Guido Westerwelle erwartet von Angela Merkel, dass sie die Gleichstellung von homosexuellen Lebenspartnerschaften mit der Ehe vorantreibt. „Ich sage Ihnen: Bevor ich den Löffel abgebe, ist Schwulsein eine Selbstverständlichkeit.“ Aus dem Kanzleramt dementiert niemand, dass Merkel ihrem ehemaligen Kabinettskollegen alles erdenklich Gute und ein langes Leben wünscht.

Selbstverständlich einen schönen Abend mit Mann, Frau, Freund oder Freundin oder auch ganz für sich wünscht Ihnen

Oliver Stock

Oliver Stock
Oliver Stock
Handelsblatt / Stellvertretender Chefredakteur

Kommentare zu " Was vom Tage bleibt: Achtung, wir wachsen!"

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  • Das nennt man "Abivalenz" und kann immer dann beobachtet werden, wenn die Verhältnisse anfangen zu tanzen. "g".

  • 2013 ist Deutschlands Wirtschaft um 0,4 % gewachsen.. Wow, hört jemand das Brummen?

  • Eines darf man aber nicht verwechseln. Und das wird von den Borsianern ignoriert: Deutschland ist nicht die EU!Wenn gute Resultate in Deutschland auftauchen, glauben die Borsianer in aller Welt,der EU ginge es gut. Das ist falsch. Der EURO ist gut für Deutschand, aber überbewertet für andere Länder. Diese Verzerrungen weden immer grosser und werden Deutschland sehr teuer kosten, wenn der EURO weiterbesteht.

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