Was vom Tage bleibt
Alles auf die lange Bank

Die Groß-Koalitionäre lassen das Land zappeln, in den USA droht eine Rezession. Apple leistet sich einen neuen Lapsus, ARD und ZDF freuen sich über mehr Geld. Zum Glück wird Kaffee billiger. Der Tag im Rückblick.
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Guten Abend liebe Leserinnen und Leser,

Trägheit in Berlin

So viel Zeit müsste man haben: Erst in zehn Tagen soll es die nächste Runde der Sondierungsgespräche zwischen Union und SPD geben. Während wichtige Entscheidungen wie über die Bankenunion und die Energiewende auf die lange Bank geschoben werden, machen die beiden potenziellen Koalitionsparteien erst einmal wieder Pause. Manchmal ist es wirklich erschreckend, wie träge und langsam unser Politikbetrieb arbeitet. Welches Unternehmen könnte es sich erlauben, vergleichbar wichtige Gespräche so weit hinauszuzögern? Die Hängepartei geht also weiter, auch zum Schaden für unser Land. Wahrscheinlich dürfen wir froh sein, wenn wir zu Weihnachten eine funktionsfähige Regierung haben werden.

Stillstand in den USA

Zu einem großen Ärgernis entwickelt sich die politische Situation in den USA. Demokraten und Republikaner haben schon lange nicht mehr das Wohl des Landes im Blick. Wie der Budget-Streit und der daraus abgeleitete „Shutdown“ aller Regierungsgeschäfte zeigen, geht es den beiden großen amerikanischen Parteien nur noch um Selbstdarstellung und persönliche Einflussnahme. Wer darf abends in den großen Talk-Shows auftreten, wer bekommt die besten Jobs? Es ist ein Spiel mit dem Feuer, das Demokraten und Republikaner da betreiben. Wenn sich beide Seiten nicht bald einigen, könnte das düstere Szenario von US-Finanzminister Jacob Lew durchaus Realität werden und die USA bald vor einer schweren Rezession stehen.

Pleiten für das Kult-Objekt

Der Jubel über Apple scheint keine Grenzen zu kennen. Microsoft als unmittelbarer Wettbewerber aus der IT-Branche ist schon lange überholt. Seit einer Woche hält Apple auch den Titel der stärksten Marke und hat dabei das Kultprodukt Coca-Cola überrundet. Wie gut zu wissen, dass Apple aber am Ende doch nur mit Wasser kocht. Warum? Auch der gefeierte IT-Konzern leistet sich Fehler. Wir erinnern uns alle noch an die Apple-Pleite mit Navigation und Kartendiensten. Jetzt zeichnen sich die nächsten Probleme ab: Bei der neuesten Generation des iPhone dürften Kompass und Wasserwaage nicht richtig funktionieren. Fazit: Bei Apple sollten wir uns nicht zu sehr blenden lassen.

Öffentlich-rechtlicher Cashflow

Bei ARD und ZDF klingeln die Kassen. Mit Hilfe der Anfang dieses Jahres eingeführten neuen Haushaltsabgabe geht es mit den Einnahmen der öffentlich-rechtlichen Sender ordentlich nach oben. Bei 80 Millionen Euro dürften die zusätzlichen Einnahmen in diesem Jahr liegen. Wir Journalisten von privaten Medienhäusern können von solchen Zuständen einfach nur träumen. Per Knopfdruck – besser: per staatlicher Verordnung – werden die Einkünfte von ARD und ZDF einfach und schnell erhöht. Wollen wir uns solch einen Sendebetrieb, wo die Effizienz eine deutlich geringere Rolle spielt, wirklich auf Dauer erlauben?

Es geht auch günstiger

Wie gut, dass es sie auch noch gibt, die richtig guten Nachrichten. Für beste Laune dürfte wahrscheinlich überall der Hamburger Kaffeeröster Tchibo sorgen. Der Konzern hat am Freitag angekündigt, dass der Kaffeepreis in der kommenden Woche um 50 Cent das Pfund fallen wird. Da Tchibo hierzulande zu den großen Kaffee-Anbietern gehört, dürfte die Konkurrenz bald nachziehen (müssen). Freuen Sie sich also am kommenden Montag über die erste Tasse Kaffee im Büro – es wird billiger.

Genießen Sie auch das Wochenende, es grüßt Sie herzlichst

Stefan Menzel

Stefan Menzel ist beim Handelsblatt der Spezialist für die Automobilbranche.
Stefan Menzel
Handelsblatt / Korrespondent Automobilindustrie

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  • O-Ton Handelsblatt
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    Massenhaft Nazischmierereien in Salzwedel

    Eine Kleinstadt in Sachsen-Anhalt wird mit Naziparolen überzogen. Es könnten über 100 solcher Schmierereien sein. Bereits im Januar war in der Region eine Gedenkstätte für KZ-Häftlinge geschändet worden.
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    ENTSETZLICH!

    Sofort den Notstand ausrufen!

    Bundeswehr in Marsch setzten!

    NPD-Vorstand verhaften!

    Gutmenschenketten bilden!

    Der Bundespräsident muß sich sofort beim Zentralkomittee der Juden entschuldigen!

    ....

    Die 6 Millionen NichtNazischmierereien außerhalb Salzwedels spielen weiter keine Rolle.

    Die sind Ausdruck multikultureller Buntheit.

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