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Was vom Tage bleibt: Alles fließt

Schäubles Vertrauen in Portugal sinkt auf Griechenniveau. Steve Jobs hat eine FBI-Akte und die Deutsche Bank einen neuen Diener zweier Herren.

Oliver Stock ist Chefredakteur von Handelsblatt Online.
Oliver Stock ist Chefredakteur von Handelsblatt Online.

DüsseldorfGuten Abend Ihnen allen,

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Panta rei

 

Vielleicht sollten wir alle etwas griechischer werden. Wir Anleger zum Beispiel. Wenn wir so wären, würden wir zum Beispiel heute nicht völlig erschüttert sein, dass eine griechische Partei mit Namen Laos - nein nicht Chaos - dem Sparpaket in letzter Sekunde doch nicht zugestimmt hat und damit die Verhandlungen um Geld für Griechenland eben nicht in trockenen Tüchern sind. „Panta rei“ hätten sie gesagt, „alles fließt“. Die deutschen Anleger haben nicht so gelassen reagiert. Sie haben sich furchtbar erschreckt und den Dax so stark einbrechen lassen wie das ganze Jahr noch nicht.

 

Wenig Vertrauen in Portugal

 

Ein bisschen hat dazu auch Wolfgang Schäuble beigetragen. Beim Plausch mit seinem portugiesischen Amtskollegen sicherte er ihm zu, dass im Zweifelsfall Deutschland Portugal ein wenig mehr hilft, als das bisher vereinbart war. So war es im portugiesischen Fernsehen und ruckzuck auch auf der Videoplattform Youtube zu sehen. Der Schäuble-Spruch ließ sich so interpretieren, als habe der Deutsche ein weiteres Abrutschen Portugals schon eingeplant. Alles falsch? Inhaltlich konnte Schäuble hinterher nicht mehr zurückrudern. Formal aber regte sich Schäubles Büro sehr auf. Niemand habe gewusst, dass die Kamera schon lief, lautet die Beschwerde, die nun auch nichts mehr hilft.

 

Der geheime Steve Jobs

 

Steve Jobs wäre beinahe einmal in den Staatsdienst aufgenommen worden. Der geniale Apple-Konstrukteur wäre Berater in der George Bushs-Truppe geworden. Heute wurde seine Akte veröffentlicht, die das FBI darauf angefertigt hatte Das FBI befragte Kollegen, Freunde, Angehörige und Nachbarn von Jobs - und bekam nicht nur schmeichelhafte Auskünfte über den langjährigen Chef des US-Computergiganten. Jobs wird von den Befragten, deren Namen geschwärzt wurden, als „willensstark, eigensinnig, fleißig und getrieben“ beschrieben. Einige sagten jedoch auch, dass er manchmal die Unwahrheit sage und „die Realität verdrehe“, um seine Ziele zu erreichen. Fazit: Das Genie war ein Mensch wie Sie und ich.

 

Der neue Postionierer der Deutschen Bank

 

Die Realität verdrehen, um Ziele zu erreichen - das ist hoffentlich nicht die Aufgabenbeschreibung eines Mannes, der heute offiziell in ein neues Amt berufen wurde: Thorsten Strauß ist Konzernsprecher der Deutschen Bank geworden. Er kommt von Bertelsmann, wo ihn seine Kollegen als willensstark und fleißig beschreiben, wo er aber mit dem Abgang seines Chefs selber das Amt aufgab. Er wird es nicht leicht haben. Im Gegensatz zu Jobs ist er kein König, sondern ein Diener. Und das auch noch einer von zwei Herren, die so unterschiedlich sind wie Jürgen Fitschen und Anshu Jain.

 

Ich wünsche Ihnen ein erholsames Wochenende

Oliver Stock

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