Was vom Tage bleibt
Am Ende gewinnt immer – Piëch

Matthias Müller wird VW-Chef, der Winterkorn-Nachfolger kommt von Porsche. Die ganz Autobranche ist von der Krise betroffen, US-Präsident Obama trifft Putin und Städte brauchen Geld für Flüchtlinge. Der Tagesrückblick.
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Guten Abend liebe Leserinnen und Leser,

Immer dabei

Offiziell ist er zwar nicht mehr dabei, aber irgendwie ist er doch dabei: Ferdinand Piëch. Auch nach seinem Rückzug aus dem Volkswagen-Aufsichtsrat ist seine unsichtbare Hand im Konzern weiterhin zu spüren. Noch vor ein paar Tagen sah alles danach aus, dass der Konzernchef Martin Winterkorn auf ewig sicher im Sattel sitzen würde. Doch plötzlich ist alles ganz anders und Porsche-Boss Matthias Müller wird Winterkorns Nachfolger. Ausgerechnet der Mann, den Piëch schon im Frühjahr zum VW-Chef machen wollte. Ist das noch Zufall?

Die einfachste Lösung

Musste es mit Matthias Müller wieder ein Manager aus dem eigenen Konzern sein? Der Volkswagen-Aufsichtsrat fürchtet sich vor dem radikaleren Schnitt, für den der neue VW-Markenchef Herbert Diess gestanden hätte. Der 56-Jährige ist erst vor wenigen Wochen von BMW nach Wolfsburg gekommen. Er hätte viel eher den nötigen frischen Wind gebracht, den der VW-Konzern nach der Abgasaffäre jetzt so dringend braucht. Müller ist mit 62 Jahren zudem um einiges älter. Schon bei Winterkorn hat VW die Verjüngung im Top-Management verpasst. Mit Müller droht sich diese Geschichte zu wiederholen.

Alle sind betroffen

Die Tricks mit den Abgaswerten beim Diesel sind längst kein Thema mehr nur für VW. Die gesamte Autobranche ist davon in Mitleidenschaft gezogen worden. Unter Investoren geht die Angst um, dass auch bei Daimler und BMW bislang unentdeckte Leichen im Keller liegen. Warum wohl sind die beiden süddeutschen Autohersteller am Donnerstag die Tagesverlierer im Dax? Die Unsicherheit ist da und wird wohl noch länger anhalten. Nur den Herstellern, die ihre Unschuld wirklich nachhaltig beweisen können, denen glauben die Finanzmärkte noch.

Wichtiges Indiz

Sie finden also doch zueinander: Am kommenden Montag werden sich US-Präsident Obama und sein russischer Amtskollege Putin zu Gesprächen treffen. Das Thema liegt auf der Hand – es wird natürlich an erster Stelle um Syrien gehen. Gut, dass die beiden endlich wieder direkt miteinander sprechen. Eine Lösung und ein Ende des Bürgerkriegs in Syrien wird es nur zusammen mit beiden Ländern geben. Das Treffen in New York am Montag ist ein erstes Indiz dafür, dass es genau dazu kommen wird.

Schnelles Geld

Deutschlands Kommunen schlagen Alarm. Ihnen geht das Geld aus, wenn noch mehr Flüchtlinge kommen. Angela Merkel hat sich die Klagen der Städte und Gemeinden hoffentlich sehr genau angehört. Denn natürlich haben sie Recht, sie brauchen mehr Geld. Die Betreuung der Flüchtlinge bleibt am Ende bei ihnen hängen. Der Bund muss dafür sorgen, dass die Kommunen an ihr Geld kommen – und zwar schnell. Warme Worte zur Willkommenskultur helfen da allein nicht weiter.

Einen entspannten Abend wünscht Ihnen aus Düsseldorf

Stefan Menzel

Stefan Menzel ist beim Handelsblatt der Spezialist für die Automobilbranche.
Stefan Menzel
Handelsblatt / Korrespondent Automobilindustrie

Kommentare zu " Was vom Tage bleibt: Am Ende gewinnt immer – Piëch"

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  • Was aber "Internet im Auto" auch bedeuten könnte, könnte der ehemalige VV möglicherwiese an eigener Erfahrung erfahren haben.

    Anders gesagt: mit dem "Internet im Auto" könnte man sich uU auch ungebetene "Gäste" ans Lenkrad holen.

  • Das unrühmliche Ende des Martin Winterkorn
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    Jetzt ist er also doch zurückgetreten. Aber er behauptet, nichts von der Manipulation gewusst zu haben. Aber das glaubt ihn niemand.
    Er ist ein Pedant. Er rühmte sich, jede Schraube zu kennen. Da ist es unwahrscheinlich, dass er als Entwicklungschef unwahrscheinlich, dass er nicht darüber wusste, was im Konzern so läuft.

    Jetzt soll Matthias Müller es richten.

  • Stichwort Lieferketten von Software:
    Viele Unternehmen setzen auf "gebastelte" statt auf punktgenau entwickelte Lösungen - und lassen "weiterbastln" - bis die gefundenen "Lösungen" ihre Einkäufer in genau die Grube schicken, in der sie Softwareentwickler mitunter zu wähnen scheinen.

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