Was vom Tage bleibt
Bayerische Familien sollen zu Hause deutsch sprechen

Ausländer dürfen zu Hause ausländisch sprechen. Die CDU kommt mit ihrer Dramaturgie zum Parteitag durcheinander. Und Hoeneß zu helfen bringt einem der Rente näher. Lesen Sie hier die Themen dieses Tages.
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Guten Abend liebe Leserinnen und Leser,

Schmarrn

„Wer dauerhaft hier leben will, soll dazu angehalten werden, im öffentlichen Raum und in der Familie deutsch zusprechen.“ So stand es in einem Leitantrag, über den die CSU befinden wollte. Offenbar ist diese Formulierung aber selbst dem letzten Christsozialen auch nach drei Maß Bier und entsprechender Aussprache in bayerischer Mundart als nicht gelungen aufgefallen. Jetzt steht im Leitantrag: „Wer dauerhaft hier leben will, soll motiviert werden, im täglichen Leben Deutsch zu sprechen“. Na bitte, geht doch! Und anfangen könnten wir ja mal in Oberbayern.

Wunsch und Wirklichkeit

Der Plan sieht so aus: Angela Merkel hält beim CDU-Parteitag morgen die entscheidende Rede. Am Mittwoch spricht sie nochmal. Dazwischen darf mal die CSU ran und es sind Wahlen zum Vorstand. So die Gedankenspiele. Jetzt ist die CDU auf dem platten Boden der Realität gelandet. Der sieht so aus: Die SPD hat ihr genüsslich die Gretchenfrage gestellt, wie sie es mit der AfD hält. Und die Kanzlerin selbst darf sich der Frage stellen, wie lange sie noch Kanzlerin zu bleiben gedenkt. Damit ist klar: Das, was die Unionsstrategen mit dem Parteitag bezwecken wollten, und das, was über ihn zu berichten sein wird, dürften zweierlei Dinge werden.

Hoeneß-Banker geht in Frühpension

In der Affäre um den früheren FC-Bayern-Präsidenten Uli Hoeneß hat ein wegen Beihilfe zur Steuerhinterziehung verdächtigter Schweizer Banker aus dem Hause Vontobel jetzt den Vorruhestand angetreten. Der Mann war erschöpft, weil er vor zwei Wochen aus Polen in seine Heimat geflohen war, nach dem er dort verhaftet worden war, aber gegen Kaution auf freien Fuß kam. Die Bank Vontobel sagt jetzt: „Seine Frühpensionierung ist seit geraumer Zeit geplant gewesen und steht in keinem Zusammenhang mit den Ermittlungen der deutschen Staatsanwaltschaft.“ Ist klar. Und Elefanten sind von Natur aus lila.

Zuckerberg ist frustriert

Mark Zuckerberg frustriert es, dass „viele Leute“ Werbegeschäftsmodelle als nicht im Einklang mit Kundeninteressen betrachteten. „Ich denke, das ist die lächerlichste Vorstellung“, sagte der Facebook-Chef in einem Interview. Er reagiert damit auf eine Bemerkung von Apple-Chef Tim Cook. Der meint, bei kostenlosen Diensten seien letztlich die Kunden das Produkt. Die Wahrnehmung spricht dafür, dass Cook recht hat. Wenn Sie je versucht haben, Facebook wieder los zu werden, wissen Sie, wie wertvoll Sie für das Unternehmen sind.

Lassen Sie sich heute Abend nicht zum Produkt machen, wünscht Ihnen

Oliver Stock

Oliver Stock
Oliver Stock
Handelsblatt / Stellvertretender Chefredakteur

Kommentare zu " Was vom Tage bleibt: Bayerische Familien sollen zu Hause deutsch sprechen"

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  • Bayerische Familien sollen zu Hause deutsch sprechen

    Koa i net Preiß elendiger

  • "Und anfangen könnten wir ja mal in Oberbayern."
    Das beste und klarste Hochdeutsch soll ja im Raum Hannover gesprochen werden.
    Aber... soll man deshalb unbedingt dort hin wollen?
    NÖÖÖ! (o:)

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