Was vom Tage bleibt
Betrunken im russischen Schneepflug

Der Total-Chef stirbt bei einem Unfall. Die SPD wählt zwischen Realität und Geschichte. Die AfD wurde gehackt. Die Lufthansa-Piloten gehen ihrer Dauerbeschäftigung nach: Nicht arbeiten. Lesen Sie, was der Tag brachte.
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Guten Abend liebe Leserinnen und Leser,

Russische Tragödie

Seit wann können betrunkene russische Schneepflugfahrer westeuropäischen Industriekapitänen lebensgefährlich werden? Ein solcher Fahrer prallte gestern Nacht mit dem Flugzeug von Christophe de Margerie zusammen. Der Chef des Energieriesen Total überlebte den Unfall nicht, genauso wie alle anderen Personen in dem Firmenjet. Wir alle trauern um diesen großen Firmenlenker, den seine Mitarbeiter als „Familienoberhaupt“ beschreiben. Ein ganz bisschen frage ich mich aber auch, wie eine solch explosive Mischung aufs Rollfeld kommt: betrunken, russisch und im Schneepflug.

Ja-Sager

Der Thüringer SPD-Vorstand will Rot-Rot-Grün und damit Bodo Ramelow als ersten Ministerpräsidenten der Linken in Deutschland wählen. Jetzt müssen die SPD-Mitglieder in Thüringen entscheiden, ob sie das gut finden. Sie können praktische Real-Politik betreiben und ja sagen. Sie können auch innehalten, sich erinnern, dass ihre Partei einst zwangsweise mit der KPD zur SED vereinigt wurde, wobei mehr als 5000 Sozialdemokraten in Lagern landeten. Sozialdemokraten, die den direkten SED-Nachfolgern ihre Stimme nicht geben, haben zumindest historische Gründe dafür.

Sünder aus Frankfurt

Banken weltweit müssen möglicherweise bis zu 41 Milliarden Dollar zahlen, um die Anschuldigung beizulegen, Händler hätten Devisen-Benchmark-Sätze manipuliert. Auf dieses Strafmaß kommen jedenfalls Analysten der Citigroup. Der Deutschen Bank rechnen sie eine Strafe von 5,1 Milliarden Euro vor. Die Deutschen wären damit die größten Zahler, was den Schluss zulässt, dass sie vorher auch die größten Sünder waren.

AfD gehackt

Aktivisten der österreichischen Hackergruppe „Anonymous Austria“ haben sich zu einem Angriff auf die AfD bekannt. Aus ihrem Fundus könnten nun interne E-Mails der Parteiführung, Anträge auf Parteiausschlussverfahren und Gerüchte über das Privatleben von Parteimitgliedern auftauchen. Leser sollten also jetzt schon einmal den Kaffee aufsetzen. Ansonsten besteht womöglich die Gefahr, bei Mails aus Luckes Privatleben einzunicken.

Schwitzen bei der Lufthansa

Was machen die Piloten der Lufthansa? Sie streiken. Dass sie vorher bei der Arbeit selten jemand Schwitzen sah, liegt angeblich übrigens nur am Propeller.

Einen fröhlichen Abend wünscht Ihnen

Oliver Stock

Oliver Stock
Oliver Stock
Handelsblatt / Stellvertretender Chefredakteur

Kommentare zu " Was vom Tage bleibt: Betrunken im russischen Schneepflug"

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  • Zitat:
    "Ein ganz bisschen frage ich mich aber auch, wie eine solch explosive Mischung aufs Rollfeld kommt: betrunken, russisch und im Schneepflug."

    Ein Grund weshalb erfahrene Vielflieger einen weiten Bogen um Ostblockstaaten und deren Fluglinien machen. Neben Alkohol, Drogen und Amphetaminen sind Sprachverständigungsschwierigkeiten (falsche Flightlevel, Kreuzen auf Rollbahnen usw.) häufige Ursache für Beinaheunfälle für tragische Tragödien wie im aktuellen Fall!

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