Was vom Tage bleibt

Bis auf den letzten Cent

In der Eurokrise ist es nun der spanische Patient, um den alle bangen. Den griechischen haben die Ärzte offenbar aufgegeben. Der italienische atmet noch. Der Tagesbericht.
12 Kommentare
Oliver Stock ist Chefredakteur von Handelsblatt Online.

Oliver Stock ist Chefredakteur von Handelsblatt Online.

Guten Abend liebe Leserinnen und Leser,

Retter mit Blaulicht

Es liegt was in der Luft. Gestern Draghi, heute Merkel und Hollande: Der Notenbankpräsident und die beiden Spitzenpolitiker versichern nacheinander und unisono, sie werden alles unternehmen, um den Euro zu stabilisieren. So klingen Retter, die bereits das Blaulicht eingeschaltet haben. Ihr Weg führt über Spanien nach Italien. Wenn beide Hand in Hand arbeiten, wird am Ende eine Aktion von Rettungsschirm und Zentralbank dabei herauskommen. Sie wollen Europa bis zum letzten Cent verteidigen. Ich hoffe, dass sie das nicht wörtlich meinen.

1,3 Millionen Gründe, China zu mögen


Es gibt Gründe, China nicht zu mögen. Volkswagen kennt jetzt zwei: Erst hat der chinesische VW-Partner einen VW-Motor kopiert und als seinen eigenen verkauft, nun macht er das gleiche mit einem Getriebe. Irgendwann steht ein kompletter VW-Klon zwischen Peking und Shanghai, der dann wahrscheinlich so aussieht wie das Werk in Wolfsburg. VW will sich über den Fall jetzt mit den chinesischen Geschäftsfreunden unterhalten. Das wird interessant, nicht zuletzt deshalb, weil allein im ersten Halbjahr VW 1,3 Millionen Autos nach China geliefert hat. „Wenn wir den Motor nicht klauen dürfen, dürft ihr nicht mehr liefern“, steht auf der Munition, die China im Arsenal hat.

Kein Bier bei Olympia

Journalisten sind Spielverderber. Kostprobe? Die Olympiade ist eine Geldvernichtungsmaschine. Die britische Wirtschaft ächzt schon jetzt unter der enormen finanziellen Belastung. Dem Volk versprachen die Olympia-Macher einen breiten Aufschwung. In Wirklichkeit kosten die Spiele statt der angepeilten drei Milliarden Euro etwa zwölf Milliarden. Dass den Untertanen der Queen zu erklären, die schon wieder in der Rezession stecken, wird ein Haufen Arbeit - den andere machen können: Handelsblatt Online ist von heute ab dabei. Zittert mit den Athleten, fängt die Tränen auf - ganz gleich, ob Tränen der Freude oder der Trauer fließen. „Wir versuchen, über unsere persönlichen Eindrücke zu berichten“, sagt unser Londoner Handelsblatt-Korrespondent Olaf Storbeck. So erzählen er und unsere anderen London-Korrespondenten auf Twitter zum Beispiel, „dass bei der Party der deutschen Delegation auf der MS Deutschland schon um 20.30 Uhr das Bier alle war“, oder „dass noch heute Karten für die Eröffnungszeremonie zum Schnäppchenpreis von 2012 Pfund zu haben sind“.

Lassen Sie sich übers Wochenende olympisch befeuern. Das wünscht Ihnen

Oliver Stock

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12 Kommentare zu "Was vom Tage bleibt: Bis auf den letzten Cent"

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  • Viel zu viele Symbole, die auf Dauer platt machen. Viel zu viele machtbesesse Beteiligte, die auf Dauer platt wirken: Schuldenerlass mit Garantie!

  • @ DagmarK

    Ich gehe davon aus, dass der Alexis ein in der rechten Szene operierender Staatschützer ist, der hier die Vorurteile gegen Griechen in Deutschland zu bedienen versucht:

    - schlechtes Deutsch

    - Griechen als Nehmer deutschen Geldes

    - Griechen, die meinen, sie selbst seien an gar nichts schuld

    Tatsache ist, dass Griechenland totgespart wird und die "Rettungsgelder" nur zu Bruchteilen in Griechenland bleiben - sonst wäre Griechenland nicht mit 7% Minuswachstum dabei, sondern mit > 10% positivem Wachstum (Kein Totsparen, "Rettungsgelder" zum Verbleib in Griechenland).

    Dipl.-Kfm. Winfried Sobottka

    Ungefährliches, friedliches und legales Mittel des Widerstandes:

    Die Zeugungsverweigerung

    http://belljangler.wordpress.com/zeugungsverweigerung-als-mittel-des-widerstandes/

  • Alexis, ja, der gemeine Grieche passt schon. Er wird genau so übers Ohr gehauen wie der gemeine Deutsche. Aber, wann strafen wir endlich gemeinsam unsere korrupten Politiker ab? Sie geilen sich künstlich an den angeblich faulen Griechen und den so arbeitssamen Deutschen ab.

  • Also ich sein Grieche und arbeiten hier in Deutschland.
    Ich auch finde dass Deutsche nicht sollen immer jammern nur weil sie müssen bischen bezahlen für süd-länder.
    Soldarität bitte, alle Menschen sind gleich, Griechen sind genau so ehrlich und fleissig wie Deutsche, und wer etwas anderes sagen ist ein Sarrazin.

  • @ Pedroc
    es freut mich, dass Portugal wie auch Irland die einzigen sind ,die sich wirklich anstrengen um aus ihrer selbst verschuldeten Situation heraus zu kommen. Portugal hat schon Industrie, das Volk leidet aber arbeitet und bemüht sich, was viele hier nicht wissen. Gar nicht zu vergleichen mit Gr.---
    Portugal und Irland werden es schaffen, GR. I und E aber auch D. evtl nicht.

  • Es gibt m. E. 4 Probleme:
    -- Der Euro, wie schon 2010 u. früher festgestellt, ist eine Fehlkonstruktion und wird für so versch. Länder nie funktionieren.
    -- Unsere Politiker haben Europa im Auge und setzten sich über die Maastrichter Verträge hinweg in vielerlei Hinsicht und bis heute ungestraft ! Eine Physikerin ist auch überfordert mit derartigen Verhandlungen und wird von I,E.und F jetzt richtig vorgeführt.
    --Die EU hat völlig versagt, indem sie 8 Jahre zusah, wie GR, und andere über ihre Verhältnisse lebten. Die aber führen sich jetzt auf, als wären hohe Zinsen eine sehr ungerechte Bestrafung, und nicht die Quittung für ihre
    defizitäre Haushaltsführung.
    --- Das deutsche Volk sieht nur, dass die BK sich wie schwäb. Hausfrau aufführt und immer wieder nein sagt um dann umzufallen. Daher sagen 36 von 100 bei der Sonntagsfrage CDU , und die BK sieht sich bestätigt.
    Das Volk ist an seiner Verarmung also selbst schuld,
    natürlich verursacht durch die Politiker denen es bis heute zu vertrauen scheint.
    Es hilft also nur auf Karlruhe zu hoffen, sonst wird es uns schlecht gehen.
    --

  • Hallo, Ich bin portugieser und befinde mich in der Situation dass ich in Portugal und Deutschland die so gennante Vox populi(Volksmeinung" kontern muss. Bei uns verstehen die Leute nicht warum, trotz heftiges sparen, die Staat astronomische Zinsen bezahlen muss. Die leute sehen da verschwörungstheorien.
    In Deutschland reden hr prof Sinn u Co von der Ende des euros wie ob man alte Schuhe im Müll wirft...
    Ganz ehrlich ich habe genug von den ganze meckern in beide Länder. Diese besserwisser Professoren und das frustiertes Volk denkt nicht an alternativen. Die einzige Alternative zu die jetzige Politik wäre das Ende des euros.
    Wenn sowas passiert, wird der neue DM massiv aufwerten. Die Dax Konzerne u Mittelstand wandern aus. Massiv arbeitslosigkeit wurde es dann geben. Die Bundesregierung könnte die üppige Beamtengehälter nicht mehr bezahlen. In Portugal wurde das Land auf der Niveau von Marokko herunterfallen. Massive Armut also.

    Fazit: Hör auf zu meckern und denkt an lösungen!

  • @ Uwe: Sie können sich auch reinziehen, dass ich bereits im Januar 2011 öffentlich erklärte, dass und warum Griechenland unbedingt die Drachme brauche. Ifo-Sinn kam damit fast einen Monat später, die griechischen Politiker wollen es immer noch nicht wahr haben:

    http://die-volkszeitung.de/00-wipo/2011-maerz/00-griechenland-braucht-drachme.html

    Es geht in der Euro-Zonen Politik nicht um Tatsachen und Logik, es herrscht definitiv der absolute Irrsinn!

    Dipl.-Kfm. Winfried Sobottka

    "Die Menschheit richte sich danach, was die gerechten und vernünftigen unter den Frauen am Ende des freien und für alle offenen Streites der Argumente wollen, im Kleinen, im Großen, in allem!"

  • Während die Blaulichter angingen, habe ich mir nochmal Prof. Sinn reingezogen, Vortrag vom 19.12.2011, jetzt nachdem einige Monate vergangen sind, spannend , 2h lang:

    http://mediathek.cesifo-group.de/iptv/player/macros/cesifo/mediathek?content=1470598&idx=1&category=160858138http://mediathek.cesifo-group.de/iptv/player/macros/cesifo/mediathek?content=1470598&idx=1&category=160858138

  • Die Investoren trauen dem ClubMed nicht - und ich traue denen auch nicht.

    Und je höher die Rettungswälle und je größer die EZM-Bazookas werden, desto größer wird das Mißtrauen sein, dass die Pleiteländer es alleine jemals schaffen werden.

    Aber der Plan der Euro-Phantasten ist in Wirklichkeit:
    Die Investoren sollen auch nicht den Pleiteländern vertrauen, sondern darauf dass die totale Transferunion für alle Gelder bürgt.

    Dieser Plan wird die Investoren aber auch nicht zurückbringen, denn dann sind eben alle - inclusive Deutschland - sehr schnell völlig pleite.

    UND DAS FINALE ERGEBNIS:

    - Es gibt keine Investoren von außerhalb des Euro-Raumes mehr, nur noch Zwangs-Investoren wie Versicherungen von innerhalb des Euros.

    - Alle Gelder werden zentral von der Brüssel-Diktatur verwaltet.

    - Eine Staatsform wie die Ex-UdSSR ist endlich implementiert worden.

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