Was vom Tage bleibt
Bis auf den letzten Cent

In der Eurokrise ist es nun der spanische Patient, um den alle bangen. Den griechischen haben die Ärzte offenbar aufgegeben. Der italienische atmet noch. Der Tagesbericht.
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Guten Abend liebe Leserinnen und Leser,

Retter mit Blaulicht

Es liegt was in der Luft. Gestern Draghi, heute Merkel und Hollande: Der Notenbankpräsident und die beiden Spitzenpolitiker versichern nacheinander und unisono, sie werden alles unternehmen, um den Euro zu stabilisieren. So klingen Retter, die bereits das Blaulicht eingeschaltet haben. Ihr Weg führt über Spanien nach Italien. Wenn beide Hand in Hand arbeiten, wird am Ende eine Aktion von Rettungsschirm und Zentralbank dabei herauskommen. Sie wollen Europa bis zum letzten Cent verteidigen. Ich hoffe, dass sie das nicht wörtlich meinen.

1,3 Millionen Gründe, China zu mögen


Es gibt Gründe, China nicht zu mögen. Volkswagen kennt jetzt zwei: Erst hat der chinesische VW-Partner einen VW-Motor kopiert und als seinen eigenen verkauft, nun macht er das gleiche mit einem Getriebe. Irgendwann steht ein kompletter VW-Klon zwischen Peking und Shanghai, der dann wahrscheinlich so aussieht wie das Werk in Wolfsburg. VW will sich über den Fall jetzt mit den chinesischen Geschäftsfreunden unterhalten. Das wird interessant, nicht zuletzt deshalb, weil allein im ersten Halbjahr VW 1,3 Millionen Autos nach China geliefert hat. „Wenn wir den Motor nicht klauen dürfen, dürft ihr nicht mehr liefern“, steht auf der Munition, die China im Arsenal hat.

Kein Bier bei Olympia

Journalisten sind Spielverderber. Kostprobe? Die Olympiade ist eine Geldvernichtungsmaschine. Die britische Wirtschaft ächzt schon jetzt unter der enormen finanziellen Belastung. Dem Volk versprachen die Olympia-Macher einen breiten Aufschwung. In Wirklichkeit kosten die Spiele statt der angepeilten drei Milliarden Euro etwa zwölf Milliarden. Dass den Untertanen der Queen zu erklären, die schon wieder in der Rezession stecken, wird ein Haufen Arbeit - den andere machen können: Handelsblatt Online ist von heute ab dabei. Zittert mit den Athleten, fängt die Tränen auf - ganz gleich, ob Tränen der Freude oder der Trauer fließen. „Wir versuchen, über unsere persönlichen Eindrücke zu berichten“, sagt unser Londoner Handelsblatt-Korrespondent Olaf Storbeck. So erzählen er und unsere anderen London-Korrespondenten auf Twitter zum Beispiel, „dass bei der Party der deutschen Delegation auf der MS Deutschland schon um 20.30 Uhr das Bier alle war“, oder „dass noch heute Karten für die Eröffnungszeremonie zum Schnäppchenpreis von 2012 Pfund zu haben sind“.

Lassen Sie sich übers Wochenende olympisch befeuern. Das wünscht Ihnen

Oliver Stock

Oliver Stock
Oliver Stock
Handelsblatt / Stellvertretender Chefredakteur

Kommentare zu " Was vom Tage bleibt: Bis auf den letzten Cent"

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  • Viel zu viele Symbole, die auf Dauer platt machen. Viel zu viele machtbesesse Beteiligte, die auf Dauer platt wirken: Schuldenerlass mit Garantie!

  • @ DagmarK

    Ich gehe davon aus, dass der Alexis ein in der rechten Szene operierender Staatschützer ist, der hier die Vorurteile gegen Griechen in Deutschland zu bedienen versucht:

    - schlechtes Deutsch

    - Griechen als Nehmer deutschen Geldes

    - Griechen, die meinen, sie selbst seien an gar nichts schuld

    Tatsache ist, dass Griechenland totgespart wird und die "Rettungsgelder" nur zu Bruchteilen in Griechenland bleiben - sonst wäre Griechenland nicht mit 7% Minuswachstum dabei, sondern mit > 10% positivem Wachstum (Kein Totsparen, "Rettungsgelder" zum Verbleib in Griechenland).

    Dipl.-Kfm. Winfried Sobottka

    Ungefährliches, friedliches und legales Mittel des Widerstandes:

    Die Zeugungsverweigerung

    http://belljangler.wordpress.com/zeugungsverweigerung-als-mittel-des-widerstandes/

  • Alexis, ja, der gemeine Grieche passt schon. Er wird genau so übers Ohr gehauen wie der gemeine Deutsche. Aber, wann strafen wir endlich gemeinsam unsere korrupten Politiker ab? Sie geilen sich künstlich an den angeblich faulen Griechen und den so arbeitssamen Deutschen ab.

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