Was vom Tage bleibt: Bitte nicht wieder mogeln!

Was vom Tage bleibt
Bitte nicht wieder mogeln!

Griechenland bereitet seine Rückkehr auf den Kapitalmarkt vor. Lufthansa-Piloten planen einen Langzeitstreik. Russische Banken stöhnen. Buffett wird wieder reicher. Der Tagesbericht.
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Guten Abend liebe Leserinnen und Leser,

Vor dem Fanal

Die Euro-Krise ist dann vorbei, wenn Griechenland nicht mehr auf fremde Hilfe angewiesen ist. Ein erster Schritt in diese Richtung steht kurz bevor: Griechenland will sich wieder, wie fast jeder andere Staat auch, Geld auf dem Markt leihen können. „Wir sind fast bereit“, sagte der griechische Finanzminister Ioannis Stournaras in dieser Woche. Wenn alles glatt geht, könnte der Tag der Anleiheauktion zum Fanal werden: ein politischer Triumph nicht nur für die Griechen selbst, sondern für die gesamte Euro-Zone. Das vorletzte Fanal, das vor der Pleite, war Griechenlands Aufnahme in die Eurozone. Heute wissen wir, wieviel Schummelei dazu nötig war. Drücken wir uns die Daumen, dass das kommende Fanal ohne zu mogeln über die Bühne geht.

Schlechte Sicht aus dem Cockpit

Für die Fluggäste der Lufthansa kommt's knüppeldick: Die Lufthansa-Piloten, das sind die mit den Anfangsgehältern bei 70.000 Euro, haben drei Tage Streik angekündigt. Ab Mittwoch kommender Woche. Offenbar herrscht aus den Cockpits schlechte Sicht. Sonst würden die Piloten erkennen können, wie es gerade beim Wettbewerber Air Berlin zugeht, der seine Kosten nicht im Griff hat.

Neue Kriegsführung

Den Russen ist 1998 noch in Erinnerung. Und so sind sie dieser Tage wieder auf der Hut. 1998 erklärte der russische Staat seine Zahlungsunfähigkeit, Banken brachen zusammen, Sparer verloren ihre Einlagen. Jetzt, so berichten Moskauer Unternehmensvertreter und Banker unisono, erschwert die Krimkrise Verhandlungen mit ausländischen Geldhäusern über neue Refinanzierungen erheblich. Wer überhaupt noch an Geld im Westen komme, müsse erhebliche Aufschläge zahlen. Der Konflikt heißt nicht Putin gegen den Westen, sondern Soldaten gegen Geld und Militär gegen Kapital. Es ist eine ganz neue Form der Kriegsführung.

Buffetts nächster Coup

Er hatte mal wieder das richtige Händchen und vor allem die nötige Geduld: Warren Buffetts Wetten auf Aktien von US-Banken machen sich bezahlt – das bedeutet einen zusätzlichen Gewinn von 123 Millionen US-Dollar. Es sieht so aus, als wird alles zu Gold, was dieser Mann anfasst. Es könnte aber auch sein, dass er über das, was unter seinen Händen zerrinnt, nicht so laut redet.

Ein Plakat für Lampedusa

Ein Flugblatt der CDU-Parteizentrale mit der Überschrift „Für Freizügigkeit. Gegen Sozialmissbrauch. Armutseinwanderung vermeiden.“ hat in den eigenen Reihen große Empörung ausgelöst. Regelrechtes Entsetzen dürfte es auslösen, wenn die Partei es in mehrere Sprachen übersetzen und beispielsweise in Lampedusa aufhängen würde.

Ein völlig empörungsfreies Wochenende wünscht Ihnen

Oliver Stock

Oliver Stock
Oliver Stock
Handelsblatt / Stellvertretender Chefredakteur

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