Was vom Tage bleibt
Christen kämpfen, Erdogan schaut zu

Unser Handelsblatt-Reporter sammelt überraschende Einsichten rund um Kobane. Ferrari wird zur schnellen Aktie. Die Deutsche Bank steckt in der Sackgasse. Und eine Einladung zum Schluss – all das gibt's im Tagesbericht.
  • 0

Guten Abend liebe Leserinnen und Leser,

Abdullahs Einsicht

Abdullah ist ein türkischer Kurde, den unser Kollege Gerd Höhler in einem Dorf unweit von Kobane getroffen hat. „Kobanes Ende wäre das Ende der Türkei“, sagt er. Auf Staatspräsident Erdogan ist er nicht gut zu sprechen. „Erdogan sagt, er sei ein Moslem, er betet in der Moschee“, erregt er sich. „Aber es sind die Christen, die Amerikaner und Europa, die gegen den IS kämpfen, während unsere Regierung nur zusieht.“ Ich mag Abdullah.

Die schnellste Aktie der Welt

Im Gegensatz zu Rocket Internet, das keine Raketentechnologie enthält und an der Börse eher zum Rohrkrepierer wird, ist bei Ferrari drin, was drauf steht. Fiat-Chef Sergio Marchionne will das Tochterunternehmen nächstes Jahr übers Parkett flitzen lassen. Es wird die schnellste Aktie der Welt, die Gefahr des aus der Kurve Fliegens inbegriffen.

Bums

Heute morgen ist der Nasa ein Raumtransporter mit einem lauten Knall auseinandergeflogen. Passiert ist niemanden etwas, außer dem Unternehmen, das die fliegende Kiste baut: Orbital Sciences steht vor einer Fusion mit dem Waffen- und Luftfahrt-Konzern Alliant Techsystems. Anfang Dezember wollen die Aktionäre beider Unternehmen über den Milliardendeal abstimmen. Wenn bis dahin nicht feststeht, wie es zu der Explosion kam, platzt der Deal mit einem ähnlichen Knall wie der von heute morgen.

Schachspieler

Angesichts des nächsten Quartalsverlusts baut die Deutsche Bank ihren Vorstand um. Wäre die Führungsmannschaft der Deutschen Bank die schwarze Figurengruppe auf dem Schachbrett, so hätte gerade jemand den letzten Zug gemacht, um die Schwarzen noch zu retten. Der, der da am Werk ist, heißt Paul Achleitner und ist der Aufsichtsrat des Geldhauses. Wenn es seine Mannschaft jetzt nicht richtet, muss er am Ende womöglich selber ran.

Bye bye iPod

Wenn man die Geschichte erzählen will, wie Apple zum wertvollsten Unternehmen der Welt aufstieg, müsste man mit einem Kästchen in der Größe einer Zigarettenschachtel anfangen. Im Oktober 2001 zog Steve Jobs den ersten iPod aus seiner Hosentasche. Die ganze Musiksammlung immer dabei, lautete sein Versprechen, das bald dem angeschlagenen Unternehmen ein Comeback ermöglichte. 13 Jahre später braucht Apple das Gerät nicht mehr. Der iPod Classic, wie das Modell mit dem markanten Rädchen inzwischen genannt wird, ist nicht mehr im Angebot. „Wir konnten die Teile nicht mehr bekommen, nirgendwo auf der Erde“, sagt Jobs Nachfolger Tim Cook. 13 Jahre sind im IT-Zeitalter vier Ewigkeiten. In Wirklichkeit ist es ein Hundeleben.

Eingeladen

Opel baute schon immer ordentliche Autos. Seit ein paar Monaten merkt man das auch, woran Tina Müller nicht unschuldig ist. Die Dame ist Marketing-Chefin der Opel-Group und haucht, nein, bläst der alten Marke neue PS ein. Wie so etwas geht, erzählt sie meinem Kollegen Hans-Jürgen Jakobs, Handelsblatt Chefredakteur, an einer Bar bei einem zwanglosen Abend, der sich „Markenwirtschaft“ nennt. Die Bar hält etwas zu trinken und zu essen bereit und steht im Klee's am Grabbeplatz 5 in Düsseldorf. Sie öffnet am nächsten Dienstag, den 4. November, um 19 Uhr für Tina Müller und auch für Sie. Ich habe nämlich noch Karten für Sie in der Schublade. Schreiben Sie mir unter stock@handelsblatt.com, Betreff: Markenwirtschaft. Die ersten zehn Interessenten gehören zu den Gästen.

Schon heute einen schönen Abend wünscht Ihnen

Oliver Stock

Oliver Stock
Oliver Stock
Handelsblatt / Stellvertretender Chefredakteur

Kommentare zu " Was vom Tage bleibt: Christen kämpfen, Erdogan schaut zu"

Alle Kommentare

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%