Was vom Tage bleibt
Danke Herr Schäuble, dass Sie die Kasse hüten

Der deutsche Finanzminister lehnt den griechischen Antrag ab. Bandscheiben lassen sich im Waschsalon heilen. Und: Die Marskolonisten werden gewählt. Das sollten Sie von diesem Tag behalten.
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Guten Abend liebe Leserinnen und Leser,

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Griechenland hat seinen Antrag auf eine Verlängerung der Kredite gestellt – und Wolfgang Schäuble hat ihn zwei Stunden später mangels Substanz zurückgeschickt. Er weiß die Mehrheit der deutschen Steuerzahler hinter sich, die ohne strenge Überwachung kein Geld mehr für Griechenland locker machen wollen. Was Schäuble wurmen dürfte, ist jedoch, dass die Formulierungen im Brief aus Athen ahnen lassen, dass die EU selbst schon beim Schreiben mitgeholfen hat. Schäuble kämpft damit ab sofort an zwei Fronten: in Athen und in Brüssel. Drücken wir ihm die Daumen.

Medizinische Sensation
Kann aus einem Husten ein Bandscheibenvorfall werden? Ein Arbeitgeber hatte daran Zweifel, glaubte an eine vorgetäuschte Arbeitsunfähigkeit und ließ seine kranke Sekretärin von einem Detektiv mit Videokamera überwachen. Das Ergebnis: Der Mann beobachtete die Frau vor ihrem Haus und im Waschsalon. Sie beugte sich, um einen Hund zu streicheln und sie ging in die Hocke, um Wäsche in die Waschmaschine zu laden. Was folgte, war die Kündigung. Das wollte sich die Dame aber nicht gefallen lassen, klagte und bekam jetzt, knapp drei Jahre später, vom Bundesarbeitsgericht Recht. Der Arbeitgeber handelte falsch, weil er seinen Verdacht nicht auf konkrete Tatsachen stützen konnte. Sogar 1000 Euro Schmerzensgeld halten die Richter für angemessen. Das Urteil ist eine medizinische Sensation: Bandscheibentherapien funktionieren offenbar am besten im Waschsalon.

Wie arm sind unsere Armen?
Wer in Deutschland arm ist, hat im Monat weniger als 892 Euro zum Leben. Das ist per Definition so, weil 892 Euro 60 Prozent des Durchschnittseinkommens entsprechen und diese 60 Prozent eben als Armutsgrenze gelten. Daraus folgt: Je reicher die Deutschen werden, desto höher ist die Armutsgrenze. Das Ansteigen dieser Grenze messen Armutsforscher jedoch niemals. Sie starren stattdessen, wie jetzt die Wohlfahrtsverbände, auf die Armutsquote und schlagen Alarm, wen die sich nach oben bewegt. Heute haben sie wieder Alarm geschlagen.

One-Way-Ticket
Da waren es nur noch 100: Das niederländische Unternehmen Mars One hat nach drei Auswahlrunden die Zahl der potenziellen Marskolonisten auf 100 reduziert, darunter eine Frau und ein Mann aus Deutschland. Beworben hatten sich mehr als 200.000 Kandidaten. Mars One plant nun, den weiteren Auswahlprozess als Reality-Show zu inszenieren: Zuschauer sollen das Geschehen im Mars-Camp auf dem Bildschirm verfolgen – ebenso wie später jeden Schritt der Kolonisten in ihrer neuen Heimat. Der Verkauf von Übertragungsrechten ist Teil des Finanzierungsplans der Niederländer. 24 Bewerber sollen übrig bleiben, die dann etwa im Jahr 2025 die Reise zum Mars antreten werden. Die jüngste Auswahlrunde bestand aus einem Gespräch, das jeder der bislang verbliebenen 660 Kandidaten über das Internet mit Norbert Kraft, dem medizinischen Leiter bei Mars One, führte. Darin mussten sie ihr Verständnis von Teamgeist darlegen, zeigen, dass sie sich der Risiken bewusst sind, und vor allem erklären, weshalb sie sich auf die Expedition einlassen wollen, die ihr Leben nachhaltig ändern wird: Das Ticket gilt nämlich nur One-Way. Eine Rückreise ist nicht geplant.

Einen risikolosen Abend wünscht Ihnen

Oliver Stock

Oliver Stock
Oliver Stock
Handelsblatt / Stellvertretender Chefredakteur

Kommentare zu " Was vom Tage bleibt: Danke Herr Schäuble, dass Sie die Kasse hüten "

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  • Schön, wie Sie sich hier zum Gespött machen, Herr Otto!
    Erst geben Sie mit Ihren (vermeintlich) "extem hohen" Einkommen an, und dann bedanken Sie sich auch noch bei Dr. Pinocchio. Und das alles in drei Zeilen!

  • Herr Marc Otto@
    Sie sind ein Regierungsscheiberling. Meinen Sie alle sind blöd, gehen Sie wenigstens geschickt vor, ansonsten ist Ihr Kommentar eine Beleidigung.

  • Ihre Beiträge lese ich sowieso nicht, Herr Stock. Da könnte ich genauso gut auch meine Nase in die Bild-Zeitung stecken.
    Deshalb habe ich auch nur die Überschrift gelesen. Und die ist an Ahnungslosigkeit und schierer Dämlichkeit nicht mehr zu überbieten.
    Immerhin auch eine Leistung!

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