Was vom Tage bleibt
Das Bild fügt sich zusammen

Der Co-Pilot von 4U9525 hatte psychische Probleme, McDonald's führt die Bedienung am Tisch ein. Bei der Bundeswehr klemmen die Gewehre, Amazon bekommt „Gelbe Seiten“ und die Milchquote verschwindet. Der Tag im Rückblick.
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Guten Abend liebe Leserinnen und Leser,

Klar und deutlich

In einem Punkt herrscht jetzt Klarheit. Andreas L., der Co-Pilot des abgestürzten Germanwings-Flugzeugs, ist wegen seiner Selbstmordabsichten früher einmal in psychotherapeutischer Behandlung gewesen. Und auch in jüngster Zeit hat sich der jungen Mann regelmäßig von Neurologen und Psychiatern behandeln lassen. Es ist und bleibt schwierig, in einer solchen Situation vorschnell Schlussfolgerungen und Urteile zu fällen. Trotzdem liegt eine zentrale Frage sofort auf der Hand: Darf jemand mit einer solchen medizinischen Vorgeschichte Pilot werden und die Verantwortung für Hunderte von Menschen übertragen bekommen? Ich finde, darauf gibt es nur die eine Antwort: Nein.

Mit Bedienung

McDonald’s hat zu kämpfen. Auf dem Heimatmarkt in den USA geht es schon länger mit dem Hamburger-Riesen bergab. Viele Amerikaner sind gesundheitsbewusster geworden und wollen sich eben nicht mehr nur von dem schnellen Fleischklops ernähren. Auch in anderen Teilen der Welt geht es nicht mehr so recht voran, etwa in Deutschland. McDonald’s will sich etwas Neues einfallen lassen, um die Kunden in die Filialen zu locken. An ausgewählten Standorten soll es künftig so etwas wie Kellner und damit eine Bedienung am Tisch geben. McDonald’s wird damit in Deutschland zu einem gewöhnlichen Restaurant ohne Besonderheiten, mit denen sich die Hamburger-Kette vom Rest der Gastronomie abgrenzen kann. Ob mit der Bedienung alles besser wird? Wahrscheinlich eher nicht.

Fehler, der nächste

Wieder einmal gibt es bei der Bundeswehr Probleme mit der Ausrüstung. War die deutsche Armee zuletzt wegen problembehafteten Hubschraubern in die Schlagzeilen geraten, droht jetzt ein Sturmgewehr massenhaft zu versagen. Irgendwie scheinen grobe Fehler Teil des Systems Bundeswehr zu sein. Überall in Westeuropa ist jetzt von der wachsenden militärischen Bedrohung durch Russland die Rede. Das verlangt eigentlich eine Armee, die ihren Job auch tatsächlich ausüben kann. Mit einer schlechten Ausrüstung wird das nicht möglich sein. Die Lage ist viel zu ernst geworden, so wie bisher kann es einfach nicht weitergehen.

Schnell und beweglich

Amazon ist ein mächtiger und riesiger Konzern mit Milliardenumsätzen. Ein solcher Riese wird schnell unbeweglich und statisch, blockiert von der eigenen Konzernbürokratie. Doch gerade Amazon zeigt mit neuen Ideen und Produkten immer wieder, dass diese hausinterne Lähmung nicht zwangsläufig sein muss. In der USA bietet der Konzern jetzt eine neue Dienstleistung an: Kunden können sich von Amazon einen Klempner oder einen Babysitter vermitteln lassen. Letztlich gibt es die „Gelben Seiten“ damit jetzt auch vom Internet-Riesen. Natürlich bewegt sich Amazon hinein in einen bestehenden Markt. Aber die Konzerngeschichte lehrt vor allem eines: Auch mit diesem neuen Angebot dürfte der US-Riese Erfolge feiern.

Endlich geht die Quote

Mit ihrer mitunter überbordenden Bürokratie macht es die EU ihren Gegnern häufig viel zu leicht. Völlig überzogen ist beispielsweise die jahrzehntelange Regulierung der Milchwirtschaft und ihren Bauern. Kein Landwirt durfte nach seinem Ermessen produzieren. Alles hing vielmehr von der Quotenverteilung durch die EU ab. Doch damit ist zum Glück jetzt Schluss. Die EU zeigt, dass sie sich doch selbst reformieren kann. Noch etwas mehr davon auch in anderen Bereichen – und die Akzeptanz der EU in der Bevölkerung ließe sich beträchtlich steigern.

Genießen Sie den Abend, ganz ohne Begrenzung und ganz bestimmt ohne Milchquote. Es grüßt Sie herzlich

Stefan Menzel

Stefan Menzel ist beim Handelsblatt der Spezialist für die Automobilbranche.
Stefan Menzel
Handelsblatt / Korrespondent Automobilindustrie

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