Was vom Tage bleibt
Das Gespenst Angela Merkel

Ein Ex-Minister mit Bundeswehr-Mütze geht in die Rüstungsindustrie. Ein Ex-Ministerpräsident verliert das Vertrauen von Investoren und Versicherungsvertreter kämpfen um Baggerfahrten in der Eifel. Der Tagesrückblick.
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Der Mann mit der Mütze

Ex-Minister der schwarz-gelben Regierung finden Anschlussverwendungen. Ronald Pofalla geht zur Bahn, der einstige Entwicklungsminister Dirk Niebel (FDP) kommt bei einem Rüstungskonzern unter. Der 51-Jährige soll künftig Rheinmetall helfen, mehr Panzer zu verkaufen. Indonesien, Algerien, Saudi-Arabien – so hießen zuletzt die Länder, die in großem Stil in Deutschland Waffen kauften. Kein Wunder, dass Niebel einst mit Bundeswehr-Mütze auf Entwicklungsreisen ging. Der Mann ist seine eigene Vorhut.

 

Auf Sand gebaut

Ein anderer Wandler zwischen den Welten hat einen tiefen Rückschlag erlitten: Roland Koch. Einst hessischer Ministerpräsident der CDU, heute Chef des Baukonzerns Bilfinger. Er kürzte die Gewinnprognose, kündigte einen deutlichen Stellenabbau an und musste einen herben Kurssturz der Aktie beobachten. Grund: Schleppende Auftragseingänge wegen der Energiewende. Das Gespenst Angela Merkel geistert weiter durch sein Büro.

 

Überweisungsträger

Die französische Bank BNP Paribas muss 6,5 Milliarden Euro Strafe in die USA überweisen. Commerzbank und Deutscher Bank stehen als mögliche weitere Kandidaten für Strafgelder wegen der Umgehung von US-Wirtschaftssanktionen auf der Liste. Die Deutsche Börse hat schon 152 Millionen Dollar überweisen müssen, weil sie verbotene US-Dollar-Transaktionen abwickelte. Das Grün des Greenbacks bedeutet keine Hoffnung.

 

Über die Linie

Würselen ist derzeit weltweit in aller Munde. Aus dem Ort bei Aachen kommt die Torlinientechnologie Goal Control, die bei der Fußball-WM zum Einsatz kommt. Ach ja – auch der alte und neue EU-Parlamentspräsident stammt von dort. Martin Schulz (SPD) ist heute im Amt bestätigt worden. Und kein Zweifel – mit dem Hick-Hack, der seiner Wahl vorausging, ist die Linie der würdigen politischen Diskussion weit überschritten worden. Wer wird das besser wissen, als ein Mann aus Würselen.

 

„Ich arbeite nicht bei der Caritas“

Die Bundesregierung will, dass Versicherungsvertreter ihre Vergütungen den Kunden offenlegen müssen. Die Branche läuft Sturm – bislang müssen nur die gesamten Abschlusskosten ohne Detailaufschlüsselung transparent gemacht werden. Ein Verbandschef ist um den Schlaf gebracht: Das Gesetzesvorhaben sei „diffamierend, weil wir der einzige Berufsstand sind, mit dem so verfahren wird“, sagt Michael Heinz. Es bringt aber ans Tageslicht wie vertrackt und kompliziert die Vertretervergütung ist. Noch erstrebenswerter wären verständliche Lebensversicherungspolicen.

Einen schönen (Fußball-)Abend wünscht,

Martin Dowideit

Martin Dowideit, Leiter Digitales, Handelsblatt.
Martin Dowideit
Handelsblatt / Leiter Digitales

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