Was vom Tage bleibt
Das Trio mit sechs Fäusten

Daimler schließt zu BMW und Audi auf. Bei Ferrari regiert jetzt nicht Leidenschaft, sondern das Wort Börsenprospekt. Und in Berlin gibt es einen „Jein“-Sager mehr. Der Tagesrückblick.
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Guten Abend liebe Leserinnen und Leser,

Trio mit sechs Fäusten

Ein drohender Abschwung im China-Geschäft hat dem Mercedes-Hersteller Daimler noch nicht die Zahlen verhagelt. Und so kann sich Daimler-Chef Dieter Zetsche freuen. Von April bis Juni schaffte der Konzern mit seiner Hauptmarke eine Rendite, die endlich in einer Liga mit BMW und Audi spielt. Doch die Konkurrenz ist nicht geschlagen, sondern kommt mit Neuauflagen von Kassenschlagern wie Audi A4 und 7er-BMW auf den Markt. Vorläufig gilt aber: Dieses Trio hat sechs Fäuste.

Ein halber Protest

Der CDU-Bundestagsabgeordnete Wolfgang Bosbach ist unter anderem für seine nimmermüde Kritik an den Griechenland-Rettungen durch EU und Bundesregierung bekannt. Aus Protest gegen das bevorstehende dritte Hilfspaket legt er jetzt den Vorsitz des Innenausschusses im Bundestag nieder, bleibt aber Abgeordneter. Ein Nein im Bundestag ist ihm zu wenig als Zeichen, ein Verzicht auf das Mandat wäre ihm zu viel. Komisch, als „Jein“-Sager kannte man ihn bis jetzt gar nicht.

Ferrari geht an die Börse – in New York

Auf eine Börsenbewertung von mindestens zehn Milliarden Euro hofft Fiat-Chrysler-Chef Sergio Marchionne für die Sportwagen-Tochter Ferrari. Er sollte wohl eher Dollar sagen, denn die Aktie wird in New York gelistet werden. Das Papier dürfte mehr werden als ein Objekt für Fans und Liebhaber. Allerdings: Rasante Fahrten sind an der Börse nicht beliebt. Eher ein stetiges, gleichmäßiges Beschleunigen.

Lachsrosa-Rot wird es nicht geben

Die altehrwürdige britische „Financial Times“ (FT) bekommt japanische Besitzer. Für umgerechnet 1,2 Milliarden Euro erhält die Nikkei-Mediengruppe den Zuschlag. Auch der deutsche Axel-Springer-Konzern soll Interesse an dem Blatt gehabt haben. Doch das Rot von „Bild“-Zeitung und das Lachsrosa der „FT“ kommen nicht zusammen. Attraktiv macht die „FT“, dass sie ein globales Digitalgeschäft für ihre fundierten Wirtschaftsnachrichten geschaffen hat. Mit japanischen Besitzern könnte diese Stärke in asiatischen Wachstumsmärkten noch besser zum Tragen kommen. In jedem Fall sollten die Manager in London jetzt Kurse in japanischem Geschäftsgebaren belegen.

Nur noch „das mit den Fähnchen“

Die Sparkassen feilen an ihrer Marketing-Strategie. Der Dachverband DSGV will künftig nicht für Produkte werben, wie er es etwa die Komiker Yoko und Klaas hatte machen lassen. Stattdessen soll das Image aufpoliert und so indirekt das Geschäft angekurbelt werden – mit mehr als 120 Millionen Euro Werbeetat. Dafür kann man einige Fähnchen kaufen.

Einen ruhigen Abend wünscht

Martin Dowideit

Martin Dowideit, Leiter Digitales, Handelsblatt.
Martin Dowideit
Handelsblatt / Leiter Digitales

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