Was vom Tage bleibt
Der Absturz des Sonnenkönigs

Bei Solarworld-Chef Frank Asbeck kam Hochmut vor dem Fall, die Union spielt parteitaktische Spielchen statt Frauen zu fördern und Roman Abramowitsch ist nicht mehr ganz so reich. Der Tagesrückblick
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Wunderschönen guten Abend,

Der Entzauberte

Wie ein Sonnenkönig trat Frank Asbeck auf, nichts schien unerreichbar. Mal kaufte er ein Schloss, dann wiederum wollte er Opel übernehmen. Werbung für seine Solarworld AG machten keine geringeren als der Fußballer Lukas Podolski und Dallas-Fiesling Larry Hagman. Doch nun ist Asbeck entzaubert: Im vergangenen Jahr hat das Unternehmen eine halbe Milliarde Euro Verlust gemacht, das Eigenkapital ist aufgebraucht, der Aktienkurs im freien Fall. Noch verbreitet Asbeck Optimismus und tut so, als ob das alles nur vorübergehende Probleme wären. Für ihn trifft das wohl zu, hat er doch seine Schäfchen längst ins Trockene gebracht. Seine Mitarbeiter werden das nicht so gelassen sehen.

Sünde folgt Sünde

Schuld an der Misere der Solarbranche ist auch die deutsche Politik. Hat sie doch mit der Zick-Zack-Strategie in der Förderung der Sonnenenergie erst massenhaft neue Unternehmen angelockt, dann die Konkurrenz aus Fernost alimentiert und anschließend mit der radikalen Kürzung der Subventionen die Firmen im Regen stehen lassen. Das Problem: Eine Subventionssünde zieht die nächste nach sich. Um die starken Schwankungen des Stromangebots durch die Solarenergie zu begrenzen, startet die Regierung nun ein Programm zur Förderung privater Stromspeicher mit 25 Millionen Euro pro Jahr. Doch auch hier melden Experten bereits Bedenken an, ob das Netz dadurch wirklich entlastet wird.

Parteitaktische Spielchen

Die Debatte um die Frauenquote wird immer absurder. Die Grünen haben heute im Bundestag den Antrag eingebracht, „für das Jahr 2020 eine Quote von 30 Prozent Frauenanteil“ anzustreben. Das ist genau das, was die Union in ihr Wahlprogramm aufnehmen will – und deswegen lehnte sie den Antrag der Grünen ab. Alles klar? Schöner kann man nicht mehr demonstrieren, dass es hier nicht um Frauenförderung, sondern um parteitaktische Spielchen handelt. Wenn allerdings die kompetenten und gut ausgebildeten jungen Frauen sehe, die jetzt in den Arbeitsmarkt drängen, bin ich sicher, dass Diskussionen um die Frauenquote zum Glück bald nicht mehr notwendig sind.

Geld macht nicht glücklich

Auf den ersten Blick wirkt es, als würde Roman Abramowitsch etwas falsch machen. Nach Berechnungen des US-Wirtschaftsmagazins Forbes gehört Russlands wahrscheinlich berühmtester Milliardär nicht mehr zu den zehn reichsten Russen. Um 1,9 Milliarden Dollar auf 10,2 Milliarden Dollar soll sein Vermögen im vergangenen Jahr geschrumpft sein. Wahrscheinlich aber hat er nur erkannt, dass Geld nicht glücklich macht. So hat er seine auf eine Milliarde Dollar geschätzte Kunstsammlung um weitere 40 Werke aufgestockt. Und nebenbei spendiert er seinem Fußballverein FC Chelsea geschätzte 50 Millionen Euro, um den zurzeit nicht ganz so erfolgreichen deutschen Nationalspieler André Schürrle zu verpflichten. Also im Prinzip ein Wohltäter, oder?

Was fehlt? Noch gerade rechtzeitig ist der Frühling ausgebrochen. Denn morgen ist schon Weltfahrradtag. Für die, die dabei trotzdem nicht ins Schwitzen kommen wollen haben meine Kollegen von Handelsblatt Online eine Übersicht über die E-Bike-Trends zusammengestellt. Treten Sie doch mal wieder in die Pedale.

Ich wünsche Ihnen einen aktiven Feierabend

Florian Kolf

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Florian Kolf
Florian Kolf
Handelsblatt / Teamleiter Handel und Konsum

Kommentare zu " Was vom Tage bleibt: Der Absturz des Sonnenkönigs"

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  • Das, was zu Thema Asbeck und Solarworld kommentiert wurde ist, hart ausgesprochen Quatsch.
    Es gab keinen ZickZack-Kurs der Solarförderung, sondern es gibt, bis zum heutigem Tage, eine Überreizung der Förderung, deswegen müssen wir unseren Soloarstrom in Spitzenzeiten schon mit Verlust ins Ausland verkaufen.
    Warum also diese Misere?
    In erster Linie liegt es daran, dass deutsche Unternehmen derartig zufrieden waren mit dem Schnuller der hiesigen, angereicherten Milch, dass man sich nicht rechtzeitig und agressiv genug internationalisiert hat.
    Wir haben ein beispielloses Know How aufgebaut, dass nun ausländische Unternehmen billig aufkaufen können.
    Tritt-Ihn und die Grünen lassen grüßen!
    Lernen können Sie daraus aber anscheinend nicht mehr, denn sie sind längst Purpur, Grün ist Vergangenheit.

  • Distanzblick:

    Bis vor kurzem ging es noch um eine GleichBERECHTIGUNG von Frau und Mann.

    Heute sind wir schon mächtig voran gekommen: Wir reden von einer GleichSTELLUNG der beiden.

    Jeder macht alles und das gleiche, schön 50:50.

    Wie ideologisch verrannt und im Tunnelblick betoniert muss man sein, um die Lebensfeindlichkeit dieser These nicht sehen zu können??

    Sollte dieses als PRINZIP richtig sein, müsste es in Konsequenz bedeuten, dass Männer Kinder kriegen werden müssen - heute lächerlich, aber dank jüngst kolportierter Meldung einer künstlichen Fruchtblase wahrscheinlcih in 20 Jahren verlangt und gesetzlich verordnet?!

    Es müsste bedeuten, dass ein Elefant fliegen kann und eine Milchkuh Naßhörner jagt & erlegt.

    Es müsste bedeuten, dass mit Eis&Schnee ein Waldbrand ausgelöst werden könnte.

    Ich staune sehr, wie die Masse der Gesellschaft nicht durchschaut, dass dieses lebensfeindliche Gleichstellungskonzept lediglich den egoistischen Macht- und Racheambitionen manch frustrierter Frauenseelen dient und entspringt, die danach trachten, ihren Schmerz und Nichterfüllung zwingend auf die ganze Gesellschaft auszudehnen.

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