Was vom Tage bleibt
Der Anti-Draghi

Jens Weidmann hat in der EZB gegen Draghis Kurs gestimmt. Genützt hat es nichts. Opel baut neue Modelle, was GM nichts nützt. Die Lufthansa saniert sich. Der Tagesrückblick.
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Guten Abend liebe Leserinnen und Leser,

Diener zweier Herrschaften

An sich ist er ein Pragmatiker, andere sagen auch ein Opportunist: Bundesbankpräsident Jens Weidmann kam, nachdem sein Vorgänger Axel Weber sich hoffnungslos ins Aus manövriert hatte und zurückgetreten war. Das sollte ihm nicht passieren, schwor sich der pragmatische Herr Weidmann. Doch wie lange kann es gut gehen? Weidmann muss als gewichtiges Ratsmitglied der EZB deren Kurs halten und mehr Geld aus Deutschland für einen sichereren Euro gutheißen. Gleichzeitig soll er die Meinung der Bundesregierung verteidigen, die doch eher das Gegenteil will. Weidmann ist Diener zweier Herren. Oder besser gesagt: Diener eines Herren und einer Dame. EZB-Chef Draghi hat heute deutlich gemacht, dass er als Euro-Stütze unter bestimmten Bedingungen wieder Anleihen von Krisenländern kaufen wird. Merkel hält davon wenig. Weidmann wird sich irgendwann entscheiden müssen, ob er ein Anti-Draghi oder ein Anti-Merkel-Mann wird. Innerhalb der EZB hat er heute als einziger gegen Draghis Politik der Anleihekäufe gestimmt.


Die Waffen haben gesiegt

Ein Hoffnungsträger tritt ab: Kofi Annan legt zum 31. August sein Amt als Sondergesandter der Vereinten Nationen und der Arabischen Liga für Syrien nieder. War er ein Hoffnungsträger? Nein. Er hat sich kein Gehör unter den kämpfenden Gruppen verschaffen können. Die Waffen waren lauter. Nun haben sie ihn tatsächlich mundtot gemacht.

Jammern gilt nicht

Der US-Automobilkonzern General Motors hat 400 Millionen Dollar Miese im Europageschäft eingefahren. Dafür dürfte vor allem Opel zuständig gewesen sein. Das kann eng für die werden, die zum Beispiel im Opel-Werk in Bochum arbeiten. Und nun? Nun lässt sich ein großes Wehklagen anstimmen über die Ungerechtigkeit der Amerikaner, die Opel nicht dort expandieren lassen, wo es Not tut. Besser ist vielleicht ein Blick von Bochum rüber nach Köln zum Erzrivalen Ford. Denen geht es auch nicht berauschend. Aber während die einen ihre Marke bald kaputt gejammert haben, sind die anderen zäh.

In die Schwarzen geflogen

Vielleicht können sich ja diejenigen, – ganz gleich ob Staaten oder Unternehmen – die dauernd Miese produzieren ein Beispiel an der Lufthansa nehmen. Sie hat im zweiten Quartal die Wende geschafft und wieder Gewinn gemacht. Simone Menne, seit kurzem Finanzvorstand, präsentierte schwarze Zahlen, die fast den Verlust des ersten Vierteljahrs ausgleichen können. Dahinter steckt das Einsparprogramm Score. Allerdings wandeln auch Menne und ihr Chef Christoph Franz auf einem schmalen Grad. So wie in Griechenland die Menschen auf die Straße gehen, wenn der Sparkurs zu brutal wird, so gibt es bei der Lufthansa einen Aufstand in der Kabine, wenn die Fluggäste aus Spargründen bald wie im Omnibus stehen müssen.

Hertie kommt wieder

Wiederauferstehung im Netz: Die Kaufhausmarke Hertie soll als Online-Shop zurück auf den Markt. Hinter dem Plan stecken zwei Unternehmer die nach eigenen Angaben mit 40 Mitarbeitern etwa 20 Online-Shops betreiben. Macht zwei pro Firma. Glückwunsch Hertie. Du wirst eine schlanke Marke.

Bleiben Sie schlank heute Abend

wünscht Ihnen

Oliver Stock

Oliver Stock
Oliver Stock
Handelsblatt / Stellvertretender Chefredakteur

Kommentare zu " Was vom Tage bleibt: Der Anti-Draghi"

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  • Prvo Herr Weidmann.Lassen Sie sich nicht beiren,auch wenn Ihre Nordkollegen zar erst Dagegen waren aber daan mit Ja stimmten.Was sind das bloß für arme Wichte,die sich nicht Trauen zu Ihrem Wort zu stehen.Armselig.Herr Weidmann,auch wenn geschrieben wird:Gehen oder ein ige Monate nichts sagen.Beides würde Ihnen nicht gut zu Gesicht stehen.Danke für Ihre geradlinie Art.

  • Zynismus: ein Ding zu betrachten, wie es wirklich ist, und nicht, wie es sein sollte.
    Oscar Wilde

  • @manni
    Das ist die Ruhe vor dem Sturm!!!!! Freitag ist immer der ideale Tag dafür!!!!!

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