Was vom Tage bleibt

Diskussion: Kommentare zu: Der Anti-Draghi

Oliver Stock, Chefredakteur Handelsblatt Online

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Oliver Stock, Chefredakteur Handelsblatt Online

Bitte bleiben Sie fair und halten Sie sich an unsere Community Richtlinien sowie unsere Netiquette.
  • 02.08.2012, 19:14 UhrWinfriedSobottka

    Jens Weidmann steht auf verlorenem Posten - es ist unmöglich, einerseits den Euro zu retten, andererseits der Angela Merkel bzw. dem sie administrierenden deutschen Großkapital zu gefallen.

    Worauf Merkel politisch zielt, ist eindeutig nicht die Wettbewerbsfähigkeit der Südländer, sondern deren Kaputtsparen und die Maximierung ihrer Abhängigkeit von Neukrediten. Ziel: Sie sollen alles verkaufen, möglichst billigst / unter Druck, was sie an immobilem Eigentum haben - damit das deutsche Großkapital in Sachen Welteroberung endlich weiter kommt.

    Dem würden finanziell stabile Länder, bzw. ein aus sich heraus stabiler Euro, schlicht und einfach im Wege stehen.

    Will Weidmann beiden "Herrschaften" gerecht werden, so müsste er es im Prinzip schaffen, ins Wasser zu springen, ohne nass zu werden. Dabei wird der Druck der gebeutelten Südländer zunehmen, und mit jedem Opfer, das vom deutschen Großkapital ausgeschlachtet wird, zunächst scheint es die Griechen zu treffen, werden die anvisierten Opfer der nächsten Runde rebellischer werden. Jens Weidmann ist - trotz guter Dotierung seines Postens - nicht zu beneiden.

    Dipl.-Kfm. Winfried Sobottka

    http://www.freitag.de/autoren/dipl.-kfm.-winfried-sobottka/die-wahren-hintergruende-der-euro-krise

  • 02.08.2012, 19:47 Uhrkein_Diener

    Jens Weidmann ist nicht Diener zweier Personen, sondern ein Funktionsträger, dem von der Bundesrepublik ein gewisses Amt übergeben worden war. Genauso wie die beiden Herren vor ihm. Diese Situation lässt doch deutlich erkennen, dass es für Deutschland nun die Wahl gibt zwischen zwei Strategien. Als Deutscher, der es selbst nicht erlebt hat, aber schon viele Leute kannte/kennt, die es mitgemacht haben, würde ich sagen. Lassen wir das. Es gibt Dinge, die Deutschland schon aus historischen Gründen nicht mittragen kann. Und genau dieses Thema gehört dazu. Selbst wenn man es tut, es wäre eine Art Vergewaltigung der Volkseele. Das ist kein Fundament.

  • 02.08.2012, 20:03 UhrMazi

    Ich beurteile dienSituation völlig anders.

    Für mich wurde ersichtlich wie groß das deutsche Gewicht bei Abstimmungen ist und welches Gewicht an der Kostenübernahme den Deutschen zugemessen wird. Der Vorgang machte ersichtlich, dass das deutsche Parlament überhaupt nichts zu sagen hat.

    Das Bundesverfassungsgericht wird es vermerkt haben.

    • 02.08.2012, 21:11 UhrWinfriedSobottka

      Deutschland hat sich selbst in den Fokus der Gier gestellt, indem es sich in unglaublichem Maße auf Kosten anderer Länder bereichert hat.

      Ein paar Zitate:

      "Auch für Michael Heise, Chefvolkswirt der Allianz SE, bleibt die Stabilität des Euro 2011 das wichtigste Thema. Deutschland habe der Euro viele Vorteile gebracht, sagte Heise ebenfalls "Handelsblatt Online". "Die aktuell gute wirtschaftliche Lage in Deutschland wäre ohne ihn so nicht gegeben."

      Quelle: Rheinische Post vom 29.12. 2010


      "Und wenn wir jetzt für europäische Rettungsschirme mit bürgen, dann geben wir nur einen Teil dessen zurück, was wir selbst verdient haben."

      Quelle: Rede des SPD-Vorsitzenden Sigmar Gabriel am 29.06. 2012

      "Natürlich sorgt die Krise in der Euro-Zone für Risiken", sagte Schäuble der Zeitung "Welt am Sonntag". Jedoch profitiere kein Land so sehr von der Gemeinschaftswährung wie Deutschland, fügte er hinzu."

      Quelle: Handelsblatt vom 28.07.2012

      Dabei sind Länder in einen wirtschaftlichen Niedergang getrieben worden, der, auch aufgrund der Tatsache, dass die dortigen Regierungen alle Lasten auf den wirtschaftlich Schwachen abladen,
      zu unglaublichem Elend für Millionen von Menschen geführt hat.

      Diese Länder wollen sich nun zurückholen, was Deutschland gewonnen hat, wobei vor allem das deutsche Großkapital gewonnen hat. Und diese Länder werden es sich zurückholen, und dabei werden sie nicht allzu genau hinsehen: Für sie ist nun klar, dass die Ausplünderung Deutschlands durch sie moralisch legitim ist.

      Es geht um Krieg mit anderen als militärischen Mitteln.

      Das ist der Geist Europas, den Angela Merkel heran gezüchtet hat.

      Dipl.-Kfm. Winfried Sobottka

      http://www.freitag.de/autoren/dipl.-kfm.-winfried-sobottka/die-wahren-hintergruende-der-euro-krise

    • 02.08.2012, 21:46 UhrEdelzwicker

      Sie schwadronieren Schwachsinn!
      Europa ist durch und durch verkommen durch eine nicht demokratisch legitimierte EU-Kommission, eine drittklassige Ratspräsidentschaft, eine Außenbeauftragte, die kein Schwein kennt. Europa ist durch korrupte und kriminelle Machenschaften von Südländern in einem Maße verschuldet, das man nur als obszön bezeichnen kann. Und wenn Sie glauben, dass Leistungsbilanzüberschüsse gleichzustellen sind, mit prosperierender Wirtschaft und starken Gewinnen, dann sollten Sie Ihren Dipl.-Kfm. in die Tonne treten! Das sage ich als "dummer" Dipl.-Ing.!

    • 03.08.2012, 09:48 Uhrtobi59

      Die Länder können sich gerne alles wieder zurückholen, dass heißt Löhne senken, Hartz IV einführen, wettbewerbsfähig werden, gute Waren produzieren und im Gegenzug in Deutschland Löhne hoch dann klappt das auch mit dem zurückholen. Nur dafür müssten diese Länder arbeiten, die wollen sich das Geld aber ohne Arbeit über die Transferunion zurückholen und dies sollten wir nicht zulassen.
      Auch dem Ausverkauf der Länder, den Ihrer Meinung nach Frau Merkel fordert stimme ich nicht zu, wenn von Privatisierung gesprochen wird, bedeudet das für mich ineffiziente Staatsbetriebe zu veräusern und den Beamtenapparat zu verkleinern, Deutschland hat ja auch ehemalige Staatsbetriebe privatisiert.

    • 02.08.2012, 22:02 UhrEdelzwicker

      Nein, ich denke, dass Draghi sich die starken Einwände der Bundesbank sehr zu Herzen genommen hat, sonst hätte er heute seine Ankündigung wahr gemacht, und die Bazooka gezündet. Dass er es nicht getan hat, deutet darauf hin, dass sich Weidmann - als einsamer Rufer in der Wüste - durchsetzen konnte. Draghi musste natürlich auf der Pressekonferenz darstellen, dass er zu ALLEM bereit sei, ... allerdings kann die EZB nicht politische Reformen ersetzen - so konnte er sein Gesicht wahren. Außerdem sind auch noch einige andere EZB-Präsidenten gegen die Bazooka, WENN sie nicht mit hohen Auflagen verbunden ist! Ich sehe die Sache eher positiv, und das BVG wird am 12. September noch einen draufsetzen, da bin ich absolut sicher!

  • 02.08.2012, 20:08 UhrJannemann

    Als einziger hat Weidmann gegen die Anleihenkäufe gestimmt? Will heißen, dieser Asmussen hat für die Inflation und die Vernichtung des deutschen Vermögens gestimmt. Es ist vollkommen egal, ob überall Südländer sitzen oder unsere Abgesandten. Alles ein einziges kriminelles Pack. So wird also wieder Gemeinschaftsgeld vernichtet, um den PIIGS ein lockeres Leben zu finanzieren und den Supergau um ein paar Tage zu verschieben. Es ist nur noch zum Kotzen! Sorry...

  • 02.08.2012, 21:22 Uhrbaden_power

    ...wir sind Zeitzeugen historischer Momente, J.Weidmann, ein deutscher Held. Der letzte seines Standes. Danke.

  • 02.08.2012, 21:34 UhrAntidraghi

    Herr Weidmann hat es gewagt, sich gegen die Euro-Sozialisten zu stellen. Bravo! Deutschland sagt "Vielen Dank" für diese Standhaftigkeit. Lassen Sie sich nicht beirren von all dem "Will-nicht-Isoliert-sein"-Geschrei der Medien. Die haben weder Target-2 nocht den ESM-Vertrag verstanden. Leider, muß man sagen.

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