Was vom Tage bleibt
Der Flug ins Ungewisse

Der Dreamliner will immer noch nicht richtig fliegen. Bei Loewe und in der Autobranche wachsen die Probleme. Zum Glück gibt es einen ersten Hoffnungsschimmer in den Flutgebieten. Der heutige Tag im Rückblick.
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Guten Abend liebe Leserinnen und Leser,

Bitte keinen Dreamliner!

Was soll man Boeing und seinem vermeintlichen Wunderflugzeug Dreamliner eigentlich noch wünschen? Erst geraten die Batterien im Flugzeug in Brand, jetzt gibt es plötzlich Probleme mit der Enteisungsanlage. Da stellt sich natürlich die Frage: Wann wird dieses Flugzeug einmal keine Schlagzeilen mehr machen? Irgendwie hat Boeing das Flugzeug nicht richtig im Griff. Bis alle Probleme beseitigt sind, wird es sicherlich noch dauern. Ich würde auf absehbare Zeit - wenn möglich - einen Bogen um den Dreamliner machen. Ein bis zwei Jahre wird der US-Konzern wohl noch brauchen. So ist das leider heutzutage: Das Produkt reift beim Kunden.

Miserables Jahr beim Auto

Daran ist leider nicht mehr zu rütteln: Für die europäischen Automobilhersteller wird 2013 ein extrem miserables Jahr. Vor allem wegen der Euro-Krise fallen die Verkaufszahlen besonders in Südeuropa. Aber auch in den vermeintlich sicheren Märkten wie etwa Deutschland geht es beim Autoverkauf drastisch bergab. Wie gut, dass die deutschen Hersteller noch ihre außer-europäischen Märkte haben: Die USA und China sorgen dafür, dass das Ergebnis zum Jahresende doch noch vergleichsweise gut aussehen wird. Hoffentlich dauert die Durststrecke in Europa nicht zu lange. Nordamerika und Asien werden schlechte Zahlen im europäischen Stammgeschäft nicht immer ausgleichen können.

Nur noch wenig Zeit für Loewe

Zum ökonomischen Alltag gehört leider auch, dass weniger erfolgreiche Unternehmen vom Markt verschwinden müssen. Jetzt gerät auch eine deutsche Industrie-Ikone in Gefahr, der TV-Gerätehersteller Loewe. Mehr als die Hälfte des Grundkapitals ist aufgezehrt, da ist der Weg zum Insolvenzverwalter normalerweise nicht mehr besonders weit. Loewe startet einen letzten Versuch, um das drohende Ende doch noch irgendwie abzuwenden. Aber machen wir uns nichts vor: Deutschland ist schon lange kein Produktionsstandort mehr für Unterhaltungselektronik. Was ist aus Telefunken und Nordmende geworden? Namen, die kaum noch jemand kennt. Die Wahrscheinlichkeit ist hoch, dass Loewe dasselbe Schicksal droht.

Besser geflutet als überschwemmt

Das Elbe-Hochwasser überschwemmt zwar gerade die ersten Gemeinden in Niedersachsen und Schleswig-Holstein. Doch trotzdem gibt es langsam die ersten vorsichtigen Anzeichen, dass das Schlimmste bald überstanden sein könnte. Zumindest weiter flussaufwärts in Sachsen und Sachsen-Anhalt gehen die Pegelstände zurück. Welche Lehren gibt es aus dieser Katastrophe? Natürlich muss sich niemand der Natur schutzlos preisgeben. In diesem Fall sind aber noch mehr und höhere Deiche die falsche Antwort. Die Elbe braucht ganz dringend neue Flutzonen, auf denen sich der Fluss beim nächsten Hochwasser ausbreiten kann. Denn besser stehen Felder unter Wasser als die Wohnungen in den Städten und Gemeinden entlang der Elbe.

Nie mehr Brockhaus

Wann haben Sie zum letzten Mal einen Brockhaus in den Händen gehalten? Seien Sie ehrlich: Wahrscheinlich können Sie sich nicht einmal mehr daran erinnern. Der Medienriese Bertelsmann hat angekündigt, dass Deutschlands bekanntestes Nachschlagewerk verschwinden wird. Eine wirklich vernünftige Entscheidung. Niemand braucht heute noch diese dicken Schwarten, die allenfalls dem Wohnzimmer-Regal einen Hauch von Intellektualität einhauchen. Mit dem Computer geht das heute alles viel schneller und besser – ein ganz herzliches Dankeschön an die IT-Branche.

In diesem Sinne, einen schönen Abend wünscht

Stefan Menzel

Stefan Menzel ist beim Handelsblatt der Spezialist für die Automobilbranche.
Stefan Menzel
Handelsblatt / Korrespondent Automobilindustrie

Kommentare zu " Was vom Tage bleibt: Der Flug ins Ungewisse"

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  • "Wer den Schaden hat, muß für den Spott nicht sorgen."

    Gilt auch für Herrn Menzel.
    Bevor sich Herr Menzel nicht für seinen journalistischen Fehltritt entschuldigt, wird sich die Würze der Kritik btr. seiner Tagesrückblicke auch nicht so ohne weiteres dünn machen.

    HB-Leser sind Qualitätsjournalismus gewöhnt, nicht Revolverjournalismus.

    Herr Menzel wird sich den Gepflogenheiten des HB anpassen müssen, oder er wird damit leben müssen, von der Leserschaft des HB als Fehlbesetztung betrachtet zu werden.

  • Sehr geehrter Herr Menzel, seit Ihrer Verfälschung bei einem Bericht über die Afd (Überschrift und Kontext) lese ich Ihre Artikel konsequent nicht mehr, da ich Ihrer journalistischen Ojektivität aus guten Gründen misstraue und es mir zu mühsam ist, jedesmal die Quellen im Original zu lesen. Beste Grüße.

  • Na wenigstens sind die Kommentare meinungsbildend und informativ *lach*
    Chapeau User!

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