Was vom Tage bleibt: Der größere Preis

Was vom Tage bleibt
Der größere Preis

Die Commerzbank zahlt Milliarden in den USA, Russlands Präsident soll krank sein. Der Streit mit Vattenfall wird teuer, Swatch reagiert auf Apple und der Konflikt um Griechenland wird absurd. Der Tagesrückblick.
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Guten Abend liebe Leserinnen und Leser,

Endlich vorbei

Pech für die Commerzbank, dass es die Entscheidung der US-Finanzaufsicht über die strittigen Iran-Geschäfte von Deutschlands zweitgrößtem Geldhaus erst jetzt gibt. Wegen der starken Euro-Abwertung schlägt die Strafe von knapp 1,5 Milliarden US-Dollar doch stärker als geplant ins Kontor. Vor ein paar Monaten wären die Frankfurter noch um einige 100 Millionen Euro günstiger davongekommen. Das Beispiel lehrt, dass eine Bank Verhandlungen mit der Finanzaufsicht doch eher schneller und nicht mit Verzögerungen führen sollte. Trotzdem hat die Entscheidung aus den USA auch ihr Gutes: Endlich ist dieses Verfahren beendet, endlich kann sich die Commerzbank wieder um ihre Geschäfte kümmern.

Der große Unbekannte

Das Gerücht geht um: Russlands Präsident Putin könnte schwer krank sein. Es ist immerhin erstaunlich, dass der Kreml in aller Öffentlichkeit darauf reagiert. Vielleicht ist doch etwas dran? Musste also unbedingt ein lautes Dementi in die Welt hinausposaunt werden? Wir werden wahrscheinlich nie erfahren, wie es wirklich um Präsident Putin steht. So ist es eben in einem autokratischen System, das um einen einzigen Herrscher kreist. Im Zweifel wird gelogen.

Energie ohne Zukunft

Vattenfall klagt gegen den deutschen Rückzug aus der Kernkraft. Die Schweden wollen es sich nicht gefallen lassen, dass die Regierung in Berlin einseitig und ohne Rücksprache mit den Energieversorgern nach dem Atomunfall im japanischen Fukushima vor vier Jahren das Ende der deutschen Atomzeit verkündet hat. Dass die Skandinavier dagegen juristisch vorgehen, ist durch und durch legitim. Deutschland hat dafür bislang vier Millionen Euro an Verfahrenskosten aufbringen müssen. Das ist kein Grund für einen Rückzieher. Große rechtliche Auseinandersetzungen kosten auch ihr Geld. Trotzdem bleibt die Entscheidung richtig: Kernkraft ist einfach keine Energie der Zukunft mehr.

Der gute Wettbewerb

Apple hat ein neues spannendes Rennen eröffnet. Dass andere Computer- und Smartphone-Hersteller den amerikanischen Konzern als natürlichen Gegner ansehen, das liegt auf der Hand. Mit der neue Apple Watch setzen die Kalifornier plötzlich eine ganz andere Branche unter Druck: die Schweizer Uhrenindustrie. Apple sorgt jetzt dafür, dass die Eidgenossen aus ihrem Dornröschenschlaf erwachen. Swatch & Co. müssen plötzlich nachlegen und mit konkurrenzfähigen Produkten dagegenhalten. Danke Apple, die Verbraucher werden es danken!

Ruf zur Ordnung

Der Streit zwischen dem deutschen Finanzminister Wolfgang Schäuble und seinem griechischen Kontrahenten Yanis Varoufakis nimmt völlig absurde Züge an. Eigentlich hätten die beiden wichtige Dinge miteinander zu verhandeln. Schließlich geht es um zig Milliarden und um die Zukunft der griechischen Wirtschaft. Eifersüchteleien und kleine Streitigkeiten im Interview-Krieg über Medien auszutragen, ist der völlig falsche Weg. Man möchte den beiden Herren einfach nur zurufen: Hört auf damit und verhandelt ernsthaft miteinander.

Einen schönen und erholsamen (Fast-)Frühlingsabend wünscht Ihnen

Stefan Menzel

Stefan Menzel ist beim Handelsblatt der Spezialist für die Automobilbranche.
Stefan Menzel
Handelsblatt / Korrespondent Automobilindustrie

Kommentare zu " Was vom Tage bleibt: Der größere Preis"

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  • "So ist es eben in einem autokratischen System, das um einen einzigen Herrscher kreist. Im Zweifel wird gelogen."

    Da hat man sich wohl in Russland an den EU-Oberguru Juncker erinnert, der "wenn's drauf' ankommt" auch mal gerne lügt.

    Seltsam ist nur, dass die EU immer als Vorbild an Demokratie dargestellt wird, während man Russland hier als "autokratischen System" bezeichnet.
    Irgendwie stimmt da was nicht......

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