Was vom Tage bleibt
Der Kandidat wird Kandidat

Steinbrück macht's. Beck macht's nicht mehr. Die Libor wird reformiert. Die Bank of America entschädigt Aktionäre und Aldi bietet Markenartikel an. Der Tagesbericht.
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Guten Abend liebe Leserinnen und Leser,

Die Leiden der SPD

Steinbrück macht's. Der Kandidat für den Posten des Kandidaten bekommt den Posten. Das hat sich heute nach dem Rückzug Gabriels und nach der Absage Steinmeiers so ergeben. Die SPD hat sich damit tatsächlich dazu durchgerungen, den Kandidaten, der noch am ehesten die Wähler der Mitte anspricht, auf den Schild zu heben. Damit läutet die Partei eine Zeit des Leidens ein. Denn der kantige Hanseat ist keiner, den die Parteilinken mögen werden. Es ist das alte Leiden der Sozialdemokraten: Um eine Mehrheit im Volk zu organisieren, müssen sich die Linken ein bisschen selbst verleugnen. Dass das nur eine begrenzte Zeit lang gut geht - darüber kann sich Steinbrück zum Beispiel beim Genossen Schröder erkundigen.

 

Verglühter Stern

Beck macht's nicht mehr. Der rheinland-pfälzische Ministerpräsident kündigt an, zum Jahreswechsel seinen Posten der derzeitigen Sozialministerin zu überlassen. Beck hat sein Amt länger ausgeübt, als Kohl seine Kanzlerschaft. Wer so lange dabei war, hat Erfolg und Misserfolg in seiner Bilanz. Dass am Ende mehr schief läuft als am Anfang, wer will das dem Langgedienten verdenken. Der Stern sank, seitdem ihm die eigene Partei aus der Bundespolitik wegmobbte. Die Pleite des Nürburgrings ließ ihn nur noch ein bisschen schneller verglühen.

Was kommt nach dem Libor?

300 Billionen Dollar suchen einen Maßstab. Soviel Geld wird unter der Regie des Libor hin- und hergeschoben. Manipulateure haben diesen Zinssatz in der Vergangenheit zu ihren Gunsten verändert. Heute nun stellte die britische Börsenaufsicht vor, wie sie dem einen Riegel vorschieben will. Mehr Transparenz, weniger Schätzungen, mehr Berechnungen - so heißen die Lösungsvorschläge. Doch selbst die Aufseher zweifeln, ob das hilft. Wenn wir Journalisten etwas nicht verstehen, streichen wir es raus. Wäre das mal eine Idee für den Libor?

Geldregen für Aktionäre

 

Die Bank of America entschädigt ihre Aktionäre mit 2,4 Milliarden Dollar dafür, dass sie ihnen nicht immer reinen Wein eingeschenkt hat. Sie stellte sich vor ihnen nur zu gern in gutes Licht, auch dann noch, als die Wirklichkeit schon grau und elend aussah. Ob die Entschädigung der Wahrhaftigkeit nützt? Wenn nicht, nützt sie jedenfalls der Bank: Die entgeht nämlich so einer Sammelklage.

 

Lufthansa im Sparmodus

Die Lufthansa will noch mehr sparen. Die Zügel, die sie sich bisher auferlegt hat, liegen nicht eng genug an. Das Sparprogramm werde verschärft, kündigte Lufthansa-Chef Christoph Franz an. Die Verhandlungen des Konzerns mit seinem Kabinenpersonal, die derzeit hinter verschlossenen Türen und unter Aufsicht von Schlichter Bert Rürup beinahe geräuschlos laufen, dürfte diese Ankündigung nicht beflügeln.

Fest für Kunden

Bei Aldi gibt's demnächst Cola. Und zwar Coca Cola. Der Billigheimer will mehr Top-Marken anbieten. Damit klettern die Markenhersteller ein wenig von ihrem hohen Thron herunter. Und Aldi steigt ein wenig auf. Und beide kurbeln erst mal ihren Umsatz an. Wem es auf Dauer hilft? Hoffentlich uns Kunden.

Frohes Shoppen wünscht Ihnen dieses Wochenende

Oliver Stock

Oliver Stock
Oliver Stock
Handelsblatt / Stellvertretender Chefredakteur

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