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Was vom Tage bleibt: Der Lohn des Größenwahns

Immer wieder wollen Manager den ganz großen Wurf machen und immer wieder zeigt ihnen die Realität die Grenzen: Deutsche Börse und Bionade mussten das heute erleben, bei Fiat könnte es noch kommen. Der Tagesrückblick

Florian Kolf ist stellvertretender Chefredakteur von Handelsblatt Online.
Florian Kolf ist stellvertretender Chefredakteur von Handelsblatt Online.

Wunderschönen guten Abend,

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er hat gekämpft bis zur letzten Sekunde, er wollte den ganz großen Wurf machen - aber er konnte das absehbare Desaster nicht verhindern.

Der gescheiterte Börsianer

Reto Francioni, Chef der Deutschen Börse, konnte die EU-Kommission nicht davon überzeugen, dass die geplante Fusion mit Konkurrenten aus New York eine gute Nachricht für die Finanzindustrie sein kann. Entscheidend war letztlich die Abgrenzung des Marktes. Die EU sah den Wettbewerb bei den "börsengehandelten Derivaten in Europa" gefährdet - ein Konstrukt, das angesichts der Konkurrenz von außerbörslichen Geschäften und aus anderen Weltregionen so in der Realität wohl kaum existiert. Doch das hilft Francioni wenig. Mehr als ein Jahr hat er nur auf diese Fusion hingearbeitet, jetzt steht er vor dem Nichts. Wenn er nicht rasch eine neue Story findet, könnte auch seine Zukunft im Unternehmen düster aussehen.

Die gierigen Gutmenschen

Definitiv keine Zukunft in ihrem Unternehmen mehr gesehen haben die Gründer der einstigen Kultmarke Bionade. Sie haben heute ihre restlichen Firmenanteile an den Mehrheitseigner Radeberger und damit an die Oetker-Gruppe verkauft. Bionade ist ein Lehrbeispiel dafür wie Gier und Größenwahn erst die Seele eines Produktes und dann des ganzen Unternehmens zerstören können. Gestartet als kleine Provinzbrauerei mit dem Image der Gutmenschen, ließ sie sich für die Expansion mit dem Teufel ein: Eine Kooperation mit McDonalds, die Einführung von PET-Flaschen, schließlich eine drastische Preiserhöhung. Der Einstieg von Oetker gab der Marke den Rest. Was die Bionade-Gründer mit dem Herzen aufgebaut hatten haben sie nun mit dem Scheckbuch wieder eingerissen. Schade.

Ein Held auf Bewährung

Wie kompletter Größenwahn mutete es vielen Beobachtern auch an, als Fiat-Chef Sergio Marchionne den schwer angeschlagenen US-Konkurrenten Chrysler übernommen hat. Nun sind die Kritiker vorerst verstummt. Chrysler hat erstmals seit 1997 wieder einen Gewinn ausgewiesen. Doch bewiesen ist damit noch lange nicht, dass die Allianz Fiat-Chrysler auch ein Erfolgsmodell für die Zukunft ist. Mit einem Gesamtausstoß von gemeinsam gerade mal zwei Millionen Autos sind sie eigentlich zu klein, um sich mit VW und Co. messen zu können. Und die Pipeline mit neuen Modellen ist nicht üppig gefüllt. Noch ist Marchionne auf Bewährung.

Wie weit ist es bis Griechenland?

Eine Nummer zu groß könnte die Aufgabe auch für Portugals Regierungschef Pedro Passos Coelho sein. Noch nach dem jüngsten EU-Gipfel verkündete er selbstbewusst, es gebe keine Risiken, dass private Gläubiger einen Schuldenschnitt bei portugiesischen Anleihen hinnehmen müssten. Doch nun rutscht das Land immer tiefer ins Dilemma. Während Spanien und Italien wieder an Vertrauen bei den Investoren zulegen konnten, scheint Portugal vom Griechenland-Virus infiziert zu sein. Auch wenn die Portugiesen sparen wie die Musterschüler könnte ihnen die fehlende Substanz ihrer Volkswirtschaft in der Schuldenkrise zum Verhängnis werden. Bei Griechenland ist die Einigung auf den Schuldenschnitt wohl durch. Nun gerät Portugal immer stärker in den Fokus.

Was fehlt? Ein Berufungsgericht in Atlanta im US-Bundesstaat Georgia entschied nach spanischen Medienberichten vom Mittwoch, dass mehr als 500 000 Gold- und Silbermünzen im geschätzten Wert von 350 Millionen Euro, die US-Tiefseeforscher im Atlantik geborgen hatten, an Spanien zurückgegeben werden müssen. Ein schöner Schatz für die spanische Regierung, der jedoch angesichts der Staatsschuld von mehr als 600 Milliarden Euro etwas verblasst.

Ich wünsche Ihnen einen angenehmen Feierabend, an dem Sie weder Gier noch Größenwahn belästigen,

Florian Kolf

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  • 01.02.2012, 23:07 UhrAnonymer Benutzer: Sapere_aude

    Der Schwachsinn des Größenwahns....
    Kompletter Größenwahn ist es auch, einem langen, vollen Tag in diesem reichen und unendlich komplexen Leben mit diesem schmalen Versuch zu begegnen, den kleinsten gemeinsamen Nenner in den wenigen berichteten Ereignissen zu finden (es waren noch viel mehr Ereignisse heute, aber das meiste bleibt unerwähnt; vielleicht gab es auch wichtigere Ereignisse, der Autor weiß es nicht, wir wissen es dank seiner Unterkomplexität noch viel weniger.)
    Es ist wichtig zu sehen, dass dieser blanke Einheitsbrei aus Ereignissen des Tages vom stellvertretenden Chefredakteur stammt, nachdem die Beiträge der gleichen Reihe "Vom Ende des Tages" von Oliver Stock von so grenzenloser Ignoranz gegenüber der Komplexität des Lebens zeugt, dass offenbar der Chef dem Stellvertreter das Feld überlassen hat.
    Gábor Steingart sollte einfach dringend überlegen, ob die Redaktion richtig besetzt ist. Handelsblatt-online ist Antiwerbung für das Blatt.

  • 01.02.2012, 21:26 UhrAnonymer Benutzer: Adolf

    An was für einen Wahn der Autor leidet wird hier nicht angegangen.
    Aber so ein Durcheinander gibt es nur bei schwerer Geisteskrankheiten!

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