Was vom Tage bleibt: Der Streik der Enttäuschten

Was vom Tage bleibt
Der Streik der Enttäuschten

Die Abstimmung mit den Füßen schlägt wieder zu: Anleger entziehen Commerzbank und Deutscher Telekom das Vertrauen. Und immer mehr Autofahrer wollen Tankstellen bestreiken. Der Tagesrückblick
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Wunderschönen guten Abend,

Enttäuschte Anleger

Commerzbank-Chef Martin Blessing enttäuschte heute wieder alle. Obwohl die Bank ihr Ergebnis im Schlussquartal im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 23 Prozent auf 316 Millionen Euro steigern konnte, fiel die Resonanz der Anleger verheerend aus. Um zeitweise bis zu 10 Prozent stürzte der Aktienkurs ab. Sie irritiert wohl hauptsächlich, dass Blessing keine Gewinnprognose abgab. Dabei haben es die Aktionäre im Vergleich zum Staat noch gut. Da die Commerzbank-Bank nach HGB einen Verlust im abgelaufenen Jahr erwirtschaftet hat, fällt die Zinszahlung für die stille Einlage des Staates erneut komplett aus. Angesichts der vielen Altlasten, die das Institut noch mit sich herumschleppt, dürfte Blessing noch so manche Enttäuschung für seine Anteilseigner bereit halten.

Kein Anschluss unter dieser Nummer

Keine guten Nachrichten für seine Aktionäre hatte auch Rene Obermann. Die schlechte Geschäftsentwicklung der griechischen Tochter OTE und von T-Mobile USA zu Buche verdarben seine Jahresbilanz. Der Chef der Deutschen Telekom musste einräumen, dass der Überschuss des Unternehmens 2011 auf 557 Millionen Euro gesunken ist - von 1,7 Milliarden vor einem Jahr. Analysten hatten etwa sechs Mal so viel Überschuss erwartet. Da stellen sich zwei Fragen: Wie will es Obermann schaffen, in absehbarer Zeit diese Problemtöchter wieder zum Erfolg zu führen? Und in welcher Welt leben eigentlich die Analysten, die eine solche Performance bei der Telekom erwartet hatten?

Streik gegen Tankstellen

Die Nase voll haben viele Autofahrer mittlerweile von den hohen Benzinpreisen. Mehr als eine Million Menschen wollen sich an einer symbolischen Facebook-Aktion beteiligen, und am 1. März aus Protest die Tankstellen bestreiken. Klingt merkwürdig, wo doch die Grünen vor Jahren schon einen Benzinpreis von fünf Mark gefordert hatten und dafür auch nicht vom Hof gejagt wurden. Doch der Unterschied ist klar: Damals war eine energiepolitischer Kurs erkennbar - auch wenn er von vielen nicht geteilt wurde. Heute dagegen fährt die Regierung einen energiepolitischen Schlingerkurs - und viele fühlen sich nur noch abkassiert.

Planlose Energiepolitik

Ein schönes Beispiel dafür ist der Streit um die Solarförderung. Was das Handelsblatt gestern schon berichtete ist heute offiziell: Die Förderung der Solarenergie, jahrelang ohne Sinn und Verstand betrieben, soll jetzt erneut gekürzt werden. Energiepolitik nach Haushaltslage, die sich auch noch alle paar Wochen wieder ändert, entstanden als fauler Kompromiss einer zerstrittenen Regierung. Ein Konzept sieht anders aus.

Was fehlt? Ein Mitarbeiter des hessischen Kunstministeriums hat Tausende historische Bücher gestohlen. In seinem Haus fand die Polizei rund 5.000 wissenschaftliche Werke aus Bibliotheken in ganz Deutschland. Ich finde es ganz beruhigend, dass angesichts des Hypes um digitale Inhalte auch noch jemand Bücher schätzt.

Ich wünsche ihnen einen angenehmen Feierabend, vielleicht mit einem guten Buch,

Florian Kolf

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Florian Kolf
Florian Kolf
Handelsblatt / Teamleiter Handel und Konsum

Kommentare zu " Was vom Tage bleibt: Der Streik der Enttäuschten"

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  • Nun es sind doch die Nachstücke erster Teil

    Natahael an Lothar:" Gewiß seid Ihr alle voll Unruhe, daß ich so lange lange nicht geschrieben..."

    Und dann "Als Nathael mit zerschmettertem Kopf auf dem Steinpflaster lag war Coppelius im Gewühl verschwunden,,,§ verschwunden...

  • Also wie heisst es nun?

  • @leser

    Gehen Sie doch mal auf die Seite von "booklooker"
    Da finden Sie auch den Hoffmann´schen Sandmann
    antiquarisch und neu. Beim an sich gut sortiertem ZVAB diesesmal merkwürdigerweise nichts. Oder war da der Sandmann zugange?

    Viel Vergnügen beim Stöbern

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