Was vom Tage bleibt
Der wahre Wert des Goldes

Gold kommt unter Druck. Diesmal wegen der Eurokrise. Joschka Fischer stichelt gegen die Europagegner. Bei den Krankenversicherern leiden vor allem die Beitragszahler. Aber der Fußball macht glücklich. Der Tagesbericht.
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Guten Abend liebe Leserinnen und Leser,

Gold glänzt nicht

Dachten Sie, Sie entkommen der Euro-Krise, indem Sie Gold horten? Falsch. Die Aussicht darauf, dass Zypern, um zu Geld zu kommen, seine Goldvorräte verkauft, hat heute den Goldpreis um runde vier Prozent purzeln lassen. An die 14 Tonnen könnten die Zyprer auf den Markt werfen, kein Riesending also, aber genug, um den Preis gleich um vier Prozent sacken zu lassen. Für die Fans des goldenen Zeitalters ist es bitter, aber es ist die Wahrheit: Gold ist nur soviel wert, wie wir dafür zahlen. Ein Wert an sich ist es nicht.

Fischers Hochverrat

Heute hat Ex-Sponti Joschka Fischer das offizielle Rentenalter erreicht. Der Mann mit den Turnschuhen wird 65 Jahre alt. Das hindert ihn nicht, an so einem Tag vor Publikum aus der Finanzszene aufzutreten und Sätze zu sagen wie: „Um den Euro zu halten, brauchen wir erstens eine Schuldenvergemeinschaftung und zweitens eine Altschuldenregelung.“ Oh je! Wenn Fischer noch in irgendwelchen politischen Ämtern wäre, dann hätte er jetzt Ärger am Hals. Denn so etwas zu sagen, ausgerechnet bevor sich am Wochenende die einzige derzeit noch ernstzunehmende Anti-Euro-Bewegung "Alternative für Deutschland" zu ihrem ersten Parteitag trifft, wäre Hochverrat. Derzeit jedenfalls. Aber wie ist das mit dem Hochverrat? Er ist auch nur eine Frage des Datums.

Doppelzahler

Was haben Energieversorger und Krankenversicherer gemeinsam? Für Kunden wird es teurer, weil das System dahinter ins Wanken gerät. Die Energieversorger müssen die Energiewende, die Krankenversicherer den Demographiewandel bezahlen. Bei den Versicherern kommen langsam die Alten an und es geht der Nachwuchs aus. Die Folge: Die Prämien steigen. Heute haben vier weitere private Krankenversicherer angekündigt, dass sie sich dem Trend nicht entziehen können und vom Mai an höhere Preise fordern. Dumm dran ist nun, wer alt ist und unerhörterweise trotzdem Strom verbraucht. Er zahlt doppelt.

Frust mit Franken

Drogisten verkaufen Bonbons, Duschgel und Haarwuchsmittel. Ganz weit weg sollten sie sich von diesem Sortiment nicht bewegen, sonst ergeht es ihnen wie Erwin Müller, dem Chef der nach DM und Rossmann drittgrößten Drogerie-Kette. Das Unternehmen hat offenbar mit Hilfe von Derivaten gegen den Schweizer Franken gewettet - und verloren. Der Buchverlust aus den Währungsspekulationen beträgt 235 Millionen Euro es sind viele Deos, die Müller nun verkaufen muss, um das wieder reinzuholen.

Lebensmodell Fußball

Zu welcher Sorte Mensch gehören Sie? Zum Dauerläufer, der zuverlässig ans Ziel kommt oder zum Sprinter, der erst mal locker antrabt und erst auf den letzten Metern ein- und überholt? Welches ist das Erfolgsmodell? Wem fliegen die Herzen zu? All das können wir vielleicht erleben: In der Fußball Champions League werden Borussia Dortmund gegen Real und Bayern München gegen Barcelona spielen - aber wenn sie diese Gegner überrannt haben, dann geht's im Finale gegeneinander. Dauerläufer gegen Schlussspurter. Es sind zwei Geschäfts- und Lebensmodelle, die da aufeinander treffen würden.

Ein sportliches Wochenende wünscht Ihnen

Oliver Stock

Oliver Stock
Oliver Stock
Handelsblatt / Stellvertretender Chefredakteur

Kommentare zu " Was vom Tage bleibt: Der wahre Wert des Goldes"

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  • Wenn die EU schon zur offenen Kriminalität ( Konten-plünderung am Musterbeispiel Zypern ) übergegangen ist, so muß man davon ausgehen, daß im Ernstfall der private Goldbesitz verboten wird; wie es in den USA bis Ende 1974 der Fall war.

  • Genau so ist es , besser kann man es nicht sagen !

  • Die Tatsache, dass Gold nicht zur Staatsschuldentilgung eingesetzt wird , zeigt doch was es wert ist .
    Im Ernstfall ; Nichts !!!

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